Unternehmen

Logistiker Dachser greift ab 2022 vollständig auf Ökostrom zurück

Viele Industrieunternehmen stehen derzeit unter Druck und überlegen, ihre Strategie beim Stromeinkauf zu ändern. Doch einem deutschen Logistiker macht das gar nichts aus.
28.10.2021 17:48
Aktualisiert: 28.10.2021 17:48
Lesezeit: 1 min

Der Logistikdienstleister Dachser wird ab dem 1. Januar 2022 weltweit ausschließlich regenerativ erzeugten Strom beziehen. Wie das Unternehmen mitteilt, erhöht es mit 387 eigenen Standorten in 42 Ländern seine Grünstromquote von bisher rund 60 auf 100 Prozent. In Deutschland und den Niederlanden hatte das Familienunternehmen schon vorher auf Grünstrom umgestellt.

Zusätzlich wird Dachser die eigene Erzeugung von regenerativen Energien deutlich ausbauen und investiert in einem ersten Schritt in den Neubau und die Erweiterung von Photovoltaikanlagen auf den Dächern seiner europäischen Logistikanlagen und Bürogebäude. Bis 2025 wird die heutige Kapazität mehr als vervierfacht, heißt es in der Erklärung.

Damit zieht der Dienstleister weiter seine Klimastrategie durch, obwohl die deutsche Industrie derzeit massiv unter Druck entsteht. Die Bundesregierung hat gerade ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2021 um 0,9 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent gesenkt. Viele Unternehmen leiden unter Problemen in den Lieferketten und unter gestiegenen Strompreisen. Sie überlegen, ob sie ihre Strategie nicht anpassen sollten. Möglicherweise werden sie ihre Kostenstruktur ändern oder andere Finanzierungsmodelle für Strom wählen.

Dachser hingegen macht wie gehabt weiter: "Wir setzen zwei elementare Bausteine unserer Klimaschutzstrategie um, indem wir weltweit auf den Einkauf von Strom aus Wind, Sonnenenergie und Wasserkraft umstellen und gleichzeitig die eigene Produktion von grünem Strom ausbauen", erläutert Stefan Hohm, Chief Development Officer (CDO) bei Dachser. "Mit den aktuellen Maßnahmen verringern wir unseren CO2-Fußabdruck. Gleichzeitig stärken wir mit unserer Nachfrage die Produktion von Grünstrom und leisten selbst einen Beitrag zum Ausbau der Erzeugungskapazitäten für regenerative Energien in Europa", so der Manager.

Hintergrund: Gerade der grüne Umbau im Transport- und Logistikwesen ist für die Einhaltung der Klimaziele besonders wichtig - und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Denn diese Branche steuert pro Jahr mehr als 16 Prozent zum globalen Ausstoß von Kohlendioxid bei. Damit liegt sie von allen Wirtschaftszweigen an der Spitze. Dass Dachser weiter an seiner Strategie festhält, ist für die anderen Mittelständler auch ein wichtiges Zeichen, damit die deutsche Industrie die Klimaziele der Bundesregierung einhalten kann.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist die Ära der Niedrigzinsen vorbei? Wie Bull DeFi ungenutzte Ersparnisse in aktive Renditen verwandelt – bis zu 3.700 US-Dollar pro Tag.

Wir beleuchten die unterschiedlichen Mechanismen von Bull Market DeFi im Vergleich zu traditionellen Anlagen – und warum es sich lohnt,...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Marsch in die Flaute drückt Deutschlands Industrie 
04.08.2026

In China braut sich womöglich eine länger anhaltende Krise zusammen. Für die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft ist das eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Öl-Aktien: Konzerne kassieren, Deutschlands Wirtschaft zahlt
04.08.2026

Krieg im Nahen Osten, Ölpreise auf Rekordniveau und Milliardengewinne für die Energiekonzerne: Öl-Aktien schlagen 2026 sogar den...

DWN
Politik
Politik Trump-Vertraute Loomer in der Ukraine: „Russland hat mich getäuscht“
04.08.2026

Jahrelang verbreitete Laura Loomer die Erzählungen des Kremls und beschimpfte die Ukraine als Land der „Nazi-Apologeten“. Nun reist...

DWN
Finanzen
Finanzen Palantir-Aktie: Überwachungsfirma hebt Prognose kräftig an
04.08.2026

Die Palantir-Aktie schießt nach starken Quartalszahlen zweistellig nach oben und profitiert vom boomenden KI-Geschäft in den USA. Vor...

DWN
Politik
Politik KI-Steuer, steuerfreie Einkommen, Grundeinkommen? Zeit für einen Systemwechsel
04.08.2026

Wenn Erwerbsarbeit nicht mehr die Existenz sichert: Künstliche Intelligenz frisst Arbeitsplätze, Inflation und Steuern fressen Löhne,...

DWN
Finanzen
Finanzen Nivea bremst: Beiersdorf-Aktie gerät unter Druck
04.08.2026

Die Schwäche von Nivea zwingt Beiersdorf zu einer überraschenden Prognosesenkung und setzt die Beiersdorf-Aktie kräftig unter Druck....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ein Volk in Rente: 22,5 Millionen Rentenempfänger in Deutschland
04.08.2026

Immer mehr Menschen beziehen Rente – und der steuerpflichtige Anteil der Auszahlungen wächst weiter. Neue Zahlen zeigen, wie viele...

DWN
Finanzen
Finanzen Hensoldt-Aktie: Bosch-Fachkräfte an Bord
04.08.2026

Die Hensoldt-Aktie rückt in den Fokus, weil der Rüstungskonzern ein neues Entwicklungszentrum mit rund 300 Stellen plant und dabei auf...