Unternehmen

CureVac zieht Reißleine bei Corona-Impfstoff, setzt auf neues mRNA-Vakzin

Die Biotech-Firma CureVac zieht bei ihrem ersten Corona-Impfstoff die Reißleine und entwickelt nun in Kooperation ein mRNA-Vakzin .
12.10.2021 15:58
Lesezeit: 2 min

Die Biotech-Firma CureVac zieht bei ihrem ersten Corona-Impfstoff die Reißleine und will die Entwicklung eines neuen Vakzins auf Basis der mRNA-Technologie vorantreiben. Der Covid-19-Impfstoffkandidat der ersten Generation, CVnCoV, werde aus dem laufenden Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zurückgezogen, erklärte das Tübinger Unternehmen am Dienstag.

"Für das pandemische Produkt sind wir zu spät, das Zeitfenster hat sich geschlossen", begründete CureVac-Chef Franz-Werner Haas den Schritt. CureVac werde sich nun auf einen Impfstoff der zweiten Generation konzentrieren, der zusammen mit dem britischen Konzern GlaxoSmithKline entwickelt werde.

An der Börse reagierten die Anleger mit Verkäufen auf die Ankündigung. Die CureVac-Aktien gaben an der Frankfurter Börse mehr als 14 Prozent nach. Seit Jahresauftakt haben sie rund die Hälfte an Wert verloren. Zu den finanziellen Auswirkungen des Ausstiegs aus dem Impfstoff werde sich das Unternehmen in den kommenden Wochen äußern, sagte Haas. Der Vertrag mit der Europäischen Union werde beendet, ergänzte er.

Die EU hatte sich insgesamt 405 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs gesichert. Zugleich zeigte sich Haas zuversichtlich, dass ein Zuschuss der EU mit einem Volumen von 450 Millionen Euro nicht zurückgezahlt werden müsse. Dieses Geld habe die Entwicklung des Vakzins gewährleisten sollen.

Die EMA erklärte, die Prüfung des Impfstoffs sei gestoppt worden. Zuletzt seien noch Fragen zur Qualität des Mittels offen gewesen. CureVac habe weiterhin aber die Möglichkeit, eine weitere Prüfung des Mittels zu beantragen. Das Tübinger Unternehmen geht auf Basis der jüngsten EMA-Informationen davon aus, dass CVnCoV frühestens im zweiten Quartal 2022 zugelassen würde. Bis dahin sollte das Impfstoffprogramm der zweiten Generation aber bereits eine fortgeschrittene klinische Entwicklungsphase erreicht haben, hieß es. Ziel sei, die Zulassung des verbesserten Covid-19-Impfstoffs im Jahr 2022 zu erreichen.

CVnCoV hatte in der entscheidenden klinischen Studie nur eine Wirksamkeit von insgesamt 48 Prozent gezeigt - weitaus weniger als die inzwischen zugelassenen Mittel von Biontech/Pfizer oder Moderna. Unklar war zuletzt, ob der Impfstoff überhaupt zugelassen wird. Im September hatte Curevac die ersten Produktionspartnerschaften mit WackerChemie und dem Schweizer Auftragshersteller Celonic gekündigt.

Das verbesserte Vakzin der zweiten Generation entwickelt CureVac anders als das ursprüngliche nicht alleine, sondern gemeinsam mit GlaxoSmithKline. In einer präklinischen Studie habe dieses Vakzin eine verbesserte Immunantwort und eine höhere Schutzwirkung gezeigt. In einer Untersuchung an Affen habe der Impfstoff eine stärkere Antikörperneutralisierung aller ausgewählten Virusvarianten erreicht, darunter auch der hochansteckenden Delta-Variante. Die Kooperation hat ein Volumen von 150 Millionen Euro.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Eurozone: Inflation geht auf 2,8 Prozent zurück
17.07.2026

Die Inflation in der Eurozone hat sich im Juni wie erwartet abgeschwächt. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 2,8 Prozent...

DWN
Politik
Politik Vor den US-Midterms: Trump säht Zweifel an Wahlsicherheit und attackiert China
17.07.2026

Ansprache zur besten Sendezeit: Wenige Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen stellt US-Präsident Donald Trump erneut die...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Deutschlands Rüstungsmaschinerie gerät an der Börse ins Stocken
17.07.2026

Die Rheinmetall-Aktie hat seit Jahresbeginn fast 40 Prozent an Wert verloren. Nach Jahren des Booms ist der einstige Börsenstar der...

DWN
Politik
Politik Symbolik und Nuklear-Pläne: Merz und Macron verhandeln über Bündnisfragen
17.07.2026

Ein straffes Programm am heutigen Freitag: Kanzler Merz und Präsident Macron starten am Morgen auf dem Fliegerhorst Nörvenich, bevor der...

DWN
Politik
Politik USA und Iran: Die Unsicherheit bleibt – Russland profitiert vom Konflikt
17.07.2026

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran dürften noch lange nachwirken. Sie haben den Ölpreis erneut in die Höhe getrieben und...

DWN
Technologie
Technologie Hitzewelle leert die Regale: Klimageräte werden knapp
17.07.2026

Die nächste Hitzewelle trifft viele Verbraucher unvorbereitet: Ventilatoren und Klimageräte sind vielerorts ausverkauft, Nachschub lässt...

DWN
Panorama
Panorama Oasis-Index: Was kosten 5 Bier und 2 Schachteln Zigaretten weltweit?
17.07.2026

Die globale Preisordnung gerät ins Wanken: Während Japan überraschend günstig wird, explodieren anderswo Mieten, Nebenkosten und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Sandisk bricht um 12 Prozent ein, während sich der Ausverkauf bei Chip-Aktien verschärft title
16.07.2026

Ein turbulenter Handelstag an der Wall Street sorgt für weitreichende Verschiebungen und überraschende Bewegungen bei Einzelwerten.