Finanzen

„Total Financial Reset“: Warum der Goldstandard das Fiat-Geldsystem ersetzen wird

Das aktuelle Fiat-Geldsystem ist durchsät von finanziellen Verzerrungen und Schulden. Dieses System ist eigentlich am Ende. Der Übergang zu einem Goldstandard ist überfällig, meinen Analysten.
01.12.2021 01:00
Lesezeit: 1 min

Übermäßige monetäre Anreize, ein Nebenprodukt eines „undisziplinierten“ Fiat-Geldsystems, werden Probleme für unsere Wirtschaft sowie finanzielle Verzerrungen verursachen, und die langfristige Lösung ist ein monetärer „Reset“, bei dem sich die Volkswirtschaften von diesem System entfernen und die Wiedereinführung eines Goldstandards in Gang bringen, so der Goldanalyst Jan Nieuwenhuijs von „The Gold Observer“.

Mehr zum Thema: Corona-Prognose: Der „IMF Coin“ wird die neue Leitwährung der Welt

„Es gibt viele Finanzblasen, es gibt übermäßige Schuldenstände, die Ungleichheit steigt (…) all diese Nebenwirkungen eines Fiat-Geldstandards sind nicht wirklich das, was wir wollen, und schließlich bekommen wir viel Geld-Instabilität. Ich denke, dass wir dann zu einem Goldstandard zurückkehren müssen“, sagte Nieuwenhuijs gegenüber „Kitco News“.

Der Übergang vom derzeitigen Fiat-Währungssystem zu einem Goldstandard muss zunächst den Schuldenüberhang in unserer Wirtschaft beseitigen, so Nieuwenhuijs.

Der Gold-Analyst wörtlich: „Das Hauptproblem, das wir derzeit in der Wirtschaft haben, ist der massive Schuldenüberhang, vor allem in den Industrienationen. Die Staatsverschuldung, aber auch die Unternehmensverschuldung und die Privatverschuldung sind einfach sehr hoch und liegen auf Rekordniveau.“

Mehr zum Thema: Platzt die Börsen-Blase? DWN rechneten im Dezember 2020 mit einem Crash im zweiten Quartal 2021

Ein Goldstandard kann in verschiedenen Formen auftreten. „Es gibt verschiedene Optionen für einen Goldstandard. Man hat den klassischen Goldstandard, aber man hat auch ein Goldpreisziel, das von den Zentralbanken angestrebt wird. Wenn man ein Goldpreis-Targeting haben würde, würden die Zentralbanken nur den Goldpreis anstreben, und das wäre ihre Geldpolitik“, meint er.

Ein Mechanismus zur Ausrichtung des Goldpreises unterscheidet sich von einer klassischen Form des Goldstandards, die eine direkte Umwandlung von Fiat-Noten in Gold ermöglichen würde.

Derzeit sind Länder auf der ganzen Welt auf dem Weg, ihre Währungen abzuwerten, und Nieuwenhuijs sagt, dies sei ein Versuch, die Inflationsraten zu erhöhen und indirekt den Wert der noch in der Wirtschaft befindlichen Schulden zu senken.

„Eine Abwertung gegenüber anderen Nationen kann manchmal von Vorteil sein, aber was sie tatsächlich in den USA und in Europa, aber auch in Japan wollen, ist die Inflation der Verbraucherpreise und vorzugsweise mit Zinssätzen bei oder unter Null, um die Schuldenlast senken“, sagte er.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Technologieaktien versprechen gigantische Renditen und globale Marktmacht – sind aber „nur für Einsteiger geeignet“
02.11.2026

15.288 Prozent Rendite seit dem Börsengang, steigende Gewinne und 64 Kaufempfehlungen von Analysten: Die Alphabet-Aktie gehört zu den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft GTA 6 legt Amerikas Wirtschaft lahm: Wer vom Milliarden-Geschäft profitiert
02.11.2026

Millionen Fans warten auf GTA 6. Doch der Verkaufsstart könnte für die amerikanische Wirtschaft teuer werden: 1,5 Millionen Beschäftigte...

DWN
Finanzen
Finanzen Micron-Aktie: Eine Warnung aus Korea für meine KI-Investition
02.11.2026

Die Gewinne sind auf Rekordniveau, und für die Chips der kommenden Jahre gibt es größtenteils bereits Käufer. Trotzdem macht mir als...

DWN
Politik
Politik Kampf um die Arktis: Die EU will ein Stück vom Kuchen
02.11.2026

Russland mit Eisbrechern, die USA mit Militär, China mit Handelsschiffen. Und die EU mit einer Strategie, allerdings ohne klare...

DWN
Technologie
Technologie Einem Slowenen gehört die Domain spacex.si: Kann Elon Musk sie ihm einfach wegnehmen?
02.11.2026

Tomaž Gojkošek aus Hajdina besitzt die Domain spacex.si seit 2021, während Musks Unternehmen eine deutlich ältere Marke hält. Wer hat...

DWN
Unternehmen
Unternehmen UniCredit-Chef Orcel wirbt im Übernahmekampf um Commerzbank-Mittelstand
02.11.2026

Im Übernahmeringen um die Commerzbank geht UniCredit in die Offensive: Konzernchef Andrea Orcel verspricht deutschen Firmenkunden mehr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Welthandel zieht an: Chinas Containerboom könnte täuschen
02.11.2026

Der weltweite Containerumschlag steigt im September kräftig. Vor allem chinesische Häfen treiben den Zuwachs. Doch ein Feiertagseffekt...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Kampf um Stabilität – vor Quartalszahlen zählen Lieferungen und Cashflow
02.11.2026

Rheinmetall steht vor wichtigen Quartalszahlen. Nach dem kleinen Rückschlag zum Wochenschluss sollen sie und weitere erfüllte Aufträge...