Politik

Rekordzahl von Migranten überquert Ärmelkanal nach Großbritannien – kommt es jetzt zu Sanktionen gegen Macron?

So viele Migranten wie noch nie an einem Tag haben illegal den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien überquert.
15.11.2021 15:00
Lesezeit: 1 min
Rekordzahl von Migranten überquert Ärmelkanal nach Großbritannien – kommt es jetzt zu Sanktionen gegen Macron?
Emmanuel Macron stoppt den Flüchtlingszuzug nicht. (Foto: dpa)

So viele Migranten wie noch nie an einem Tag haben illegal den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien überquert, meldet die dpa. Wie das Innenministerium in London am Freitag mitteilte, setzten am Donnerstag insgesamt 1185 und damit erstmals mehr als 1000 Menschen vom Festland über. Ein Sprecher nannte die Zahl inakzeptabel. Fotos zeigten, wie Menschen, darunter Frauen und kleine Kinder, in voll gepackten Schlauchbooten die britische Küste bei Dover erreichten. Bisher haben Schätzungen zufolge in diesem Jahr bereits etwa 23 000 Migranten auf diesem Weg das Land erreicht - schon jetzt mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2020.

Damit wächst der Druck auf die britische Innenministerin Priti Patel. Die konservative Politikerin hatte mehrmals angekündigt, illegale Migration zu unterbinden. Die BBC zitierte eine Quelle in der Regierung, die Frankreich vorwarf, die Kontrolle über die Situation an seiner Küste zu verlieren. Dort warten zahlreiche Menschen auf eine Möglichkeit, nach Großbritannien zu fahren. London unterstützt die französischen Kontrollen mit umgerechnet rund 63 Millionen Pfund.

Wie die maritime Präfektur in Frankreich mitteilte, wurden am Donnerstag insgesamt 54 Migranten aus Seenot gerettet, die mit kleinen Booten versucht hatten, den Ärmelkanal zu überqueren. Die Geretteten, darunter zwei Kinder, wurden in die Häfen von Calais, Dunkerque und Boulogne-sur-Mer gebracht. Zwei aus ihren Kajaks gerettete Flüchtlinge berichteten der Gendarmerie von drei weiteren vermissten Flüchtlingen. Alle Versuche, die drei auch mit Hilfe eines Hubschraubers im Meer zu finden, scheiterten aber.

Die britische Regierung hat nach dem Brexit ein rigides Einwanderungssystem eingeführt. Innenministerin Patel will es Migranten erschweren, nach der Ankunft Asyl zu beantragen. Die Freizügigkeit zu verhindern, ist ein Brexit-Versprechen der Konservativen von Premierminister Boris Johnson.

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