Technologie

Dänemark baut CO2-neutrale Riesen-Frachter

Wie klassische Containerschiffe sehen die neuen Schiffe der dänischen Reederei Maersk nicht aus. Im Gegenteil, sie erinnern sogar an einen ganz anderen Typ Frachtschiff – und sollen tonnenweise CO2 einsparen.
Autor
07.03.2022 10:00
Lesezeit: 1 min
Dänemark baut CO2-neutrale Riesen-Frachter
Maersk hofft, mit den neuen Frachtern die Nachfrage für "grünes" Methan steigern zu können. (Foto: Maersk) Foto: Brodosplit

Acht neue Containerschiffe der dänischen Reederei Maersk sollen laut einer Mitteilung des Unternehmens die „Zukunft der Versorgungsketten mit kohlenstoffneutralen Methanol-Schiffen“ prägen. Besonders heben die Dänen die erhöhte Energieeffizienz der Frachter hervor.

Die Ambition der Reederei sei es, neuartige Schiffe bauen zu lassen, die ihren Kunden einerseits gute Dienste erbringen, andererseits aber auch zur Erreichung ihrer Klimaziele beitragen. Und dass die 350 Meter langen und 53,5 Meter breiten Containerschiffe eher an Tiertransportschiffe als an klassische Containerschiffe erinnern, hat einen guten Grund.

Sowohl Besatzung als auch Kommandobrücke werden nämlich im Bug des neuartigen Schiffstyps untergebracht, um mehr Lagerraum für Container zu schaffen. Auch die Platzierung der Schornsteine auf der Schiffsrückseite dient der Gewinnung von weiterem Lagerraum. Schließlich verfügen die Frachtschiffe über Dual-Fuel-Motoren, welche sowohl mit Methanol als auch mit konventionellem, schwefelarmem Kraftstoff betrieben werden können.

Dementsprechend seien die Schiffe in der Lage, beispielsweise eine ganze Rundfahrt zwischen Asien und Europa mit grünem Methanol zu absolvieren. Bisher steht dem ganzen Vorhaben nur im Weg, dass es derzeit noch nicht ausreichend grünes Methanol auf dem Markt gibt.

Maersk-Managerin Berit Hinnemann zeigt sich im Interview mit der Deutschen Verkehrs-Zeitung jedoch optimistisch: „Die Herstellung von grünem Methanol, das wir für unsere Schiffe in großen Mengen brauchen werden, wird hochfahren und viel größere Mengen zur Verfügung stellen, als dies heute der Fall ist.“ Maersk plane „einen echten Markt für grünes Methanol zu wettbewerbsfähigen Preisen zu schaffen“, damit ein „vollkommen neuer Energiesektor entstehen“ könne.

Die Schifffahrt gilt als großer Klima-Verschmutzer. Offizielles Ziel ist es, dass bis 2050 Schiffe keinerlei CO2 mehr ausstoßen.

Maersk mit Sitz in Kopenhagen ist die größte Reederei der Welt. 2021 erzielte das 1904 gegründete Unternehmen einen Umsatz von knapp 62 Milliarden Euro.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Adobe-Alternative kostenlos: Ein verärgerter Kunde fordert den Milliardenkonzern heraus
25.10.2026

Ein Kunde will sein Adobe-Abo kündigen und soll dafür auch noch bezahlen. Seine Rache könnte den Software-Riesen teuer zu stehen kommen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI im Unternehmen: Warum ChatGPT allein noch keine Prozesse automatisiert
25.10.2026

ChatGPT schreibt Texte, fasst Informationen zusammen und spart Mitarbeitern Zeit. Doch wer KI wirklich zur Prozessautomatisierung nutzen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Robin Zeng: Der Chinese, von dem Deutschlands Autobauer abhängen
25.10.2026

Er baut keine Autos, doch ohne ihn hätten BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz ein gewaltiges Problem. Der chinesische Milliardär Robin Zeng...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pflege statt Arbeit: Immer mehr pflegende Erwerbstätige gehen Arbeitsmarkt verloren
25.10.2026

Die wachsende Zahl pflegender Angehöriger könnte den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren laut einer Prognose spürbar belasten: Bis 2045...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umsatzwarnungen: Lindt & Sprüngli entlässt Konzernchef Lechner
25.10.2026

Der Schokohasen-Hersteller leidet unter teuren Kakaopreisen und dem heißen Sommer. Nun soll ein alter Bekannter vorm Weihnachtsgeschäft...

DWN
Politik
Politik Frankreich führt Aufschläge für Medikamente ein. Was bedeutet das für die Preise in Deutschland und für Generika?
25.10.2026

In Frankreich wurde eine neue Vereinbarung mit der Pharmaindustrie über Arzneimittelpreise erzielt, die dazu führen könnte, dass einige...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Rüstungsfirma Covenant: Protest gegen Marschflugkörper-Produktion ab 2027 in Leipzig
24.10.2026

Die US-Rüstungsfirma Covenant will in Leipzig Marschflugkörper herstellen. Der Standort soll weltweit die größte Basis für Europas...

DWN
Politik
Politik China macht seine Grenzen dicht: Ein neuer Eiserner Vorhang
24.10.2026

China macht seine Grenzen dicht, und längst trifft es nicht mehr nur politisch unbequeme Bürger. Lehrer, Ärzte und KI-Ingenieure dürfen...