Politik

Russland beginnt Wintermanöver, Türkei bietet Vermittlung zwischen Kiew und Moskau an

Russland hat am 1. Dezember 2021 damit begonnen, das jährliche Wintermanöver durchzuführen. Die Übung wird auch auf der Krim abgehalten und in einer russischen Region, die an den Donbass angrenze. Währenddessen hat die Türkei Kiew und Moskau angeboten, zwischen beiden Streitparteien zu vermitteln.
01.12.2021 11:22
Aktualisiert: 01.12.2021 11:22
Lesezeit: 1 min
Russland beginnt Wintermanöver, Türkei bietet Vermittlung zwischen Kiew und Moskau an
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin. (Foto: dpa) Foto: Maxim Shipenkov

Russland hat nach eigenen Angaben am Mittwoch sein reguläres Wintermanöver im Süden begonnen, das zum Teil auch an der Grenze zur Ukraine stattfindet. 10.000 Soldaten seien in das weitläufige Manövergebiet geschickt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Übung werde auch auf der Krim abgehalten und in einer russischen Region, die an den Donbass angrenze. Russland hat die ukrainische Halbinsel im Schwarzen Meer im Jahr 2014 annektiert; der Donbass ist das Gebiet im Osten der Ukraine, in dem pro-russische Separatisten seit 2014 gegen ukrainische Soldaten kämpfen. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge soll das Manöver auf mehr als 30 Übungsplätzen in mindestens sechs Regionen stattfinden. Beteiligt seien unter anderem Infanterieeinheiten.

Die Ukraine, die USA und die Nato haben schon vor Wochen ihre Besorgnis geäußert, Russland könnte womöglich sein Nachbarland angreifen. Sie verwiesen auf ungewöhnliche russische Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine. Die Führung in Moskau hat Vermutungen zurückgewiesen, sie hege Angriffspläne, und erklärt, Russland habe das Recht auf Truppenbewegungen auf seinem eigenen Territorium.

Zudem erklärte das russische Außenministerium am Mittwoch, die Ukraine habe 125.000 Soldaten in das Konfliktgebiet Donbass entsandt. Das sei die Hälfte der ukrainischen Armee, sagte Sprecherin Maria Sacharowa in Moskau. Sie äußerte sich auch zu einem Angebot des Nato-Mitglieds Türkei, die als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland fungieren will. Dieses Angebot beziehe sich nicht auf den Konflikt im Donbass, sagte Sacharowa. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sagte, die Türkei sei in Kontakt mit der Ukraine und Russland. Er werde am Donnerstag mit seinen Kollegen aus der Ukraine und Russland beraten. Sanktionen gegen Russland würden nicht helfen, die Krise zu lösen, fügte er hinzu. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte diese Woche erklärt, die Türkei sei zur Vermittlung zwischen den beiden Konfliktparteien bereit.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Ukraine-Hilfe: Deutschland gibt 250 Millionen Euro für Energie-Reparaturen
03.09.2026

Deutschland unterstützt die Ukraine erneut mit einer hohen Millionensumme beim Wiederaufbau beschädigter Energieinfrastruktur. Mit...

DWN
Politik
Politik EU-Haushalt: Diese neuen Steuern liegen auf dem Tisch
03.09.2026

Die EU braucht Geld für den nächsten Siebenjahreshaushalt und für die Rückzahlung der Corona-Schulden. Deshalb liegen nun acht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunktur: Licht am Ende des Tunnels? Ende der vierjährigen Flaute rückt näher
03.09.2026

Nach Jahren der Schwäche kommt überraschend Optimismus für die deutsche Wirtschaft auf. Führende Institute heben ihre Prognosen für...

DWN
Politik
Politik Goethe-Institute vor dem Aus: Moskau verschärft Konflikt mit Berlin
03.09.2026

Nach der Schließung des Russischen Hauses in Berlin droht Moskau mit der Schließung der Goethe-Institute in Russland. Außenminister...

DWN
Politik
Politik KI und Jobs im Umbruch: SPD sucht Antworten auf die Arbeitswelt von morgen
03.09.2026

Die SPD-Bundestagsfraktion will klären, wie Politik auf den schnellen Wandel durch Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt reagieren...

DWN
Panorama
Panorama Strom, Bahn, Flughafen: 10 Fälle von Sabotage in Deutschland
03.09.2026

Anschläge und Anschlagsversuche auf Stromnetze, Bahnstrecken und Flughäfen sind in Deutschland keine Thriller-Fantasien mehr. Auch...

DWN
Finanzen
Finanzen Legende Warren Buffett hielt lange am Geld fest – jetzt sorgt er mit einer großen Investition für Aufsehen
03.09.2026

Warren Buffett hat jahrelang mehr Aktien verkauft als gekauft und bei Berkshire Hathaway einen gigantischen Geldberg aufgebaut. Nun sorgt...

DWN
Technologie
Technologie Deutschland baut 5000 Kampfdrohnen für die Ukraine
03.09.2026

Deutschland startet die Serienproduktion Tausender Kampfdrohnen für die Ukraine. Die Waffen sollen weitreichend sein, elektronischen...