Politik

Putin warnt: Wollen keine als Flüchtlinge getarnten Kämpfer

Russlands Präsident Wladimir Putin stellt sich gegen den europäischen Wunsch, Flüchtlinge in den Nachbarländern Afghanistans unterzubringen. Russland wolle nicht, dass afghanische Kämpfer als Flüchtlinge getarnt auftauchten. Währenddessen fordern in Deutschland Parteien und Verbände die sofortige Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen.
23.08.2021 10:11
Aktualisiert: 23.08.2021 10:11
Lesezeit: 1 min
Putin warnt: Wollen keine als Flüchtlinge getarnten Kämpfer
Wladimir Putin, Präsident von Russland, spricht bei einem Treffen mit Mitgliedern der Partei «Einiges Russland». (Foto: dpa) Foto: Mikhail Voskresensky

Reuters meldet: „Russlands Präsident Wladimir Putin kritisiert Bestrebungen westlicher Länder, Flüchtlinge aus Afghanistan in dessen Nachbarländern aufnehmen zu lassen. Russland wolle nicht, dass afghanische Kämpfer als Flüchtlinge getarnt auftauchten, sagte Putin der Nachrichtenagentur Ria zufolge. Der Afghanistan-Konflikt betreffe Russlands Sicherheit unmittelbar.

Die Lage am Kabuler Flughafen hat sich nach Worten des deutschen Brigadegenerals Jens Arlt etwas entspannt. Grund dafür sei, dass sich bei der Zuflucht suchenden Bevölkerung herumgesprochen habe, dass einige Tore zum Flughafen aus Sicherheitsgründen vorerst geschlossen blieben. Dies sei aber nur eine Momentaufnahme, sagte er.“

In mehreren deutschen Städten ist am Wochenende für die Aufnahme bedrohter Menschen aus Afghanistan demonstriert worden. Im strömenden Regen kamen in Berlin Hunderte Demonstranten vor das Bundeskanzleramt. Redner verlangten unter anderem ein schnelles Ausfliegen von Ortskräften der Bundeswehr, Menschenrechtsaktivisten, Frauenrechtlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Sportlerinnen. Die Berliner Polizei sprach von rund 1.700 Teilnehmenden. Darunter waren viele junge Leute und Frauen. Sie zogen am Nachmittag mit Regenschirmen durch das Regierungsviertel zum Auswärtigen Amt, so die dpa.

Aufgerufen zu dem Protest hatte unter dem Motto „Afghanistan: Verantwortung übernehmen - Aufnahme jetzt!“ ein Bündnis von Hilfsorganisationen, darunter Seebrücke, Pro Asyl und der Flüchtlingsrat Berlin.

In Hamburg demonstrierten nach Angaben der Flüchtlingsorganisation Seebrücke am Sonntag rund 3.000 Menschen, die Polizei sprach von rund 2500 Teilnehmern. In Kiel machten sich mehrere Hundert Menschen dafür stark, gefährdeten Menschen in Afghanistan zügig zu helfen. Bereits am Samstag hatten mehrere Hundert Demonstranten in niedersächsischen Städten sichere Fluchtwege für gefährdete Menschen aus Afghanistan gefordert. Auch in Frankfurt am Main wurde protestiert.

Der Deutsche Städtetag verlangt von Bund und Ländern rasch konkrete und verlässliche Angaben über die Zahl der zu erwartenden Flüchtlinge aus Afghanistan. „Die Städte sind bereit, die Geflüchteten aus Afghanistan aufzunehmen und ihnen ein gutes Ankommen zu ermöglichen“, sagt Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) der „Rheinischen Post“. Benötigt werde „eine konkrete verlässliche Aussage von Bund und Ländern zu den mit ziemlicher Sicherheit kommenden Flüchtlingen aus Afghanistan. Und das muss schnell gehen.“ Nur so gelinge die Akzeptanz in weiten Teilen der Bevölkerung. „Das alles muss dann auch auf der langen Strecke im Wesentlichen durch Bund und Länder finanziert werden.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street beendet September uneinheitlich
30.09.2026

Ein turbulenter Monat geht zu Ende – erfahren Sie, welche Dynamiken jetzt die Kurse an der Wall Street bestimmen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Frankreich Staatsverschuldung: Die nächste Gefahr für die Eurozone
30.09.2026

Frankreich galt lange als einer der politischen und wirtschaftlichen Pfeiler der Eurozone. Doch an den Anleihemärkten wächst die...

DWN
Finanzen
Finanzen VW kündigt Tarifvertrag: Was jetzt auf 100.000 Beschäftigte zukommt – und auf die VW-Aktie
30.09.2026

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs und kündigt einen Großteil seiner Haustarifverträge. Nach Angaben der IG Metall sind zehn...

DWN
Politik
Politik Innere Sicherheit: Innenministerkonferenz beschließt nicht mehr einstimmig
30.09.2026

Die Innenministerkonferenz verabschiedet sich vom Einstimmigkeitsprinzip, um zukünftig "Blockaden" zu verhindern. Künftig reichen 13...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Unternehmen, die in China tätig sind, stehen vor einer schwierigen Wahl
30.09.2026

Europäische Unternehmen mit Geschäften in China stehen vor einem Dilemma: gegen EU-Recht verstoßen oder gegen chinesisches Recht. Die...

DWN
Politik
Politik Vestager und Nobelpreisträger schlagen KI-Alarm: Kritisches Zeitfenster schließt sich Monat für Monat
30.09.2026

Europa läuft Gefahr, bei künstlicher Intelligenz dauerhaft von den USA und China abhängig zu werden. Margrethe Vestager, zwei...

DWN
Politik
Politik Teilzeitrepublik: Teilzeit boomt, Vollzeit schrumpft: Arbeiten die Deutschen zu wenig?
30.09.2026

Der Staat klagt über Personalmangel – hat aber selbst die höchste Teilzeitquote unter den Beschäftigten. Eine Studie schlägt nun die...

DWN
Politik
Politik Ende des Brexit? Britischer Premier schließt Wiedereintritt in EU nicht aus
30.09.2026

Der Brexit bleibt auch Jahre nach dem Austritt ein Dauerthema im Vereinigten Königreich. Mit seiner Haltung dazu sorgt der britische...