Deutschland

Lkw-Boom treibt Aufgangseingang bei Knorr Bremse auf Rekord

Knorr Bremse verzeichnet einen kräftigen Umsatz und den höchsten Auftragsbestand der Firmengeschichte. Dennoch bereitet die aktuelle Entwicklung dem Unternehmen Sorgen.
13.08.2021 09:56
Aktualisiert: 13.08.2021 09:56
Lesezeit: 1 min

Die weltweite Belebung des Nutzfahrzeugmarktes treibt den Auftragsbestand bei Knorr Bremse auf einen Rekordwert. Ende Juni hatte der Nutzfahrzeug- und Zug-Zulieferer nach Angaben vom Freitag Bestellungen im Gesamtwert von knapp 5,2 Milliarden Euro in den Büchern stehen - so viel wie nie. Allein im ersten Halbjahr stieg der Auftragseingang um ein Drittel auf 3,6 Milliarden Euro und liegt damit über dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Krise.

Sorgen bereiten dem Unternehmen aber weiterhin die Engpässe bei Vorprodukten wie Halbleitern. "Vor dem Hintergrund der weltweit angespannten Versorgung mit Zulieferprodukten unternehmen wir größte Anstrengungen, die Folgen für unsere Kunden abzufedern", sagte Vorstandschef Jan Mrosik.

Auch beim Umsatz spürt Knorr Bremse den weltweiten Nutzfahrzeug-Boom. Die Erlöse legten um zwölf Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zu. Der Betriebsgewinn stieg sogar um ein Viertel auf 495,5 Millionen Euro.

An seiner Prognose hält das Unternehmen fest, vorausgesetzt, dass sich die Weltwirtschaft und das politische Umfeld stabil entwickelten und es zu keinem weiteren Lockdown wegen der Corona-Pandemie kommt. Zudem wird unterstellt, dass die Lieferengpässe im Jahresverlauf kompensiert werden könnten.

Trotz voller Auftragsbücher kann Knorr Bremse die Anleger nicht begeistern. Die Aktien des Nutzfahrzeug- und Zug-Zulieferers verlieren am Freitagmorgen bis zu 3,6 Prozent. Das operative Ergebnis im ersten Halbjahr habe die Erwartungen verfehlt, sagte ein Broker.

Im Nutzfahrzeugmarkt verwies Knorr Bremse vor allem auf das Europa- und Nordamerikageschäft, das angezogen habe. Die größere Sparte Schienenfahrzeuge bekommt dagegen weiterhin die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren. Der Auftragseingang sank, vor allem in Asien ging es abwärts. Im Lockdown fuhren weniger Züge, deswegen mussten sie nicht so oft gewartet und überholt werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Immobilienmakler für Kitzbühel – Hotel und Gewerbeimmobilien verkaufen mit Experten

Der Verkauf von Hotels und Gewerbeimmobilien in Kitzbühel stellt besondere Anforderungen an Eigentümer und Makler. Ein erfahrener...

DWN
Unternehmen
Unternehmen MG4 Urban im Test: Fast "Das Auto", nur aus China
20.08.2026

Als SAIC Motor das Modell MG4 vorstellte, wurde es sofort zu einem der begehrtesten in China gebauten Elektroautos. Autojournalisten...

DWN
Finanzen
Finanzen Euro-Stablecoins: Wie Europa die Kontrolle über seine Währung verlieren könnte
20.08.2026

Der Euro ist die zweitwichtigste Währung der Welt, doch in der digitalen Finanzwelt spielt er bislang kaum eine Rolle. Während nahezu...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gewinnmitnahmen nach Zweimonatshoch
20.08.2026

Der Goldpreis hat binnen kurzer Zeit deutlich an Wert gewonnen, doch am Donnerstag legt das gelbe Edelmetall eine Verschnaufpause ein....

DWN
Finanzen
Finanzen JD Sports-Aktie stürzt ab: Gewinnwarnung und Filialabbau belasten – Branche leidet mit
20.08.2026

JD Sports senkt sein Gewinnziel und enttäuscht vor allem in Nordamerika. Gleichzeitig verschwinden immer mehr deutsche Filialen. Der...

DWN
Technologie
Technologie Weltmarkt für E-Lkw wächst rasant – Infrastruktur bleibt Engpass
20.08.2026

Eine halbe Million verkaufte E-Lkw und E-Busse markieren einen neuen Meilenstein für die Verkehrswende. Während China den Weltmarkt...

DWN
Finanzen
Finanzen Criteo-Aktie: Übernahmewette für Mutige oder unkalkulierbares Risiko?
20.08.2026

Die Criteo-Aktie führt vor Augen, welche Chancen Sondersituationen für Anleger bieten können. Doch gerade bei vermeintlich klaren Deals...

DWN
Finanzen
Finanzen Adieu Frankreich, adieu Deutschland: Wohin Europas Reiche ziehen
20.08.2026

Politische Unsicherheit, hohe Steuern: Das sind die wichtigsten Gründe, warum Reiche die zwei stärksten Länder Europas verlassen. Wohin...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ferrari Luce: Erst verspottet, jetzt reißen sich Käufer um den Elektro-Ferrari
20.08.2026

Der Ferrari Luce provozierte Fans, verunsicherte Anleger und ließ Zweifel an Ferraris Elektrostrategie wachsen. Nun ist das Verkaufsziel...