Politik

Indien und Russland schließen bedeutende Rüstungsgeschäfte ab

Indien und Russland bauen ihre militärische Zusammenarbeit aus.
06.12.2021 17:31
Aktualisiert: 06.12.2021 17:31
Lesezeit: 1 min

Bei seiner ersten Auslandsreise seit mehreren Monaten hat Russlands Präsident Wladimir Putin sich in Indien für eine verstärkte militärische Zusammenarbeit beider Länder ausgesprochen. Ausgebaut werden sollen „die Beziehungen sowohl auf internationaler Ebene als auch unmittelbar im militärischen Bereich“, sagte Putin der Agentur Tass zufolge am Montag in Neu Delhi.

Beide Länder vereinbarten unter anderem die Herstellung von mehr als 600 000 russischen AK-203-Sturmgewehren in einer indischen Fabrik als indisch-russisches Joint Venture. Die Vereinbarung sei ein Zusatz einer bis 2031 laufenden Kooperation, teilte ein Sprecher des indischen Verteidigungsministeriums mit. Die Sturmgewehre für die indische Armee kosten laut Medienberichten umgerechnet rund 587 Millionen Euro.

Indiens Premierminister Narendra Modi sagte bei dem Treffen mit Putin: „In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Welt grundlegende Veränderungen und Änderungen von geopolitischen Gleichgewichten erlebt, aber die Freundschaft zwischen Indien und Russland ist eine Konstante geblieben.“

Für Russland ist Indien - das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt - ein wichtiger Rüstungskunde. Indien unterhält seit dem Kalten Krieg enge Beziehung zur ehemaligen Sowjetunion und dann mit Russland. Auch für die Ausrüstung der indischen Armee spielte Russland lange eine wichtige Rolle. Allerdings möchte Indien seine Rüstungseinfuhren streuen, es importiert auch aus den USA.

Putins Besuch fällt in eine Zeit, in der die Lieferung von russischen Raketenabwehrsystemen nach Indien Sanktionen von den USA gegen Indien bedeuten könnten. Indien hatte das russische S-400-System gekauft. Die US-Regierung hatte vergeblich versucht, den Deal zu verhindern. Auch das Nato-Mitglied Türkei hatte das Abwehrsystem vor einige Zeit erworben und dafür Sanktionen aus den USA erlitten.

Indien, das als „Apotheke der Welt“ bekannt ist, produziert auch den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. In Zukunft ist dort auch die Herstellung des Präparats Sputnik Light geplant, wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, der ebenfalls in Neu Delhi war.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Depot vor dem Aus: Alle Verträge werden gekündigt
27.08.2026

Depot stellt den Geschäftsbetrieb ein und kündigt sämtliche Arbeits- und Mietverträge – doch die bekannte Deko-Marke soll...

DWN
Politik
Politik "Putins Krieg ist ein grandioses strategisches Scheitern", sagt der schwedische Ex-Ministerpräsident Carl Bildt
27.08.2026

Russland intensiviert seine Raketenangriffe, und die Ukraine bereitet sich auf einen fünften Kriegswinter vor. Russland scheitert – doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Start Bundesliga: So viel TV-Geld bekommen die Fußball-Bundesligisten
27.08.2026

Bayern erhält mehr als 92 Millionen Euro aus den Medien-Einnahmen, Elversberg rund 31 Millionen: Die Bundesliga-Clubs starten mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Geisterflotten bedrohen die Autoriesen: „Sie können nicht mithalten“
27.08.2026

Die Welt wird mit chinesischen Elektroautos überschwemmt, und immer mehr davon bleiben unverkauft. Riesige Geisterflotten drohen nun,...

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen – und dreht dann ins Plus: Die Gründe für die Achterbahnfahrt
26.08.2026

Nvidia hat die hohen Erwartungen der Wall Street erneut übertroffen. Dennoch geriet die Nvidia-Aktie nachbörslich unter Druck. Steigende...

DWN
Finanzen
Finanzen Salesforce-Aktie steigt: KI treibt Wachstum, Salesforce-Zahlen überzeugen die Investoren
26.08.2026

Künstliche Intelligenz entwickelt sich für Salesforce zunehmend zum Wachstumsmotor. Nach einem starken Quartal hebt der Softwarekonzern...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Konjunkturdaten versetzen Anleger wegen Zinserhöhung bis Jahresende in Alarmbereitschaft
26.08.2026

Zinsängste belasten die Märkte – doch spannende Entwicklungen bei Tech-Giganten und Einzelwerten sorgen für Überraschungen.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Prognose 2027: Bärenmarkt beendet oder ist der Absturz nur vertagt?
26.08.2026

Der Bitcoin-Kurs ist nach monatelanger Schwäche nach oben geschossen und hat eine der wichtigsten technischen Marken durchbrochen. Vieles...