Finanzen

Gut für Sparer, schlecht für Aktionäre: Zinserhöhung durch EZB kündigt sich an

Noch stehen die Zinsen auf null: Doch das dürfte sich bald ändern.
Autor
04.02.2022 10:41
Aktualisiert: 04.02.2022 10:41
Lesezeit: 1 min
Gut für Sparer, schlecht für Aktionäre: Zinserhöhung durch EZB kündigt sich an
Die EZB wartet mit smarten Slogans auf. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Eine deutliche Änderung der Position der Europäischen Zentralbank (EZB) im Hinblick auf die Notwendigkeit, Preisstabilität und damit Inflationsbekämpfung stärker als bislang in den Fokus zu nehmen, hat heute die Märkte negativ belastet. Wenn auch die EZB den Leitzins zunächst noch unverändert bei null Prozent belässt, so wurde in den Kommentaren doch deutlich, dass eine frühere und schnelle Rückführung der Anleihekaufprogramme und damit eine restriktivere Geldpolitik vor dem Hintergrund der erneut auf ein Rekordniveau von 5,1 Prozent gestiegenen Inflation nunmehr das zentrale Szenario ist.

Noch bis vor kurzem hatte die EZB die Inflation als temporär betrachtet und eine solche restriktivere Geldpolitik in weitere Ferne gerückt. Die EZB

folgt damit der US-Notenbank, die ebenfalls bereits seit Wochen die Rückführung der Anleihekaufprogramme beschleunigt und Zinserhöhungen bereits für den März 2022 in Aussicht gestellt hat. Ebenso hat die Bank of England heute ebenfalls ihren Leitzins um 0,25 Prozent auf 0,5 Prozent angehoben.

Der Euro hat sich im Zuge der EZB-Verlautbarung bereits deutlich von seinen jüngsten Tiefständen erholt; ein schwacher Euro hatte bedingt durch steigende Importpreise zusätzlichen Inflationsdruck ausgelöst. Die Aktienmärkte reagieren negativ auf dieses Zinsumfeld und fallen zum Teil deutlich.

Auf mittlere Sicht bleiben wir bei unserer Prognose: Zinsen steigen bis in das Jahr 2023 hinein, Rentenpapiere sind keine attraktive Anlage und Unternehmensanleihen bieten mit den derzeit niedrigen Kreditaufschlagsniveaus keinen ausreichenden Schutz gegen diesen Zinsanstieg. Aktien bleiben vor diesem Hintergrund die relativ attraktivste Anlageform. Es ist aber in den nächsten vier bis acht Wochen mit erhöhter Volatilität und teils schmerzhaften kurzfristigen Kursrückschlägen zu rechnen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Das anstehende Wirtschaftsereignis Fußball-WM 2026 & warum Daten, Prognose sowie Online-Portale einen eigenen Digitalmarkt bilden

Die WM ist in diesem Jahr nicht bloß ein bedeutendes Ereignis auf sportlicher Basis, denn sie wird zum Härtetest für Datenökonomie,...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Achim Stranz

Achim Stranz ist als "Chief Investment Officer" verantwortlich für den Bereich Investitionen und Anlagen bei "AXA Investment Managers Deutschland". 
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ferrari Luce: Warum der Elektro-Ferrari alles verändern könnte
14.05.2026

Ferrari wagt den radikalsten Schritt seiner Geschichte und ersetzt ikonische Motoren durch Strom. Der neue Ferrari Luce soll nicht nur...

DWN
Finanzen
Finanzen eBay-Deal sorgt für Zweifel: Warum Michael Burry seine GameStop-Aktien verkauft hat
14.05.2026

Michael Burry zieht bei der GameStop-Aktie die Reißleine, während Ryan Cohen mit eBay den bislang kühnsten Umbau des Konzerns anstrebt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lebenslauf verliert an Bedeutung: Warum sich der Bewerbungsprozess verändert
14.05.2026

Der Lebenslauf gilt für viele Arbeitgeber weiterhin als zentrales Instrument im Bewerbungsprozess und prägt maßgeblich die Auswahl von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Produktivität durch KI: Nobelpreisträger Philippe Aghion warnt vor Risiken für den Arbeitsmarkt
14.05.2026

Die KI-Revolution verspricht mehr Produktivität, stellt die EU-Arbeitsmärkte aber gleichzeitig vor eine politische Bewährungsprobe. Kann...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Inflationssorgen spalten die Wall Street
13.05.2026

Während eine überraschende Wirtschaftsentwicklung für Nervosität sorgt, richten Anleger ihre Blicke auf neue Chancen – ein Balanceakt...

DWN
Politik
Politik Versorgungssicherheit im Fokus: Kabinett beschließt Bau neuer Gaskraftwerke
13.05.2026

Um die Stabilität des deutschen Stromnetzes langfristig zu garantieren, hat die Bundesregierung den Weg für eine neue Generation von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Sondersteuer für Energiegewinne: Wie die EU-Pläne Europas Energiesektor belasten
13.05.2026

Eine neue Sondersteuer für den Energiesektor könnte die Debatte über hohe Energiepreise in der EU erneut verschärfen. Welche Folgen...

DWN
Politik
Politik Schienenverkehr ohne Grenzen: EU plant Stärkung der Fahrgastrechte bei Fernreisen
13.05.2026

Die Europäische Kommission möchte das Bahnfahren über Ländergrenzen hinweg attraktiver gestalten und den Schutz für Reisende massiv...