Wirtschaft

Das sagen Ökonomen zum kräftigen Anstieg der deutschen Industrieaufträge

Die deutsche Industrie hat im Juni wegen der starken Nachfrage aus dem Inland das größte Auftragsplus seit zehn Monaten geschafft.
05.08.2021 11:08
Aktualisiert: 05.08.2021 11:08
Lesezeit: 1 min
Das sagen Ökonomen zum kräftigen Anstieg der deutschen Industrieaufträge
Ein Kran transportiert in der Feuerbeschichtungsanlage von ThyssenKrupp in Dortmund einen sogenannten Coil. (Foto: dpa) Foto: Bernd Thissen

Die deutsche Industrie hat im Juni wegen der starken Nachfrage aus dem Inland das größte Auftragsplus seit zehn Monaten geschafft. Die Unternehmen sammelten 4,1 Prozent mehr Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Das ist der größte Zuwachs seit August 2020. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen nicht einmal halb so kräftigen Anstieg von 1,9 Prozent erwartet. In ersten Reaktionen hieß es dazu:

BASTIAN HEPPERLE, BANKHAUS LAMPE:

„Nach dem kräftigen Rückgang geht es nun wieder mächtig aufwärts, vor allem dank der Großaufträge aus dem Inland. Jedoch mag so richtig große Freude nicht aufkommen. Der Auftragsbestand ist zwar hoch, kann aber wegen anhaltender Lieferengpässe bei Vorprodukten und Materialien nicht zügig abgearbeitet werden. So nimmt die Produktion nicht mehr Fahrt auf. Die Industrie dürfte die Konjunkturerholung auch im dritten Quartal eher bremsen.“

THOMAS GITZEL, VP BANK:

„Der gute Lauf bei den Auftragseingängen wird sich so in den kommenden Wochen nicht fortsetzen. Die chinesische Administration drückt auf die Kreditbremse und auch in den USA ebbt der Nach-Corona-Boom ab. Die Aufträge werden deshalb in den kommenden Monaten weniger stark sprudeln. Das Minus der Auftragseingänge aus dem Ausland außerhalb der Euro-Zone ist zwar nicht groß, mahnt aber diesbezüglich zur Vorsicht. In Anbetracht des hohen Auftragsbestandes muss man sich um die Industrie allerdings selbst im Falle geringerer Auftragseingänge vorerst keine Sorgen machen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleger wägen SpaceX-Schritt ab, während die Wall Street boomt
09.10.2026

Wie ein überraschender Deal die Kräfteverhältnisse an der Börse nachhaltig verschiebt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Finanz Informatik: Der unsichtbare Riese hinter der Sparkassen-Digitalisierung
09.10.2026

Vom Online-Banking bis zu Wertpapiergeschäften – die Finanz Informatik digitalisiert 338 Sparkassen und betreut rund 114 Millionen...

DWN
Politik
Politik Brüssel schlägt vor: weniger Kommissare, weniger Vetos, mehr Schutzklauseln und 15 Jahre Kontrolle neuer Mitglieder
09.10.2026

Die Europäische Kommission will in den bisherigen Mitgliedstaaten Unterstützung für die Erweiterung gewinnen, da dort Sorgen über die...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Sechs Gründe, warum die Micron-Aktie zum Kauf einlädt
09.10.2026

Das Problem besteht nicht darin, einen Grund für den Kauf zu finden, sondern sich zu vergewissern, dass man davon nicht bereits zu viel im...

DWN
Politik
Politik Per Haftbefehl gesucht: Mehr als 148.000 offene Haftbefehle in Deutschland
09.10.2026

Warum bleiben Tausende Haftbefehle in Deutschland offen? Welche Rolle spielen Ersatzfreiheitsstrafen und die Staatsangehörigkeit dabei?

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entstehung eines Mega-Reeders stockt: Israel hat ZIM-Übernahme noch nicht genehmigt
09.10.2026

Hapag-Lloyd will mit der Übernahme von ZIM einen der größten Deals seiner Geschichte abschließen. Doch Israel hat dem 4,2 Milliarden...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 46: Die Woche im Rückblick – KW 41
09.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Führerscheinreform: Führerschein könnte bis zu 1.000 Euro günstiger werden
09.10.2026

Wie viel spart man wirklich durch die Führerscheinreform? Verkehrsminister Steffen Bilger nennt erstmals konkrete Zahlen – und erklärt,...