Deutschland

Ifo: Stimmung in deutscher Autoindustrie trübt sich weiter ein

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Autoindustrie hat sich im Oktober erneut verschlechtert. Doch Hersteller und Zulieferer bewerten ihre Lage sehr unterschiedlich.
02.11.2021 09:40
Lesezeit: 1 min

Das Barometer für das Geschäftsklima in der deutschen Autoindustrie fiel im Oktober um 1,3 auf 8,5 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Zum Vergleich: Im Juli waren es noch 28,7 Punkte. "Die Hersteller und ihre Zulieferer bewerten die aktuelle Lage dabei sehr unterschiedlich", sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien, Oliver Falck.

Die Geschäfte der Hersteller gehen bislang noch sehr gut. Der entsprechende Indikator für die aktuelle Lage stieg sogar auf 46,2 Zähler, nach 29,9 im September. "Die Absatzmärkte im Ausland laufen noch immer prächtig", sagte Falck. Der Exportindikator fiel zwar, behauptete sich aber mit 30,5 Punkten auf einem guten Niveau. Die Auftragsbücher der Hersteller sind demnach gut gefüllt, sie erwarten eine steigende Produktion.

"Allerdings klagten alle Hersteller weiterhin über Lieferengpässe", sagte Falck. So fehlen vielerorts Mikrochips. Der Autobauer Opel etwa gab bekannt, wegen fehlender Halbleiter sein Werk in Eisenach mindestens bis zum Jahresende zu schließen. BMW wiederum geht davon aus, dass im Gesamtjahr wegen der Chipkrise 80.000 bis 100.000 Autos nicht gebaut werden können.

Die Lage der Zulieferer bleibt deutlich eingetrübt. Dieses Barometer liegt noch immer unter der Marke von null Punkten - auch wenn es sich geringfügig verbesserte auf minus 9,8 Punkte, nach minus 11,5 im September. Die Zulieferer klagen demnach über Auftragsmangel und eine rückläufige Nachfrage. Aus dem Exportgeschäft erwarten sie kaum Impulse: Dieser Indikator stieg auf 1,8 Punkte, nach minus 1,8 im September.

Die Produktionsaussichten blieben zurückhaltend mit plus 4,3 Punkten, nach minus 1,3 im September. "Aus den Zahlen spricht die Sorge vieler Zulieferer, nicht mit dem Strukturwandel in der Automobilbranche mithalten zu können", sagte Falck.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO: Warum Anleger trotz Claude-Boom vorsichtig sein sollten
05.10.2026

Anthropic wächst in atemberaubendem Tempo und könnte zu den wertvollsten Technologiekonzernen der Welt aufsteigen. Doch hinter dem...

DWN
Finanzen
Finanzen BMW-Aktie: Münchener Autobauer setzt auf KI – jede fünfte Führungsposition soll wegfallen
05.10.2026

Der deutsche Automobilkonzern BMW plant, mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) bis Mitte kommenden Jahres jede fünfte Führungsposition...

DWN
Politik
Politik Merz trotz russischer Warnungen in Kiew: „Vom Ausgang dieses Krieges hängt auch Deutschlands Sicherheit ab“
05.10.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz ist gemeinsam mit einer Delegation deutscher Wirtschaftsvertreter am gestrigen Sonntag in Kiew eingetroffen....

DWN
Panorama
Panorama Tankrabatt verpufft teilweise: Spritpreise ziehen nach Steuersenkung wieder an
05.10.2026

Seit dem 1. Oktober gilt die neue Entlastung bei der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. An der Zapfsäule war der Effekt zunächst...

DWN
Finanzen
Finanzen Stablecoins: Amerikas neue Waffe im Kampf um die Macht des Dollars
05.10.2026

Stablecoins sollen Geld schneller, einfacher und stabiler machen. Doch hinter dem Boom der digitalen Dollar könnte weit mehr stecken als...

DWN
Politik
Politik Analyse: Putin will einen ewigen Krieg und lässt sich weder militärisch noch wirtschaftlich brechen
05.10.2026

Russlands Wirtschaft kollabiert nicht, und Wladimir Putin zeigt nach Einschätzung mehrerer Russland-Experten keinerlei Bereitschaft, den...

DWN
Finanzen
Finanzen E-Auto-Prämie erreicht 100.000 Antragsteller: Wer von der Förderung profitiert
05.10.2026

Hohe Spritpreise machen den Umstieg auf ein Elektroauto für viele Haushalte interessant. Die Bundesregierung unterstützt Kauf und Leasing...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Warum der Kurssprung nach den US-Jobdaten verpufft
05.10.2026

Der schwache US-Arbeitsmarkt schob den Goldpreis am Freitag kräftig an, doch der Kurssprung erwies sich als kurzlebig. Zum Wochenstart...