Finanzen

Dax nach kräftigem Rücksetzer wieder im Plus

Nach dem kräftigen Rücksetzer am Vortag am deutschen Aktienmarkt stehen die Zeichen am Mittwoch auf Erholung. Anleger nutzten die niedrigen Kurse im frühen Handel zum Wiedereinstieg.
29.09.2021 11:03
Lesezeit: 1 min
Dax nach kräftigem Rücksetzer wieder im Plus
Der Dax liegt am Mittwoch wieder im Plus. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Der Dax stand zuletzt 0,92 Prozent höher bei 15 388,40 Punkten. Tags zuvor hatte der deutsche Leitindex wegen zunehmender Zins- und Konjunktursorgen noch mehr als zwei Prozent eingebüßt und sich damit wieder in Richtung seines Mehrmonatstiefs aus der vergangenen Woche orientiert.

Auch der MDax der mittelgroßen Börsenwerte machte am Mittwochmorgen einen Teil seiner Vortagesverluste wieder wett, er stieg zuletzt um 1,11 Prozent auf 34 884,35 Zähler. In Europa beruhigte sich die Lage ebenfalls: Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone baute seine Gewinne auf 0,93 Prozent auf 4096,50 Punkte aus.

Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets hält die Zitterpartie an den Aktienmärkten indes noch längst nicht für ausgestanden. «Der Teufelskreis aus Lieferengpässen, steigenden Rohstoffpreisen, anziehender Inflation und steigenden Zinsen schlägt den Akteuren am Aktienmarkt derzeit gehörig auf den Magen», sagte er.

Angesichts der Debatte um höhere Zinsen waren die Investoren zuletzt vorrangig aus den hoch bewerteten Technologietiteln in sogenannte Substanzwerte geflüchtet. Zudem hatten vor allem Corona-Gewinner ganz oben auf den Verkaufslisten der Anleger gestanden. Am Mittwoch ging die Bewegung nunmehr in die Gegenrichtung.

So profitierten davon etwa Aktien des Kochboxenversenders Hellofresh an der Index-Spitze mit einem Aufschlag von rund 3,2 Prozent. Auch Pharma und Medizintechnik war wieder gefragt: Anteile am Labordienstleister Sartorius und am Pharmakonzern Merck stiegen um jeweils rund 3 Prozent, in den hinteren Börsenreihen verteuerten sich Evotec um gut 3,7 Prozent, und Carl Zeiss Meditec zogen um zweieinhalb Prozent an.

Chipwerte rückten nach den deutlichen Vortagesverlusten ebenfalls wieder vor: Infineon um 1,3 Prozent, Aixtron um rund 2 Prozent. Allerdings bremste laut Marktbeobachtern der durchwachsene Ausblick des US-Halbleiterherstellers Micron eine noch stärkere Kurserholung aus.

Konkrete Nachrichten gab es von Gea. Der vom Maschinen- und Anlagenbauer will Millionensummen investieren und in den kommenden fünf Jahren Umsatz und Margen ankurbeln. Mit der auf dem Kapitalmarkttag präsentierten Wachstumsstrategie traf die Firma den Nerv der Anleger, die Aktien zogen in der MDax-Spitzengruppe um mehr als 4 Prozent an.

Für Airbus-Aktien ging es um rund 2,2 Prozent nach oben, sie profitierten von einem positiven Votum der Analysten von Bernstein.

Auf Skepsis traf hingegen Heidelbergcement mit dem geplanten Zukauf eines Minderheitsanteils an einem US-Softwarespezialisten für Baustoffe. Die Aktien waren mit 0,7 Prozent Minus Dax-Schlusslicht. Aus Sicht von Analystin Elodie Rall von der US-Bank JPMorgan wäre der Zukauf von Command Alkon zwar eine der größten digitalen Investitionen im weltweiten Baustoffsektor. Doch dürfte es ihrer Meinung nach einige Jahre dauern, bis die Vorteile einer solchen Transaktion sichtbar würden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen DeFi-Hashing nutzt die Rechenleistung künstlicher Intelligenz, um das Vermögen der Nutzer zu mehren.

Major economies are actively promoting the establishment of a unified capital market regulatory framework and plan to strengthen the...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte schließen: Nasdaq von massivem Ausverkauf getroffen
05.06.2026

Ein plötzliches Beben erschüttert die Wall Street und zwingt Anleger zum sofortigen Umdenken – erfahren Sie, was hinter den Turbulenzen...

DWN
Politik
Politik Armenien-Wahl wird zum Testfall für Europas Machtanspruch
05.06.2026

Armenien steht vor einer Wahl, die weit über Jerewan hinausreicht. Im Südkaukasus entscheidet sich, ob Russland ein weiteres...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Bank-Analyse: S&P 500 wird zur Milliardenfalle für sorglose Anleger
05.06.2026

Der S&P 500 rennt von Rekord zu Rekord, doch ausgerechnet die Deutsche Bank sieht darin ein Warnsignal. Der rasante Anstieg erinnert an...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Astrolight: Laser statt Funk für Militär und Weltraum
05.06.2026

Klingt nach "Star Wars": Das litauische Start-up Astrolight entwickelt Lasertechnologie für den Weltraum, die sich aber auch auf der Erde...

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO: Der KI-Boom bekommt seinen Börsentest
05.06.2026

Erst kam ChatGPT, jetzt drängt Claude an die Börse. Das Anthropic IPO könnte zeigen, ob der KI-Boom wirklich tragfähig ist oder Anleger...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gegenwind für den Standort: Bund verteidigt Kurs nach Pharma-Investitionsstopps
05.06.2026

Nachdem große Pharmakonzerne angekündigt haben, geplante Milliardeninvestitionen in Deutschland auf Eis zu legen, bezieht die...

DWN
Politik
Politik "Ein reines Belastungspaket": Scharfe Kritik an Warkens Pflegereform - "erschüttert und wütend"
05.06.2026

Für die Pflegeversicherung liegt jetzt ein Sanierungskonzept vor, das den Alltag für viele teurer macht. Nun erhält Warken starken...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EY-Analyse: Deutsche Autobauer verlieren Umsatz und hinken hinterher
05.06.2026

Fehlstart ins Jahr: Während die internationale Konkurrenz beim Umsatz zulegen kann, verlieren Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW deutlich...