Politik

Der „Heimatlose“: Özil dreht bei Europa League-Spiel komplett durch

Beim jüngsten Europa League-Spiel zwischen Fenerbahçe Istanbul und Royal Antwerp ist der Ausnahmespieler Mesut Özil bei seiner Auswechslung komplett durchgedreht. Er hat große Probleme in der Türkei. Vielleicht ist er das personifizierte Beispiel für den deutschen Begriff der „Heimatlosigkeit“. Und damit teilt er das Schicksal der Deutschen. 
21.10.2021 21:33
Aktualisiert: 21.10.2021 21:33
Lesezeit: 1 min
Der „Heimatlose“: Özil dreht bei Europa League-Spiel komplett durch
Fußball: Europa League, vor dem Gruppenspiel Eintracht Frankfurt gegen Fenerbahce Istanbul im Deutsche Bank Park. Mesut Özil nimmt am Abschlusstraining von Fenerbahce Istanbul im Stadion teil. (Foto: dpa)

Am 21. Oktober 2021 spielte der türkische Club Fenerbahçe Istanbul gegen Royal Antwerp. Das Spiel der Europa League endete 2-2. Als der deutsch-türkische Spieler Mesut Özil in der 65. Minute ausgewechselt wurde, drehte er komplett durch. Er schimpfte nach seiner Auswechslung und trat Wasserflaschen durch die Gegend.

Es ist zwar richtig, dass Özil nach dem WM-Aus im Jahr 2018 in verheerendem Maße diskriminierend attackiert wurde, doch offenbar hat der Spieler ein Problem damit, sich Autoritäten unterzuordnen. Özil ist es hoch anzurechnen, dass er sich weltweit für soziale Projekte einsetzt. Er ist auch statistisch und historisch gesehen einer der besten Mittelfeldspieler Deutschlands. Doch in der Vergangenheit ist er immer wieder mit seinen Trainern aneinandergeraten.

Hinzu kam, dass er sich nach seinem Foto mit dem türkischen Präsidenten in England nicht erklären wollte. Viele deutsche und türkische Fans hätten Verständnis für ihn gezeigt, wenn er sich nach dem Vorbild Ilkay Gündoğans wenigstens ein einziges Mal öffentlich geäußert hätte, anstatt der gesamten Nation einen, man kann es nicht anders sagen, unfairen Vorwurf zu machen.

Am Ende bleibt das Bild eines talentierten, wohlwollenden und kantigen Spielers, der zu den größten Fußballern der Welt hätte zählen können. Dass er sich mittlerweile auch in der Türkei nicht mehr wohl fühlt, ist traurig. Doch es zeigt, wie innerlich zerrissen Özil ist.

Vielleicht ist er das personifizierte Beispiel für den deutschen Begriff der „Heimatlosigkeit“. Und damit teilt er das Schicksal der Deutschen.

Er sollte seinen Frieden mit jenem Land machen, das ihm seine Karriere ermöglicht hat. Es ist schließlich seine Heimat. In jedem Land gibt es schlechte und offensive Menschen. Das sollte Özil endlich bewusst werden. Die Deutschen werden ihn verstehen – ganz sicher.

Er muss nur seinen Mund aufmachen und reden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Panorama
Panorama Wie 3D-Drucker aus deutschen Garagen den Ukraine-Krieg beeinflussen
30.05.2026

Kleine Plastikteile aus Deutschland helfen der Ukraine im Krieg gegen Russland. Hinter der Initiative stehen Freiwillige mit 3D-Druckern,...

DWN
Panorama
Panorama Tanken, WM, Shopping: Das ändert sich im Juni
30.05.2026

Der neue Monat bringt gute Nachrichten für Sportfans und schlechte Aussichten für Autofahrer. Welche Änderungen stehen im Juni an?

DWN
Technologie
Technologie KI in der Produktion entscheidet über Deutschlands Industriekraft
30.05.2026

Eine Fabrik von 1961 wird zum Vorbild für die Industrie von morgen. Bei ams OSRAM zeigt sich, dass künstliche Intelligenz nicht nur neue...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Aktien schließen auf Rekordhoch, angeführt von Tech-Werten, während der Nasdaq im Mai 8 Prozent gewinnt
29.05.2026

Künstliche Intelligenz und überraschende diplomatische Wendepunkte beflügeln die Märkte – erfahren Sie, was die Börsen aktuell...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin: Unbekannter vernichtet Vermögen im Millionenwert
29.05.2026

Ein Unbekannter schickt 107 Bitcoin an eine Adresse, von der es keinen Rückweg gibt. Knapp sieben Millionen Euro sind damit praktisch aus...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Eternal.ag: Kölner Start-up automatisiert die Tomatenernte
29.05.2026

Acht Millionen Euro, ein gescheitertes Vorgängerunternehmen und ein klares Ziel: Renji John will beweisen, dass autonome Roboter den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen "Made in Germany" vorm Aus: Nächste deutsche Traditionsfirma verschwindet für immer
29.05.2026

Schwache Konsumstimmung, nicht mehr finanzierbare Kosten für Energie, Personal und Abgaben treiben den stationären Handel samt...

DWN
Politik
Politik NATO-Truppenabzug: Europas Sicherheit wird zur Kostenfrage
29.05.2026

Amerika will weniger Kampfjets, Drohnen und Kriegsschiffe für Europa bereithalten. Was wie eine technische NATO-Planung klingt, ist ein...