Deutschland

Geldvermögen der Deutschen steigt, Zuwächse bei Fonds und Aktien

Auf dem Papier sind die Deutschen so reich wie nie. Denn sie sparen kräftig, und zugleich steigen die Börsenkurse.
14.10.2021 14:02
Aktualisiert: 14.10.2021 14:02
Lesezeit: 1 min
Geldvermögen der Deutschen steigt, Zuwächse bei Fonds und Aktien
Die Deutschen werden immer reicher - zumindest auf dem Papier. (Foto: dpa) Foto: Daniel Reinhardt

Auch nach der schrittweisen Lockerung der Corona-Einschränkungen haben die Menschen in Deutschland ihr Geld zusammengehalten. Zugleich profitierten sie von gestiegenen Börsenkursen - das Geldvermögen kletterte im zweiten Quartal auf ein Rekordhoch. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank stieg das Vermögen der Privathaushalte aus Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen im Vergleich zum ersten Vierteljahr um 159 Milliarden Euro auf 7325 Milliarden Euro. Ökonomen rechnen mit einem weiteren Anstieg im Laufe des Jahres. Wie die gewaltige Summe verteilt ist, geht aus den Bundesbank-Daten nicht hervor.

Zwar kurbelte die schrittweise Lockerung der Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie die Konsumlust der Verbraucher im zweiten Quartal an, die Sparquote sank nach Daten des Statistischen Bundesamtes. Dennoch legten die Menschen weiter Geld auf die hohe Kante. Bargeld und Bankeinlagen etwa auf Giro- und Tagesgeldkonten machten mit gut 2910 Milliarden Euro Ende Juni weiter den größten Posten aus. Im zweiten Quartal kamen rund 52 Milliarden Euro hinzu. Sparer verdienen wegen der Zinsflaute damit zwar nichts, können aber bei Bedarf rasch auf ihr Geld zugreifen.

Zugleich trauen sich die als eher risikoscheu geltenden Sparer in Deutschland zunehmend an den Aktienmarkt. «Liquide oder als risikoarm wahrgenommene Anlageformen erfreuen sich insgesamt noch immer großer Beliebtheit, aber das Kapitalmarktengagement der privaten Haushalte nimmt seit Jahren zu», resummierte die Notenbank am Donnerstag. So kauften die privaten Haushalte im zweiten Quartal den Angaben zufolge Investmentfondsanteile für 24 Milliarden sowie Aktien für 7 Milliarden Euro. Bewertungsgewinne bei Aktien und Investmentfondsanteilen spielten laut Bundesbank eine bedeutsame Rolle beim Zuwachs des Geldvermögens im zweiten Quartal.

Etwas weniger Geld als in den Vorquartalen steckten die Privathaushalte den Angaben zufolge in Versicherungen und andere Altersvorsorgeprodukte. Hier legten die Bestände um rund 20 Milliarden Euro auf etwa 2529 Milliarden Euro zu.

Die DZ Bank rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren Anstieg des Geldvermögens. Zwar dürften die Menschen nach Einschätzung von DZ-Bank-Ökonom Michael Stappel dank zunehmender Lockerung der Corona-Einschränkungen weniger sparen als 2020. Dennoch dürfte das Geldvermögen dank Wertzuwächsen bei Aktien, Fonds und Zertifikaten auf 7,6 Billionen Euro steigen, hieß es in einer im Sommer veröffentlichten Analyse des genossenschaftlichen Spitzeninstituts. Im nächsten Jahr sei mit einem weiteren Zuwachs auf dann knapp 8 Billionen Euro zu rechnen.

Auch im zweiten Quartal nutzten die Menschen in Deutschland die niedrigen Zinsen, um sich Geld zu leihen. Abzüglich der Schulden stieg das Nettogeldvermögen gegenüber dem ersten Vierteljahr um rund 130 Milliarden Euro auf 5336 Milliarden Euro. Immobilien, die seit Jahren teils kräftige Wertsteigerungen verzeichnen, werden von den Daten nicht erfasst.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Verteidigungsfähigkeit: Bericht zu Verteidigungsbereitschaft der EU offenbart Lücken
28.09.2026

Signifikante Lücken bei der Luftverteidigung, bei Drohnen und bei Munitionsbeständen: Vor dem Treffen der europäischen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Milliardeninvestition richtet Hunderte Satelliten auf Putin
28.09.2026

Die finnische Satellitenfirma Iceye spielt bereits eine wichtige Rolle für die Ukraine und ihre Angriffe auf russische Ziele. Nun will das...

DWN
Politik
Politik Erneuerbare Energien: Solarstromproduktion übertrifft Vorjahreswert
28.09.2026

Bereits Ende September hat die Solarstromproduktion in Deutschland den Vorjahreswert übertroffen. Welche Faktoren zu diesem Rekord...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltweite Schulden mit Gold tilgen? Dann müsste es 400.000 Dollar kosten
28.09.2026

Die Goldpreise erreichen 2026 Rekordstände. Doch was wäre, wenn Staaten ihre Schulden theoretisch mit ihren Goldreserven decken wollten?...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-China-Handelskonflikt: Expertin warnt vor 50 verlorenen Jahren
28.09.2026

Chinas Exportmaschine setzt Europas Industrie zunehmend unter Druck, und ausgerechnet Deutschland trifft der neue Wettbewerb besonders...

DWN
Politik
Politik Klima-Transformation: Das steckt hinter dem Umbau der Stahlindustrie
28.09.2026

Weg von Kohle, hin zu Wasserstoff: Die deutsche Stahlindustrie steckt Milliarden in die Produktion von grünen Stahl. Doch die...

DWN
Panorama
Panorama Auswandern nach Andalusien: „In meinem Herzen habe ich zwei Seelen“
28.09.2026

Jens Halbroth und seine Frau Claudia suchten jahrelang nach einem neuen Lebensmittelpunkt. Sie reisten mit Motorrad und Wohnmobil durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz: Was DAC8 für Bitcoin-Anleger bedeutet
28.09.2026

Bisher musste das Finanzamt Kryptogeschäfte oft mühsam nachvollziehen. Mit DAC8 ändert sich das: Seit 2026 sammeln Anbieter neue...