Deutschland

Auftragsbücher der deutschen Industrie sind so voll wie noch nie

In der deutschen Industrie sind die Auftragsbestände auf ein Rekordhoch angestiegen. Die Produktion kann mit der Nachfrage nicht mithalten.
17.12.2021 09:26
Lesezeit: 1 min
Auftragsbücher der deutschen Industrie sind so voll wie noch nie
Die deutsche Industrie verzeichnet einen Stau bei den Aufträgen. (Foto: dpa) Foto: Hendrik Schmidt

In der deutschen Industrie türmen sich angesichts der Produktionsengpässe die Aufträge in Rekordhöhe auf. Der Bestand wuchs im Oktober um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Er sei damit seit Juni 2020 kontinuierlich gewachsen und erreiche nunmehr den höchsten Stand seit Beginn dieser Statistik im Januar 2015.

Die Bestellungen entwickeln sich nun schon seit Monaten stärker als die Umsätze. "Ein wesentlicher Grund für den hohen Auftragsbestand dürften Lieferengpässe bei Vorprodukten sein", fassten die Statistiker die Entwicklung zusammen. So leiden etwa die Autobauer am Halbleiter-Mangel, weshalb sie trotz starker Nachfrage nicht so viele Fahrzeuge bauen können.

Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, liegt der Auftragsbestand mittlerweile um 25,6 Prozent höher. Hier hat sich Ökonomen zufolge enorm viel Nachfrage aufgestaut: Lösen sich die Lieferengpässe im kommenden Jahr nach und nach auf, kann dies die Produktion in der Industrie kräftig ankurbeln, wie es von Expertenseite heißt.

Auch die Reichweite des Auftragsbestands hat sich weiter erhöht und erreichte im Oktober 7,5 Monate - ebenfalls ein neuer Höchststand seit Beginn der Erfassung 2015. Dieser Wert gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Bestellungen theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten.

Die offenen Bestellungen aus dem Inland erhöhten sich von August auf Oktober um 1,0 Prozent, die aus dem Ausland legten um 0,6 Prozent zu. Bei den Herstellern von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen kletterten die noch nicht abgearbeiteten Aufträge um 0,9 Prozent. Bei Vorleistungsgütern nahm der Bestand um 0,4 Prozent zu. Im Bereich der Konsumgüter gab es ein Plus von 1,2 Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leere Lager, stockende Bänder: Die deutsche Industrie im Würgegriff neuer Materialengpässe
20.10.2026

Elektronikkomponenten und chemische Rohstoffe werden zur Mangelware. Die neuesten ifo-Daten zeigen, wie fragil der Standort Deutschland im...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Sozialverband warnt vor staatlich geförderter Kostenfalle
20.10.2026

Maximal ein Prozent Gebühren pro Jahr darf das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 kosten. Dennoch warnt der Sozialverband vor...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Musk verspricht jedem US-Kind eine Aktie seiner Weltraumfirma
20.10.2026

Jedes Kind in den USA soll von Elon Musk eine Aktie seiner Weltraumfirma SpaceX bekommen. Wie genau das passieren soll, ist noch unklar....

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsverschuldung: Wie teuer Deutschlands Schulden jetzt werden
20.10.2026

Deutschlands Staatsschulden wachsen, während die Zinsen an den Anleihemärkten steigen. Der Bund muss immer mehr Geld aufnehmen und...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Finanzen
Finanzen Vier Jahre Kursentwicklung an der Wall Street: Jetzt wird der Aufschwung auf die Probe gestellt
20.10.2026

Der US-Aktienmarkt hat sich in vier Jahren mehr als verdoppelt. Doch hohe Zinsen und Finanzierungssorgen für den KI-Boom haben nun für...

DWN
Finanzen
Finanzen Buffer-ETFs: Warum der Airbag fürs Depot vor allem Rendite kostet
20.10.2026

Buffer-ETFs versprechen Aktienrenditen ohne die schlaflosen Nächte. In den USA ist daraus ein 78-Milliarden-Dollar-Business geworden, in...

DWN
Politik
Politik Verhandlungen ohne Selenskyj: Trump plant Dreier-Treffen mit Putin und Xi
20.10.2026

US-Medienberichten zufolge könnte sich ein Treffen mit Putin und Xi im November am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen...