Politik

Streit zwischen Ungarn und Ukraine wegen Erdgas-Abkommen eskaliert

Der Ton zwischen der Ukraine und Ungarn wegen eines Erdgas-Abkommen mit Gazprom wird rauer. Beide Länder bestellten am Dienstag jeweils den Botschafter des anderen Landes ein.
28.09.2021 15:47
Lesezeit: 1 min

Der Ton zwischen der Ukraine und Ungarn wegen des Streits über ein ungarisches Erdgas-Abkommen mit dem russischen Konzern Gazprom wird rauer. Beide Länder bestellten am Dienstag jeweils den Botschafter des anderen Landes ein. Die Ukraine schaltete zudem die Europäische Kommission ein, um zu prüfen, ob der Vertrag mit den europäischen Energiegesetzen vereinbar sei. Energieminister German Galuschtschenko sollte noch im Tagesverlauf EU-Energiekommissar Kadri Simson treffen, wie ein Sprecher der EU-Kommission ankündigte.

Russland seinerseits warnte die Ukraine davor, sich bei dem Abkommen einzumischen. Es würden weder Rechte noch Standards gebrochen, sagte der Sprecher des russischen Präsidialamtes Dmitri Peskow.

Ab dem 1. Oktober liefert Gazprom dem EU-Mitglied Ungarn jährlich 4,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas - in etwa die Hälfte des Jahresbedarfs - über zwei Routen: 3,5 Milliarden Kubikmeter sollen über Serbien fließen und eine Milliarde über Österreich. Damit entgehen der Ukraine Durchleitungsgebühren. Zudem fürchtet das Land um seine eigene Energieversorgung. Die Ukraine warf Ungarn vor, politisch motiviert zu handeln. Ungarns Außenminister Peter Szijjarto konterte, die Ukraine mische sich ein. Das Abkommen habe keine politischen Gründe.

Die klassische Route für russisches Erdgas führt durch die Ukraine, aber Russland sucht andere Wege, um die Ukraine zu umgehen und setzt deswegen auf Pipelines wie Nord Stream nach Deutschland und Turkstream in die Türkei.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist die Ära der Niedrigzinsen vorbei? Wie Bull DeFi ungenutzte Ersparnisse in aktive Renditen verwandelt – bis zu 3.700 US-Dollar pro Tag.

Wir beleuchten die unterschiedlichen Mechanismen von Bull Market DeFi im Vergleich zu traditionellen Anlagen – und warum es sich lohnt,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Russisches Uran: Moskau hält Amerikas Atomkraft in der Hand
05.08.2026

Amerikas Kernkraftwerke laufen weiterhin mit russischem Uran, während Washington den Ausstieg bis 2028 erzwingen will. Kann ein...

DWN
Politik
Politik EU-Migrationspolitik vor der Zerreißprobe: Ceuta legt Europas Schwäche offen
05.08.2026

Tausende Migranten erreichen Ceuta und innerhalb weniger Tage geraten Europas Regierungen aneinander. Die Krise zeigt, wie tief die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BYD Sealion 5 im Test: Viel Auto für vergleichsweise wenig Geld
05.08.2026

Der BYD Sealion 5 verbindet viel Platz, hohen Komfort und einen erstaunlich großen Aktionsradius. Als Plug-in-Hybrid schafft er im Test 80...

DWN
Panorama
Panorama Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle: Sprengladung entschärft
05.08.2026

Nach einem nächtlichen Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle ermittelt die sächsische Polizei. Spezialisten entschärften die Drohne...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Made in Europe: EU zieht die Schutzmauern für ihre Industrie hoch
05.08.2026

Europa macht Ernst mit dem Schutz seiner Industrie. Neue Herkunftsregeln sollen öffentliche Aufträge stärker europäischen Herstellern...

DWN
Politik
Politik Berlin-Wahl 2026: Partei Die Linke in der Hauptstadt derzeit auf Platz eins
05.08.2026

Am 20. September findet die Wahl zum Landesparlament statt. Würde schon am Sonntag gewählt, bekäme die Linke einer Umfrage zufolge die...

DWN
Finanzen
Finanzen Adieu Frankreich, adieu Deutschland: Wohin Europas Reiche ziehen
05.08.2026

Politische Unsicherheit, hohe Steuern: Das sind die wichtigsten Gründe, warum Reiche die zwei stärksten Länder Europas verlassen. Wohin...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Finanzspritze für Start-up: Berliner Fintech Moss steigt zum Milliarden-Einhorn auf
05.08.2026

Trotz rauem Marktumfeld wächst Moss rasant: Das Berliner Fintech erreicht eine Milliardenbewertung und setzt auf KI-Entwicklung für...