Deutschland

IAB-Institut: Lockdown trifft einfache Helferberufe extrem hart

Helferberufe mit einfachen Tätigkeiten haben einer Studie zufolge besonders stark unter dem ersten Lockdown der Corona-Pandemie gelitten.
24.08.2021 12:14
Aktualisiert: 24.08.2021 12:14
Lesezeit: 1 min
IAB-Institut: Lockdown trifft einfache Helferberufe extrem hart
«IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung», ist auf einem Schild am 16.06.2015 in Nürnberg (Bayern) vor dem Gebäude der Behörde zu lesen. (Foto: dpa) Foto: Daniel Karmann

Helferberufe mit einfachen Tätigkeiten haben einer Studie zufolge besonders stark unter dem ersten Lockdown der Corona-Pandemie gelitten. Die Beschäftigung bei wenig komplexen Jobs, für die in der Regel keine formale Ausbildung erforderlich ist, brach ein, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag mitteilte. „Der Pandemieausbruch im März 2020 verhinderte die ansonsten besonders starke jahreszeitlich bedingte Beschäftigungszunahme im Helferbereich“, erklärte IAB-Forscher Holger Seibert. Bis vor Beginn der Corona-Krise zwischen 2015 und Anfang 2020 hatte sich die Beschäftigung hier in nahezu allen Bereichen überdurchschnittlich gut entwickelt.

Während die Zahl der Beschäftigten insgesamt von März 2015 bis März 2020 um 10,2 Prozent auf über 33,6 Millionen stieg, kletterte die Zahl der Beschäftigten in Helferberufen um 15,6 Prozent auf 5,1 Millionen Personen. „Der Beschäftigungsrückgang war ab März 2020 bei den Helferjobs, zum Beispiel in den Bereichen Gastronomie und der Beherbergung durch die Maßnahmen des Lockdowns besonders ausgeprägt“, sagte IAB-Forscherin Barbara Schwenglerda. Denn in diesen Sparten gebe es üblicherweise eine wesentlich stärkere Frühjahrsbelebung als anderswo. Die Virus-Krise habe auch die Zeitarbeitsbranche besonders stark getroffen.

Allerdings erholte sich die Beschäftigung in den Helferberufen im Zuge der Corona-Lockerungen bereits ab Juni 2020 und damit zwei Monate früher als die Gesamtbeschäftigung. Dies galt laut IAB vor allem beim Binnentourismus. Andere Bereiche, die sich auch durch einen hohen Anteil an Helferberufen auszeichnen wie die Altenpflege waren von der Corona-Krise kaum betroffen, beziehungsweise legten sogar bei der Zahl der Beschäftigten im Helferbereich zu. Zuwächse waren im Jahresverlauf 2020 zudem bei den Post- und Kurierdiensten sowie im Ausbaugewerbe zu beobachten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Cerebras-Aktie: Nvidia-Konkurrent startet mit großem Knall an der Börse
19.05.2026

Vor ein paar Tagen ging in den USA ein Chiphersteller an die Börse, der als einer der heißesten Nvidia-Konkurrenten gilt. Die...

DWN
Politik
Politik Straße von Hormus unter Druck: VAE planen Pipeline als Antwort auf den Iran-Krieg
19.05.2026

Die VAE beschleunigen den Bau einer neuen Ölpipeline, die den Export unabhängiger von der Straße von Hormus machen soll. Für Europa und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Selbstständigkeit unter Druck: Freelancer-Markt kühlt ab – was für Unternehmen juristisch heikel ist
19.05.2026

Der Freelancer-Markt in Deutschland wird spürbar härter: weniger Projekte, mehr Unsicherheit und mehr rechtlicher Druck. Vor allem die...

DWN
Politik
Politik Insa-Politiker-Ranking: Weidel überholt Söder – Merz bleibt Schlusslicht
19.05.2026

Das aktuelle Insa-Politiker-Ranking offenbart deutliche Veränderungen bei den beliebtesten Politikern Deutschlands: Alice Weidel überholt...

DWN
Politik
Politik CISA vor Einschnitten: Was das für Europas Cybersicherheit bedeutet
19.05.2026

Die USA galten in der Cybersicherheit lange als verlässlicher Taktgeber für internationale Warnsysteme und digitale Abwehrstrukturen. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Neue E-Auto-Förderung 2026 startet: Was Autofahrer zur E-Auto-Prämie jetzt wissen müssen
19.05.2026

Mit der neuen E-Auto-Förderung will die Bundesregierung Elektromobilität attraktiver machen. Bis zu 6.000 Euro Zuschuss sind möglich....

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis aktuell: Nach Trump-Äußerungen notiert der Brent-Ölpreis bei 110 US-Dollar
19.05.2026

Nach jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump geben die Ölpreise leicht nach. Der WTI-Ölpreis notiert am Dienstagmorgen im...

DWN
Finanzen
Finanzen Aixtron-Aktie steigt nach KI-Auftrag wieder Richtung Mehrjahreshoch
19.05.2026

Mit einem neuen Auftrag aus der KI-Branche rückt die Aixtron-Aktie wieder in Richtung Mehrjahreshoch. Die Nachfrage nach Technologien für...