Deutschland

Verfassungsschutz: In Sachsen und Thüringen formieren sich linksextreme Überfalltrupps

In Thüringen und Sachsen formieren sich nach Worten Bundesamts für Verfassungsschutz gewalttätige "klandestine Kleingruppen."
03.09.2021 13:50
Aktualisiert: 03.09.2021 13:50
Lesezeit: 1 min

Wegen mehrerer Brandanschläge auf Immobilien der rechtsextremen Szene in Thüringen ermittelt der Generalbundesanwalt gegen bislang unbekannte mutmaßliche Linksextremisten. Es gehe um den Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung, hieß es am Freitag aus Sicherheitskreisen. Zuvor hatte der «Spiegel» darüber berichtet. Demnach geht es um insgesamt fünf Anschläge mit Brandsätzen, die im April und Mai verübt wurden.

Laut «Spiegel» richteten sich die Angriffe gegen eine für Rechtsrockkonzerte genutzte Baracke in Ronneburg und ein von rechten Kampfsportlern frequentiertes Fitnessstudio in Schmölln. Außerdem seien ein Szene-Treffpunkt in Sonneberg und ein für rechtsextreme Tagungen bekanntes Rittergut in Buttstädt attackiert worden. Der bislang letzte Brandanschlag am 28. Mai habe sich gegen eine Gaststätte in Kloster Veßra gerichtet, die von einem bundesweit bekannten Neonazi betrieben werde.

Am Mittwoch soll am Oberlandesgericht Dresden der Prozess gegen vier mutmaßliche Linksextremisten beginnen, denen die Bundesanwaltschaft brutale Überfälle auf Personen aus der rechten Szene in Sachsen und Thüringen vorwirft. Die Opfer waren jeweils erst ausgespäht und dann von mehreren Angreifern zusammengeschlagen worden. Als Anführerin der militanten Gruppe, die noch deutlich größer sein soll, ist eine junge Frau aus Leipzig angeklagt, die seit November 2020 in Untersuchungshaft sitzt. Mit ihr stehen drei Männer vor Gericht.

Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, sagte dem «Spiegel», im Linksextremismus sei eine neue Qualität gewalttätiger Übergriffe zu beobachten. «Es sind mehrere klandestine Kleingruppen entstanden, die sich vom Rest der Szene abschotten und gezielt ihre politischen Gegner angreifen. Hemmschwellen sind gefallen, und teilweise wird der Tod der Opfer billigend in Kauf genommen.»

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Panorama
Panorama KI-Kunst: Kreative Revolution oder seelenlose Kopie?
20.09.2026

Zurzeit gibt es viel Kritik an KI-generierter Kunst. Die Argumente klingen vertraut: „seelenlos“, „bloße Reproduktion des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeiten im Alter: Was Senioren wirklich im Job hält
20.09.2026

Ältere Beschäftigte werden auf dem Arbeitsmarkt plötzlich dringend gebraucht. Doch wer Senioren länger im Job halten will, kommt mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arktis-Korridor: Wird Russlands Nordroute zur Gefahr für europäische Häfen?
20.09.2026

Der Chef von Rosatom sagt: Russland müsste etwa 100 Milliarden Euro investieren, wenn es die Arktisroute in einen echten Logistikkorridor...

DWN
Politik
Politik Merz unter Druck: Öffnet sich für Söder das Kanzleramt?
20.09.2026

Markus Söder hat Kanzlerambitionen mehrfach ausgeschlossen. Doch nach dem CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt und wachsendem Druck auf Friedrich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiskrieg in der Autoindustrie: Warum Rabatte die Zukunft gefährden
20.09.2026

Europas Autobauer liefern sich einen Preiskampf ausgerechnet in einer Phase, in der sie Milliarden für ihre technologische Zukunft...

DWN
Immobilien
Immobilien Schlafen überm Edeka: Wie das Baurecht Wohnen im Gewerbegebiet blockiert
20.09.2026

Obwohl bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen fehlen und Millionen Quadratmeter Gewerbefläche leer stehen, verbietet die Baunutzungsverordnung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rhein Group: Draghi versammelt Europas Machtelite
19.09.2026

Mario Draghi hat Europas wirtschaftliche Schwächen analysiert. Jetzt will er handeln: Mit der Rhein Group versammelt der frühere...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Das müssen Sie unbedingt wissen
19.09.2026

Mecklenburg-Vorpommern wählt einen neuen Landtag – und diesmal könnte sich das politische Kräfteverhältnis grundlegend verschieben....