Finanzen

Experten: Wer jetzt nicht handelt, wird Opfer des „größten Börsen-Crashs der Geschichte“ – wie 1929

Einige Finanzexperten empfehlen Anlegern, dass sie ihre Anlagestrategien überdenken, bevor es zu spät ist. Denn auf die Welt komme der „größte Crash der Geschichte“ zu. Eine große Korrektur an den Börsen sei unaufhaltbar.
05.02.2022 18:31
Aktualisiert: 05.02.2022 18:31
Lesezeit: 3 min
Experten: Wer jetzt nicht handelt, wird Opfer des „größten Börsen-Crashs der Geschichte“ – wie 1929
24. Oktober 1929: Marktrückgang von 21 Prozent und einer anhaltenden Panik bis zum 29. Oktober. Schatten der Vergangenheit. (Screenshot via Twitter)

Der Fondsmanager Christoph Bruns schreibt in einem aktuellen Beitrag des Magazins „Capital“: „Nun ist es bei etlichen Aktien so gekommen, wie es stets zu kommen pflegt: Einer längeren Phase kolossaler Überbeliebtheit folgt der jähe Absturz. Vernunft und Realitätssinn gewinnen die Oberhand; Euphorie und Naivität gehen von dannen.“

Laut dem Finanzexperten Robert Kiyosaki droht ein riesiger Börsencrash. Trotz des Inflationsniveaus könnten die Kurse von Aktien, Immobilien, Gold und Bitcoin in diesem Monat alle fallen, behauptet er. Es gibt jedoch Dinge, die man tun kann, um Verluste zu mindern und sein Geld sicher zu halten, meint er.

Der „Rich Dad Poor Dad“-Autor sagt, der Aktienmarkt steuere auf den „größten Crash der Weltgeschichte“ zu. Dies geschieht, nachdem der chinesische Immobilienentwickler Evergrande mit Schulden in Höhe von insgesamt 300 Milliarden US-Dollar (220 Milliarden Pfund) in Verzug geraten ist. Er twitterte: „Chinas Evergrande-Gruppe kann nicht zahlen. Wird der Immobiliencrash auf Großbritannien übergreifen? Jawohl.“

Viele Anleger sind nach der entmutigenden Warnung nun ängstlich, zumal einige Experten argumentieren, dass ein Marktcrash überfällig sei. Dem „Business Insider“ zufolge warnen einige Experten davor, dass an den Börsen regelrecht die „Hölle losbrechen“ werde.

Der Finanzexperte Peter Komolafe sagt, dass Klein- und Großanleger ihre Strategien überdenken sollten.

„Diejenigen, die Vermögen für die Zukunft aufbauen und anhäufen, müssen wirklich überdenken, welches Risiko sie eingehen und wie sie an der Börse investiert haben. Zu diesem Zeitpunkt ist es sehr beliebt, dass die Leute einzelne Aktien halten. Sie haben Marken wie ,Trading 212', ,Free Trade' und ,eToro', die es den Menschen ermöglichen, all diese Dinge zu tun. Der Kauf von Aktien eines Unternehmens wie Tesla oder Amazon ist eindeutig sehr attraktiv, da dies einige der großen Unternehmen der Welt sind. Es besteht jedoch ein großes Risiko, wenn Sie Ihr Geld in eine kleine Auswahl von Unternehmen investieren“, so Komolafe. Es sei grundsätzlich falsch, alle „Eier in einen Korb zu legen“, zitiert ihn der „Daily Express“.

Der Finanzexperte wörtlich: „Wenn Sie in 500 Unternehmen investiert haben und 100 von ihnen unter einer Marktkorrektur leiden, haben Sie immer noch 400 Unternehmen, die gut abschneiden könnten. Einige Unternehmen könnten noch gut abschneiden, wenn der Markt zusammenbricht, wie zum Beispiel Tesco, weil jeder essen und Lebensmittel kaufen muss“, meint er.

Durch diese Strategie erfolgt ihm zufolge eine Diversifizierung des Risikos. Historisch gesehen gebe es immer eine Gewinnserie an den Märkten, in der sich die Börsen aktuell befinden. Doch es komme auch immer wieder eine Phase der Korrektur. Eine derartige Korrektur sei „längst überfällig“. Typischerweise passiert dies fast alle zehn Jahre und das letzte Mal gab es einen großen Crash in den Jahren 2007/2008. Deshalb betonen Finanzexperten eine sogenannte „Überfälligkeit“.

Die Webseite der Börse „Nasdaq“ berichtet: „Ein Börsencrash kann eine erschütternde Erfahrung sein, und wenn Sie den Wert Ihres Portfolios beobachten, kann dies zu Verkaufsversuchen führen. Kursschwankungen von Vermögenswerten sind jedoch ein alltägliches und regelmäßiges Ereignis. Menschen kaufen und verkaufen täglich Aktien (…) Daher ist es für langfristige Anleger ratsam, in diesen Zeiten etwas Bargeld vorzuhalten, um Aktien zu niedrigeren Preisen zu kaufen. Wenn es bald zu einem Marktcrash kommt, sind hier drei Unternehmen, die ausgezeichnete Käufe tätigen könnten: Roblox (NYSE: RBLX) , Airbnb (NASDAQ: ABNB) und Meta Platforms (NASDAQ: FB).“

Das Finanzportal „onvista“ wörtlich: „Die Strategie, im Börsencrash Aktien zu kaufen, kann definitiv funktionieren. Entscheidend ist nur, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen und in die richtigen Aktien, die sich langfristig nach oben entwickeln, zu investieren.“

Dieser Vorschlag orientiert sich an der Strategie des US-Investors Warren Buffett. Buffetts strategische Ausrichtung orientiert sich an der Idee, dass man mit einem hohen Bargeldbestand in Zeiten einer großen Krise frei am Markt agieren kann – im Gegensatz zu anderen Investoren. Zahlreiche Finanzanalysten argumentieren, dass die Welt den Jahrhundert-Crash an der Börse noch nicht erlebt hat. In den kommenden Monaten und bis zum Jahr 2023 wird ein derartiger Crash nach Angaben dieser Analysten eintreten (HIER und HIER).

Sobald beispielsweise der S&P 500-Index einkracht, kann sich Buffett günstig mit Aktien eindecken, weil er über das nötige Bargeld verfügt.

Unklar bleibt, ob die „Nasdaq“ durch ihren Vorschlag darauf abzielt, bestimmte Aktien im Verlauf eines Börsen-Crashs zu pushen. In der Börsenwelt sind Manipulationen niemals ausgeschlossen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Die Ökonomie der Aufmerksamkeit: Warum Unternehmen um jede Minute kämpfen

Im Internet ist Geld nicht länger die einzige Währung. Eine ebenso große Rolle spielt die Währung Aufmerksamkeit. Wer im Überfluss an...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Leihmutterschaft: CDU-Politiker fordert Spahns Rücktritt
17.07.2026

Die CDU ist strikt gegen eine Zulassung von Leihmutterschaften. Dass ihr Frontmann im Bundestag nun privat einen anderen Weg gegangen ist,...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Upvest: Der unsichtbare Riese hinter Revolut, N26 und Co.
17.07.2026

Die Schnittstellen-Technologie von Upvest etabliert sich zusehends zum Standard im europäischen Wertpapierhandel. Nach N26 und Revolut...

DWN
Finanzen
Finanzen Mercedes-Aktie: Autobauer investiert eine Milliarde Euro in Ungarn – Strategie gegen chinesische Konkurrenz?
17.07.2026

Mercedes hat eine Milliarde Euro in Ungarn investiert. Nach dem Ausbau soll das Werk in Kecskemét jährlich mehrere hunderttausend Autos...

DWN
Politik
Politik EU-Kritik an Deutschland: Mängel bei Pressefreiheit und Lobby-Transparenz
17.07.2026

Rüge aus Brüssel für die Bundesregierung: Im neuen Rechtsstaatsbericht bescheinigt die EU-Kommission Deutschland anhaltende Defizite....

DWN
Politik
Politik Bahn und Länder im Streit: Netzagentur erzwingt Platz für Fernverkehrs-Konkurrenz
17.07.2026

Ein Machtwort mit Folgen für das deutsche Schienennetz: Die Bundesnetzagentur zieht ihren vorläufigen Beschluss durch und verpflichtet...

DWN
Technologie
Technologie Chinas KI-Vorstoß: Moonshot AI setzt US-Giganten wie OpenAI unter Druck
17.07.2026

China startet seinen Angriff auf die globale KI-Spitze. Mit dem Start-up Moonshot AI bringt das Land ein neues Modell auf den Markt, das es...

DWN
Politik
Politik Kurskorrektur in Brüssel: EU-Kommission plant Lockerung beim Emissionshandel
17.07.2026

Um Europas Unternehmen angesichts hoher Energiepreise und internationaler Konkurrenz zu entlasten, will die EU-Kommission das zentrale...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Volvo-Aktie auf Talfahrt: Einbruch im China-Geschäft - Volvo Cars verfehlt Erwartungen
17.07.2026

Hoher Preiskampf in China und steigende Rohstoffkosten machen dem schwedischen Autobauer Volvo Cars schwer zu schaffen. Nach...