Deutschland

Deutschland: Großhandelspreise mit stärkstem Anstieg seit 1974

Im September verzeichnete das Statistische Bundesamt den höchsten Anstieg der Großhandelspreise zum Vorjahresmonat seit der ersten Ölkrise im Jahr 1974. Neben der extrem lockeren Geldpolitik machen die Statistiker dafür zwei Gründe aus.
12.10.2021 11:22
Aktualisiert: 12.10.2021 11:22
Lesezeit: 1 min

Der hohe Preisauftrieb in Deutschland beschleunigt sich weiter. Im September stiegen die Großhandelspreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das war der stärkste Anstieg seit der ersten Ölkrise im Jahr 1974. Im August 2021 hatte der Anstieg 12,3 Prozent betragen und im Juli 11,3 Prozent. Schon dies waren ungewöhnlich hohe Preisanstiege.

Der hohe Anstieg sei zum einen durch stark gestiegene Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte begründet, erklärten die Statistiker. Zum anderen wirke ein sogenannter Basiseffekt: Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sei das Preisniveau in den Vorjahresmonaten sehr niedrig gewesen, was die aktuellen Teuerungsraten rechnerisch nach oben treibt.

Der Großhandel ist eine von mehreren Wirtschaftsebenen in Deutschland, auf denen sich das allgemeine Preisniveau bildet. Hinzu kommen die Preise für nach Deutschland eingeführte Güter und die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten, die sogenannten Erzeugerpreise. Angetrieben von ausufernden Energiepreisen haben die Erzeugerpreise in Deutschland den höchsten Stand seit einem halben Jahrhundert erreicht.

Großhandelspreise sind jene Preise, die den Großkunden berechnet werden, welche das Produkt dann in kleineren Einheiten weiterverkaufen. Sie wirken neben den Erzeugerpreisen auf die Verbraucherpreise. In Deutschland waren die Verbraucherpreise im September mit 4,1 Prozent stark gestiegen. Vor allem teure Energie hat die deutsche Inflationsrate erstmals seit 1993 über die Vier-Prozent-Marke getrieben.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmenskrise in Deutschland: Großinsolvenzen erreichen neue Höchststände
11.01.2026

Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen in Deutschland verschärft sich spürbar und reicht inzwischen über einzelne Branchen hinaus....

DWN
Finanzen
Finanzen D-Mark-Schatz: Menschen machen alte Scheine zu Geld
11.01.2026

Handgeschriebene Botschaften auf alten D-Mark-Scheinen: Was die Bundesbank im vergangenen Jahr zum Umtausch erhielt – und warum ein Teil...

DWN
Finanzen
Finanzen So lief das Börsenjahr 2025: Edelmetalle im Höhenflug und Krypto unter Druck
11.01.2026

Die Finanzmärkte haben sich zuletzt deutlich auseinanderentwickelt und Anleger vor neue Bewertungsfragen gestellt. Welche Anlageklassen...

DWN
Finanzen
Finanzen Anlagestrategie: Falsche Prognosen sind besser als keine Prognosen
11.01.2026

Prognosen sind notorisch unzuverlässig – und dennoch unverzichtbar. Ob Wetter, Kapitalmärkte oder Geschichte: Wir wissen, dass...

DWN
Technologie
Technologie Arbeitswelt 50 plus: Wie die KI ältere Arbeitnehmer benachteiligt
11.01.2026

Die KI ist nicht objektiv, sondern lernt aus dem Internet. Dort grassieren Vorurteile - auch gegenüber Arbeitnehmern über 50. Diese...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr in Litauen: Litauens Präsident setzt auf deutsche Brigade ab 2027
11.01.2026

Ab Ende 2027 sollen in Litauen fast 5.000 Bundeswehr-Soldaten die Ostflanke schützen. Für Präsident Nauseda ist das gesetzt, trotz neuer...

DWN
Politik
Politik „America first“: USA steigen aus 66 internationalen Organisationen aus
11.01.2026

Die USA ziehen sich aus 66 internationalen Organisationen zurück. Der Austritt wird damit begründet, dass die Organisationen,...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 02: Die wichtigsten Analysen der Woche
11.01.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 02 des neuen Jahres fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...