Politik

Im Namen welcher Agenda? EU-Kommission will deutsche Rüstungsindustrie finanziell „ausbluten“ lassen

Die EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen hat Großes vor. Den deutschen Rüstungs- und Zulieferfirmen soll der Geldhahn abgedreht werden, weil diese nicht „grün“ und „nachhaltig“ genug sind. Banken haben bereits mit einer Kredit-Blockade gegen die deutsche Rüstungswirtschaft begonnen.
04.01.2022 08:10
Aktualisiert: 04.01.2022 08:10
Lesezeit: 2 min

Die deutsche Rüstungs- und Verteidigungswirtschaft befürchtet einem Zeitungsbericht zufolge Finanzierungsprobleme aufgrund neuer Pläne der EU-Kommission. Demnach soll die Industrie künftig als nicht nachhaltige Branche in der EU eingestuft werden, berichtet die Zeitung „Bild“ (Dienstagausgabe). Der Bundesverband Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) sagte auf Anfrage des Blatts, den Rüstungs- und Zulieferfirmen werde dadurch der Geldhahn abgedreht. Banken würden schon jetzt Konten und Geschäftsbeziehungen kündigen. Der Vorstandschef von Rheinmetall, Armin Papperger, sagte der Bild-Zeitung, sein Konzern sei zwar „sehr gut und solide finanziert“ und habe hohe Liquiditätsreserven, „aber wir waren dennoch sehr enttäuscht, dass langjährige Geschäfts- und Kreditbeziehungen mit Banken, darunter zwei Landesbanken, von diesen einseitig beendet wurden.“

Unverständnis über die Europäische Union (EU) herrscht demnach auch bei der deutschen Waffenschmiede Heckler & Koch. „Es sind Pistolen von uns, mit denen unsere Polizisten täglich auf der Straße sind, es waren Sturmgewehre von uns, mit denen die Bundeswehrsoldaten im Sommer in Kabul Menschen vor den Taliban gerettet haben. Und dafür werden wir von Banken und der EU in eine halbseidene Ecke gestellt“, sagte Finanzvorstand Björn Krönert der Zeitung. „Was ist anrüchig und fragwürdig daran, für die Sicherheit unseres Landes sowie anderer Staaten der Nato oder EU zu arbeiten? Sicherheit ist nun einmal die Basis und das Kernelement von Nachhaltigkeit.“

Auf EU-Ebene wird um Leitlinien für grüne sowie nachhaltige Investitionen gerungen, die sogenannte Taxonomie.

Während einige Kritiker darin die Erfüllung der Voraussetzungen für die „Great Reset“-Initiative des Weltwirtschaftsforums sehen (HIER abrufbar), argumentieren andere, dass die Welt lediglich einen positiven Transformationsprozess erlebe. „Von Daten über Infrastruktur bis hin zu Sicherheit und Demokratie, Technologie und fairen Steuern - all dies sind Themen, die mit dem digitalen Wandel auf dem Tisch liegen. Meine Damen und Herren, die Notwendigkeit einer globalen Zusammenarbeit und diese Beschleunigung des Wandels werden beide Treiber des Great Reset sein. Und ich sehe dies als eine beispiellose Gelegenheit. Es ist gut, einen Freund im Weißen Haus zu haben. Wir sollten nicht vergessen, welche Art von Stärke wir entwickeln können. Wir brauchen eine neue Agenda und natürlich müssen wir mit dem dringendsten Thema beginnen, COVID-19“, so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Anlässlich des 14. Deutschen Nachhaltigkeitstags sagte von der Leyen 3. Dezember 2021: „Das Tempo der Verbesserungen muss anziehen, damit Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der ganzen Breite unserer Gesellschaft und Wirtschaft verankert werden (…) Die Tatsache, dass sich vor wenigen Wochen erstmals ein G20-Gipfel intensiv mit dem Klimaschutz auseinandersetzte, zeigt, dass es heute nicht mehr heißt: ,It is the economy, stupid‘, sondern ,it is the environment, stupid!‘ Keine Aktionärsversammlung kommt mehr am Thema Nachhaltigkeit vorbei (…) Der Europäische Grüne Deal setzt dafür den Rahmen. Er hat den Anspruch, wirtschaftliche Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg zu verknüpfen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Datenschutz in Casino-Apps und was deutsche Nutzer wirklich erwarten

Spieler schreiben an ihr Online-Casino und verlangen Auskunft darüber, welche Daten über sie gespeichert wurden. Das Casino antwortet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiepreise als Standortkiller: Droht Europa die Deindustrialisierung?
28.05.2026

Die Energiekrise spitzt sich weiter zu – angetrieben durch den Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus, die einen erheblichen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Reallöhne: Etwas mehr Kaufkraft trotz Krisenangst
28.05.2026

Die Inflation verliert an Schrecken, Millionen Beschäftigte haben wieder mehr Geld im Portemonnaie. Kriege und Krisen könnten den...

DWN
Politik
Politik Drohnenkrieg: "Plötzlich fühlt sich Moskau wie Kiew an!"
28.05.2026

Der Drohnenkrieg erreicht Moskau und trifft Russland an einem politisch heiklen Punkt. Die Ukraine demonstriert, dass selbst die am besten...

DWN
Technologie
Technologie Elektro-Auto-Boom überrascht Deutschland
28.05.2026

Benzinpreise steigen, Förderungen greifen: Immer mehr Deutsche wechseln plötzlich zum E-Auto. Besonders junge Fahrer treiben den...

DWN
Immobilien
Immobilien Neues Heizungsgesetz: Millionen Mietwohnungen in Gefahr
28.05.2026

Das neue Heizungsgesetz sollte Klarheit schaffen – stattdessen wächst die Angst vor steigenden Kosten und weniger Mietwohnungen....

DWN
Technologie
Technologie KI-Phishing wird zur Waffe gegen Verbraucher und Firmen
28.05.2026

Früher verrieten Rechtschreibfehler und krumme Links viele Betrugsversuche. Heute schreibt künstliche Intelligenz perfekte Mails, baut...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uni-Start-ups: Warum Deutschland im Vergleich hinterherhinkt
28.05.2026

Eine neue Untersuchung zeigt: Aus deutschen Hochschulen entstehen im europäischen Vergleich relativ wenig erfolgreiche Start-ups. Woran...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wissenschaftler: KI zerstört den Kapitalismus
28.05.2026

Der KI-Arbeitsmarkt steht vor einer historischen Zäsur. Zukunftsforscher Martin Ford warnt, dass künstliche Intelligenz nicht nur Jobs...