Deutschland

VW-Betriebsrat warnt Konzernspitze vor Massenentlassungen

Der Transformation Volkswagens hin zum Digitalkonzern könnten zehntausende Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Der Betriebsrat warnt die Konzernspitze vor einer Eskalation.
04.11.2021 14:42
Lesezeit: 1 min
VW-Betriebsrat warnt Konzernspitze vor Massenentlassungen
Ein VW-Mitarbeiter in einem Reinraum, in dem Batteriezellen hergestellt werden. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Im Streit um die Neuausrichtung von Volkswagen hat der Betriebsrat eine weitere Eskalation vermieden. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kritisierte Konzernchef Herbert Diess am Donnerstag auf einer Belegschaftsversammlung im Stammwerk in Wolfsburg zwar wegen dessen Äußerungen über drohenden Personalabbau, sollte die Transformation nicht gelingen. Mit Blick auf Berichte, wonach die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat kein Vertrauen mehr in die Spitze des Konzerns habe, sagte sie laut Redetext aber: "Es geht hier nicht um einzelne Personen." Das Einzige, was die Belegschaft interessiere, seien Lösungen für die anstehenden Herausforderungen.

Cavallo, die den langjährigen Betriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh im April ablöste, machte vor Tausenden Mitarbeitern klar, dass der Betriebsrat weiteren Personalabbau nicht zulassen werde. "Hier ist nicht ein Mensch zu viel an Bord. Nicht eine Stelle können Sie zusätzlich mit uns verhandeln. Wir haben schon unsere Hausaufgaben gemacht." Dabei erinnerte sie an den 2016 mit der Unternehmensleitung vereinbarten Zukunftspakt für den Schwenk in die Elektromobilität, mit dem bereits ein massiver Stellenabbau einhergeht. Die "Roadmap Digitale Transformation" 2019 sei ein weiteres Beispiel für ein gemeinsames Vorgehen, bei dem Wirtschaftlichkeit und Beschäftigungssicherung gleichrangige Ziele blieben.

Volkswagen dürfe nicht nur für Aktionäre und Analysten attraktiv sein, sondern auch für seine Mitarbeiter, betonte die 46-Jährige in ihrer Rede. Statt Panikmache zu den Stellen müssten Perspektiven und konkrete Ideen her. Der Umbau könne nur gemeinsam gelingen. "Wandel gibt es nur mit VW-Kultur."

Den Chipmangel, der VW immer wieder zu Produktionsunterbrechungen zwingt, nannte Cavallo ein "Armutszeugnis für einen Weltkonzern". Andere Autohersteller seien besser durch die Krise gekommen. Das Werk in Wolfsburg werde in diesem Jahr gerade einmal 400.000 Fahrzeuge produzieren, "Pandemie hin oder her, Teilemangeln hin oder her." In Aussicht gestellt worden seien einmal eine Million.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Während der Markt panikartig verkauft, setzt das "kluge Geld" fieberhaft Bitcoin-Druckmaschinen ein?

Der Markt hat kürzlich eine scharfe Korrektur durchlaufen, wobei sich Panik wie eine Seuche ausbreitete, als Verkäufer ihre...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: US-Börsenindizes treten auf der Stelle: Starke Beschäftigungsdaten dämpfen Zinssenkungserwartungen
11.02.2026

Die US-Börsenindizes beendeten den Handelstag am Mittwoch mit minimalen Veränderungen, da ein stärker als erwartet ausgefallener...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stromausfall oder Blackout: Deutsche Firmen sind schlecht auf einen Ernstfall vorbereitet
11.02.2026

Trotz einer verschärften Sicherheitslage ist die deutsche Wirtschaft nur unzureichend gegen hybride Bedrohungen wie Cyberangriffe oder...

DWN
Politik
Politik Europas Verhandlungskurs auf dem Prüfstand: Russlands Finanzlage im Ukrainekrieg unter Druck
11.02.2026

Russlands wirtschaftliche Grenzen im Ukrainekrieg treten immer deutlicher hervor, während Europa über Gespräche mit dem Kreml nachdenkt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiepreise unter Druck: KI-Rechenzentren treiben US-Strompreise in die Höhe
11.02.2026

Der Ausbau von KI-Rechenzentren treibt den Stromverbrauch in den USA nach oben und erhöht regional die Strompreise. Wie stark verändert...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft: Krisen kosten Deutschland fast 1.000 Milliarden Euro
11.02.2026

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Zoll-Streit: Seit 2020 reiht sich eine Krise an die andere. Das kommt die deutsche Wirtschaft teuer zu...

DWN
Panorama
Panorama Allensbach-Studie: Weniger Rückhalt der Deutschen für Energiewende
11.02.2026

Fossile Energieträger wie Kohle und Gas sollen in Deutschland schrittweise durch erneuerbare Energien ersetzt werden - für mehr...

DWN
Politik
Politik Neuwahlen Ukraine: Selenskyj könnte Präsidentenwahl für 15. Mai ansetzen
11.02.2026

Die USA wollen ein schnelles Ende des Ukraine-Kriegs: Einem Bericht der Financial Times zufolge könnte Präsident Selenskyj die Flucht...

DWN
Politik
Politik Epstein Files: Von Adel bis Politik - das „Wer ist wer“ der Epstein-Akten
11.02.2026

Royals, Regierungsmitglieder und Diplomaten: Das Netzwerk des US-Multimillionärs und Sexualstraftäters Jeffrey Epstein umspannte die Welt...