Finanzen

RBI-Aktie verliert 18,5 Prozent - Muss die Bank gerettet werden?

Wegen der Sanktionen gegen Russland ist die Aktie der Wiener Bank RBI am Montag stark unter Druck geraten Erste Stimmen fordern bereits eine staatliche Rettung.
28.02.2022 15:12
Lesezeit: 1 min
RBI-Aktie verliert 18,5 Prozent - Muss die Bank gerettet werden?
Brauch die RBI einen Schutzschirm? (Bild: Pixabay)

Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) ist angesichts des Ukraine-Krieges und der westlichen Sanktionen gegen Russland weiterhin schwer unter Druck. Die Papiere des in Russland und der Ukraine tätigen Geldhauses waren am Montag an der Wiener Börse erneut auf Talfahrt und verloren in der Spitze um bis zu 18,5 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 13,90 Euro. Damit waren sie Schlusslicht im europäischen Banken-Index. Das Wiener Institut, das mehrheitlich im Besitz der österreichischen Raiffeisenlandesbanken ist, zählt zu den am stärksten betroffenen westlichen Banken.

Das Institut selbst versuchte zu beschwichtigen: In der Ukraine biete die RBI weiterhin die wichtigsten Bankleistungen an und auch in Russland sieht sich das Institut gut aufgestellt. "Unsere russische Tochterbank verfügt über eine sehr starke Liquiditätsausstattung und verzeichnet Zuflüsse", teilte Bankchef Johann Strobl in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Die russischen Kunden hätten Vertrauen in die RBI.

Zu den Sanktionen hält sich der Manager bedeckt. "Sie sind hart und in ihren Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die Realwirtschaft weitreichend", erklärte die Bank lediglich. Für die Österreicher ist Russland der wichtigste Einzelmarkt, der zuletzt einen Nettogewinn von 474 Millionen Euro abgeliefert hat. Das gesamte Exposure der RBI in Russland, wo sie seit 1992 tätig ist, beläuft sich auf 22,85 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte die RBI wegen drohender Russland-Sanktionen bereits Vorsorgen in der Höhe von 115 Millionen Euro getroffen.

Angesichts der Bedeutung der beiden Märkte für die RBI brachte der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Gabriel Felbermayr, einen Rettungsschirm für die Bank ins Spiel. "Da haben wir echt ein Thema, da wird man jetzt einen Schutzschirm spannen müssen, damit das nicht zu echten Problemen bei der RBI führt", sagte der Ökonom in einem ORF-Radiointerview. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters nicht zu RBI äußern. Im Finanzministerium war vorerst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Wifo-Chef versuchte zu beschwichtigen: "Ob die RBI einen Rettungsschirm braucht, das muss man sehen. Es ist wichtig, dass wir dieses Risiko im Blick haben", sagte er. "Es wäre unschön, wenn aus einer russischen Finanzkrise auch Probleme für den österreichischen Bankenmarkt erwachsen". Der Ökonom sagte, er sei sich sicher, dass bereits jede Menge Gespräche laufen würden. Staatshilfe sei das letzte Mittel, seiner Einschätzung nach könne man auch mit staatlichen Garantien helfen. "Das Instrumentarium ist groß, da gibt es viele Möglichkeiten."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Tech-Aktien fallen weiter, da die Angst vor kriegsbedingter Inflation zunimmt
19.05.2026

Düstere Wolken über den Märkten: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die Börse heute in Atem halten und worauf Anleger jetzt achten...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr-Beförderungsstopp sorgt für massive Kritik
19.05.2026

Mitten in den Reformplänen der Bundeswehr löst der Bundeswehr-Beförderungsstopp heftige Diskussionen aus. Gerichtsurteile erzwingen...

DWN
Politik
Politik Koalition sucht richtigen Zeitpunkt: Bundestag diskutiert Verzicht auf Diätenerhöhung
19.05.2026

Eigentlich war die nächste Diätenerhöhung bereits fest eingeplant. Doch die wirtschaftliche Lage und harte Sparmaßnahmen verändern die...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie: Anleger blicken auf Stellenabbau beim VW-Entwicklungsdienstleister IAV
19.05.2026

Tausende Arbeitsplätze stehen bei IAV auf dem Spiel, die Stimmung unter den Beschäftigten ist angespannt. Während die IG Metall massive...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Varta-Stellenabbau: Produktion in Nördlingen endet, über 300 Arbeitsplätze fallen weg
19.05.2026

Varta verliert einen entscheidenden Kunden und zieht drastische Konsequenzen. Die Produktion im Werk Nördlingen endet, rund 350...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Schutz für Stahlindustrie: EU verschärft Zollregeln für Stahlimporte
19.05.2026

Europas Stahlhersteller kämpfen seit Jahren gegen günstige Importe aus dem Ausland. Nun zieht die EU die Reißleine und verschärft die...

DWN
Finanzen
Finanzen Cerebras-Aktie: Nvidia-Konkurrent startet mit großem Knall an der Börse
19.05.2026

Vor ein paar Tagen ging in den USA ein Chiphersteller an die Börse, der als einer der heißesten Nvidia-Konkurrenten gilt. Die...

DWN
Politik
Politik Straße von Hormus unter Druck: VAE planen Pipeline als Antwort auf den Iran-Krieg
19.05.2026

Die VAE beschleunigen den Bau einer neuen Ölpipeline, die den Export unabhängiger von der Straße von Hormus machen soll. Für Europa und...