Politik

Wegen russischer Invasion – Söder: Bundeswehr muss bis März 2023 voll einsatzfähig sein

CSU-Chef Markus Söder fordert die vollständige Einsatzbereitschaft der Bundeswehr binnen eines Jahres.
13.03.2022 16:59
Aktualisiert: 13.03.2022 16:59
Lesezeit: 1 min

CSU-Chef Markus Söder fordert die vollständige Einsatzbereitschaft der Bundeswehr binnen eines Jahres. „Wir brauchen Tempo: Die Ampel muss ein Sofortprogramm vorlegen, mit dem die Bundeswehr in einem Jahr voll einsatzfähig ist“, sagte er der „Bild am Sonntag“ mit Blick auf die rot-grün-gelbe Bundesregierung.

„Bis März 2023 müssen alle Waffengattungen komplett funktionsfähig sein: Das umfasst ausreichende Munition, alle Ersatzteile und Nachschub sowie die persönliche Ausrüstung der Soldaten“, sagte Söder, der auch bayerischer Ministerpräsident ist. Außerdem brauche es neue Waffensysteme der Luftverteidigung, bewaffnete Drohnen, moderne Hubschrauber und neue Kampfjets. „Da muss die Bundesverteidigungsministerin sofort handeln.“

Als Konsequenz aus der Ukraine-Krise hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ein gigantisches Aufrüstungsprogramm für die Bundeswehr angekündigt. So sollen etwa 100 Milliarden Euro über ein Sondervermögen für Investitionen in die Ausrüstung der Truppe bereitgestellt werden.

Heeresinspekteur Alfons Mais hatte Ende Februar Alarm geschlagen, was die Ausrüstung der Bundeswehr angeht. In seinem 41. Dienstjahr im Frieden habe er nicht geglaubt, noch einen Krieg erleben zu müssen. „Und die Bundeswehr, das Heer, das ich führen darf, steht mehr oder weniger blank da“, sagte er damals.

Wegen der großen Zahl an Geflüchteten aus der Ukraine forderte Söder mehr Unterstützung und ein klares Konzept der Bundesregierung. „Das Bundesinnenministerium selbst wirkt überfordert und schaut nur zu, wie Länder und Kommunen vor Ort alles organisieren“, sagte er. „Das führt zu einer Überlastung in einigen Städten und Ländern und damit zu einer unfairen Aufgabenverteilung.“ Söder forderte ein abgestimmtes Vorgehen. „Wir brauchen einen Koordinierungsrat von Bund und Ländern und eine Ministerpräsidentenkonferenz wie bei Corona, sowie einen Verteilschlüssel für die Bundesländer. Der Bund muss die finanziellen Kosten der Kommunen und der Länder übernehmen.“

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte am Freitag nach einer Besprechung mit den Innenministern der Länder und Vertretern der kommunalen Spitzenverbände mitgeteilt, dass nun verstärkt nach einem bestimmten Schlüssel diejenigen Geflüchteten auf die Länder verteilt werden, die nicht privat in Familien oder bei Bekannten untergebracht und versorgt werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Technologie
Technologie Urteil in München: Google haftet für fehlerhafte KI-Ergebnisse
12.06.2026

Das Landgericht München I hat ein wegweisendes Urteil für das digitale Zeitalter gefällt: Der Suchmaschinenkonzern Google kann für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bundesbank-Prognose: Energiekrise drückt deutsches Wirtschaftswachstum
12.06.2026

Der Konflikt im Nahen Osten belastet die deutsche Konjunktur spürbar. Die Bundesbank hat ihre Wachstumserwartungen nach unten korrigiert...

DWN
Politik
Politik Reform der Migrationspolitik: Neue EU-Asylregeln starten mit Skepsis
12.06.2026

In der Europäischen Union gelten ab sofort grundlegend reformierte Regeln für das Asylsystem. Die neuen Richtlinien sollen die Erfassung...

DWN
Technologie
Technologie Dokumentenanalyse mit KI: Was Unternehmen jetzt beachten sollten
12.06.2026

KI revolutioniert die Dokumentenanalyse und stellt Unternehmen, Verwaltungen und Beschäftigte vor eine neue Arbeitsteilung. Welche Rolle...

DWN
Politik
Politik Spargesetz im Gesundheitswesen: Koalition will Milliardenloch stopfen
12.06.2026

Die schwarz-rote Koalition startet den Kampf gegen die explodierenden Kosten im Gesundheitssystem. Mit einem milliardenschweren Spargesetz...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unser neues Magazin ist da: Mittelstand am Limit – Deutschlands Unternehmer schlagen Alarm
12.06.2026

Der deutsche Mittelstand war lange Garant für Stabilität und Wohlstand. Mittlerweile kämpfen viele kleine und mittlere Betriebe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftskrise: Zahl der Firmen- und Verbraucherpleiten steigt deutlich
12.06.2026

Die Welle der Insolvenzen in Deutschland hält unvermindert an. Im ersten Quartal des Jahres verzeichneten die Amtsgerichte einen...

DWN
Technologie
Technologie KI ersetzt Chef? Nicht nur Mitarbeiter sind ersetzbar
12.06.2026

Gute Algorithmen können auch teure Führungskräfte ersetzen. Wie viel Beschäftigte in Deutschland denken: Was der Chef kann, kann eine...