Deutschland

Sachsen-Anhalt gewinnt: Intel investiert 17 Milliarden Euro in Magdeburg

Der US-amerikanische Chiphersteller Intel wird in Magdeburg 17 Milliarden Euro investieren. Das Geld fließt in den Bau einer Fabrik, die Halbleiter herstellen soll.
15.03.2022 14:27
Aktualisiert: 15.03.2022 14:27
Lesezeit: 1 min

Magdeburg erhält den Zuschlag für die neue Chipfabrik von IntelINTC.O in Europa. Das kündigte der US-Konzern am Dienstag an. Insgesamt würden 17 Milliarden Euro in Deutschland investiert. Damit sticht die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt Konkurrenten wie Dresden aus und steht im Mittelpunkt der milliardenschweren Investitionen von Intel in Europa, meldet der englischsprachige Dienst der Nachrichtenagentur „Reuters“.

Damit setzt sich Magdeburg gegen Penzing in Bayern und Dresden durch, wo bereits GlobalfoundriesGFS.O, InfineonIFXGn.DE und BoschROBG.UL Werke betreiben. Intel in Deutschland wie auch den USA wollte zu den Informationen genausowenig Stellung nehmen wie das Landeswirtschaftsministerium in Magdeburg.

Der Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt winkt durch den Zuschlag ein großer Batzen der insgesamt bis zu 80 Milliarden Euro, die Intel in Europa investieren will. Neben Deutschland dürften in Europa noch Frankreich und Italien mit neuen Intel-Standorten bedacht werden - konkret geht es um ein Designzentrum und eine Montagefabrik. In einem Reuters-Interview sprach Firmenchef Pat Gelsinger jüngst von den Vorteilen, in Europa alles zu machen – „von Sand über Silicon bis zu Systemen“. Bisher hat Intel in Europa nur eine größere Fabrik im irischen Leixlip, die derzeit ebenfalls ausgebaut wird.

Der US-Konzern befindet sich mitten in der aktuellen Chipkrise auf einem nie dagewesenen Expansionskurs. So zieht das Unternehmen ein Mega-Fabrikareal in Ohio hoch, was zunächst 20 Milliarden Dollar kostet, und kauft den israelischen Chiphersteller Tower SemiconductorTSEM.TA für 5,4 Milliarden Dollar. Ursprünglich wollte Intel die Standortentscheidungen bereits 2021 bekanntgeben, wartete dann aber auf den Startschuss für den „European Chips Act“ Anfang Februar, der den Weg für milliardenschwere Subventionen aus öffentlicher und privater Hand freimachte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Europäischer Medtech ist günstig, Goldrückgang ist vorübergehend
27.09.2026

Die Wall Street glänzt nahe seinen Rekordhöhen, doch unter der Oberfläche brodelt es. Während Künstliche Intelligenz die...

DWN
Politik
Politik Kanada und EU: Von der Leyens Plan könnte den Binnenmarkt verändern
27.09.2026

Kanada soll enger an die Europäische Union rücken als je zuvor. Ursula von der Leyen bringt dafür sogar eine "assoziierte...

DWN
Politik
Politik Gelockerter Kündigungsschutz für Hochverdiener: Was Arbeitgeber für 2027 wissen sollten
27.09.2026

Die Bundesregierung plant eine Reform des Kündigungsschutzes, in der Hochverdiener leichter kündbar werden sollen. Arbeitgeber können...

DWN
Panorama
Panorama Auswandern nach Andalusien: „In meinem Herzen habe ich zwei Seelen“
27.09.2026

Jens Halbroth und seine Frau Claudia suchten jahrelang nach einem neuen Lebensmittelpunkt. Sie reisten mit Motorrad und Wohnmobil durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltweite Schulden mit Gold tilgen? Dann müsste es 400.000 Dollar kosten
27.09.2026

Die Goldpreise erreichen 2026 Rekordstände. Doch was wäre, wenn Staaten ihre Schulden theoretisch mit ihren Goldreserven decken wollten?...

DWN
Technologie
Technologie KI und Burnout: Warum ausgerechnet Entlastung krank machen kann
27.09.2026

KI soll Beschäftigte entlasten, Routinearbeit übernehmen und Unternehmen produktiver machen. Doch ausgerechnet die neue Effizienz schafft...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitsmarkttrend „Boomerang Hiring“ – erst gekündigt, dann zurückgeholt
27.09.2026

Die Wiedereinstellung ehemaliger Arbeitnehmer wird auch in Deutschland zum wachsenden Trend auf dem Arbeitsmarkt: Wie Arbeitgeber mit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Horacio Pagani im Porträt: Seine Autos sind verkauft, bevor die Öffentlichkeit sie sieht
27.09.2026

Horacio Pagani baut keine Autos für den Massenmarkt. Im vergangenen Jahr sollen es gerade einmal rund 50 gewesen sein, das günstigste...