Politik

Neue Lage: Tadschiken erklären den Taliban den Krieg

Die Tadschiken haben den paschtunischen Taliban den Krieg erklärt. Zuvor hatten die DWN darauf hingewiesen, dass der Tadschiken-Führer Ahmad Massud vor allem von Frankreich als Gegenpol zu den Taliban aufgebaut wird.
19.08.2021 15:46
Aktualisiert: 19.08.2021 15:46
Lesezeit: 1 min
Neue Lage: Tadschiken erklären den Taliban den Krieg
Die verschiedenen Volksgruppen in Afghanistan. (Grafik: Stratfor)

Der Sohn eines der wichtigsten Anführers im Krieg gegen die sowjetische Besetzung in den 80er Jahren, Ahmad Massud, hat entschiedenen Widerstand gegen die Taliban angekündigt. „Wir haben seit den Zeiten meines Vaters geduldig Munition und Waffen gehortet, denn wir wussten, dass dieser Tag einmal kommen wird“, schrieb der 32-Jährige in einem Namensbeitrag für die Zeitung „Washington Post“. Massud herrscht über das Pandschschir-Tal, eine Hochburg der Tadschiken nordöstlich von Kabul.

„Falls die Warlords der Taliban einen Angriff starten, werden sie auf unsere entschiedene Gegenwehr stoßen“, schrieb Massud weiter. Teile der afghanischen Armee und deren Spezialkräfte hätten sich ihm angeschlossen. Zu seinem engsten Verbündeten zählt Ex-Vizepräsident Amrullah Saleh, der nach der Flucht von Präsident Aschraf Ghani erklärt hatte, er sei das legitime Staatsoberhaupt.

Während der Herrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 war es Massuds Vater gelungen, Angriffe der Taliban abzuwehren. Auch den Sowjets war es nicht gelungen, das Tal zu erobern. Er starb 2001 durch ein Selbstmordattentat, die Mörder hatten sich als Journalisten verkleidet. Sein Sohn rief nun die USA, Großbritannien und Frankreich zu Hilfen auf, denn ohne diese könnten seine Kräfte den Taliban nicht widerstehen. Er warnte, unter Herrschaft der Taliban werde Afghanistan wieder Rückzugsort für Terroristen.

Unklar ist, ob die Kämpfer im Pandschschir-Tal in der Lage sind, einen Angriff der Taliban abzuwehren. Bislang hat es keine Offensiven gegeben. Zudem war offen, ob die Stellungnahme Massuds in dem Blatt nicht ein erster Schritt hin zu Verhandlungen mit den Taliban sind.

Am 16. August 2021 hatten die Deutschen Wirtschaftsnachrichten berichtet: „Frankreich unterstützt den Tadschiken-Führer Ahmad Massoud als Gegenpol zu den Taliban. Der Afghanistan-Konflikt muss vor allem aus dem Blickwinkel rivalisierender Stämme betrachtet werden. Europa hat die Möglichkeit, eine wichtige Rolle in der Zukunft Afghanistans zu spielen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflationsschock durch Energiepreise - Leben wird immer teurer
12.08.2026

Nach dem Auslaufen des Tankrabatts hat sich das Leben in Deutschland sprunghaft verteuert. Im Juli kletterte die Inflationsrate auf 2,8...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie stabilisiert sich: Rekordquartal trifft auf gekappte Umsatzprognose
12.08.2026

Rheinmetall wächst rasant und übertrifft im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen. An der Börse reicht das bislang nur für eine...

DWN
Politik
Politik Städtetags-Präsident: "Stimmung in den Rathäusern explosiv"
12.08.2026

Die Kommunen stehen finanziell unter Druck. Die Stimmung in den Rathäusern sei noch nie so schlecht gewesen, heißt es vom Städtetag. Er...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generalsanierung: Bahnchefin Palla stellt die Weichen neu
12.08.2026

Die Generalsanierungen der Bahn sollten das marode Netz retten – doch Verspätungen und neue Probleme setzen den Konzern unter Druck. Nun...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Billigfluggesellschaften stehen vor dem Absturz: Ein Gigant könnte als Einziger übrig bleiben
12.08.2026

Zwei der drei unabhängigen Billigfluggesellschaften Europas hängen in den Seilen, nachdem der Ölpreisschock die Lage zusätzlich...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall-Street-Händler halten sich vor Inflationsbericht zurück
11.08.2026

Welche Impulse jetzt die Kurse bewegen und warum Anleger gespannt auf die neuen Daten blicken

DWN
Technologie
Technologie Nvidia holt die Wall Street ins KI-Geschäft
11.08.2026

Hunderte Milliarden Dollar fließen in den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Der Chipriese Nvidia, der davon...

DWN
Politik
Politik Geleaktes Dokument zeigt, dass den USA Waffen fehlen: Was wir wissen
11.08.2026

Trumps Krieg gegen Iran leert die amerikanischen Lager für Langstreckenraketen. Das zeigen ein Leak und Berichte aus anonymen Quellen in...