Politik

Brennpunkt Ukraine: Schwere Kämpfe zwischen Tschetschenen in Irpin

In der ukrainischen Stadt Irpin toben schwere Gefechte zwischen pro-russischen und pro-ukrainischen Kämpfern aus Tschetschenien. Wenn die russische Armee die Stadt Irpin einnehmen sollte, würde sie einen taktischen Vorteil für die Erstürmung Kiews erlangen.
23.03.2022 11:34
Aktualisiert: 23.03.2022 11:34
Lesezeit: 1 min
Brennpunkt Ukraine: Schwere Kämpfe zwischen Tschetschenen in Irpin
Die Städte Irpin und Kiew. (Screenshot/Ukraine Live Map)

In der ukrainischen Stadt Irpin toben aktuell schwere Kämpfe zwischen dem pro-russischen nordkaukasischen Bataillon, bekannt als „Kadyrovtsy“, und dem pro-ukrainischen „Sheikh Mansur-Bataillon“. Die „Kadyrovtsy“ sind ein Teil der russischen Nationalgarde, wurden Moskau vom tschetschenischen Präsidenten Ramzan Kadyrov zur Verfügung gestellt und unterstehen direkt dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Das „Sheikh Mansur-Bataillon“ ist eines der drei gebildeten mehrheitlich muslimischen Bataillone, die für die Ukraine kämpfen. Der Kommandant dieses Bataillons ist Muslim Cheberloevsky. „OC Media“ führt über die Motivation der Kämpfer dieses Bataillons aus: „Das sind Männer, die ihre Lieben und Verwandten im Krieg mit Russland verloren haben und in die Ukraine gekommen sind, um sie zu beschützen. Für viele war dies eine ,Schuldenrückzahlung an die Ukraine‘, deren Bürger sich 1994 freiwillig bereit erklärten, für die Unabhängigkeit und Freiheit der Republik Tschetschenien zu kämpfen und zu sterben. Sie haben ihr Leben riskiert und für die Ukraine gekämpft, ohne Auszeichnungen, offizielle Dokumente oder Geld dafür zu erwarten.“

Das „Sheikh Mansur-Bataillon“ pflegt gute und enge Beziehungen zur ultra-nationalistischen „Bataillon Azov“. Muslim teilte vor wenigen Jahren gegenüber „Vice News“ mit: „Wir haben eine sehr gute Beziehung zu den Freiwilligenbataillonen, einschließlich Azov. Wir kämpfen gemeinsam an der Front, teilen viele Freundschaften und streiten nie über Ethnizität oder Religion.“

Die Stadt Irpin befindet sich nur 20 Kilometer von Kiew. Wenn die Stadt von den russischen und pro-russischen Truppen erobert werden sollte, würden die Russen einen taktischen Vorteil für die Einnahme Kiews erlangen. In einem Video, das auf YouTube veröffentlicht wurde, werden die Kämpfe zwischen den pro-russischen und pro-ukrainischen Tschetschenen dargestellt.

Die russischen Streitkräfte sind dem „Institute for the Study of War“ („ISW“) zufolge derzeit an vier Hauptanstrengungen beteiligt:

  • Hauptanstrengung – Kiew (bestehend aus drei untergeordneten Unterstützungsanstrengungen);
  • Unterstützungsleistung 1 – Charkiw;
    • Unterstützende Bemühungen 1a – Oblast Luhansk;
  • Unterstützende Maßnahme 2 – Mariupol und Oblast Donezk; und
  • Unterstützungsbemühung 3 – Cherson und rückt nach Norden und Westen vor.

Hauptanstrengung – Kiewer Achse: Die russischen Operationen auf der Kiewer Achse zielen darauf ab, die Stadt von Nordwesten, Westen und Osten her einzukreisen.

Das „ISW“ führt aus:

  • Russische Truppen werden wahrscheinlich Mariupol erobern oder die Stadt in den kommenden Wochen zur Kapitulation zwingen.
  • Russland wird seine Luft-, Raketen- und Artilleriebombardierungen auf ukrainische Städte ausweiten.
  • Die russischen Streitkräfte werden wahrscheinlich ihre Bemühungen fortsetzen, Kryvyi Rih zu erreichen und Saporischschja zu isolieren.
  • Die russischen Streitkräfte um Kiew werden ihre Bemühungen fortsetzen, um in eine effektive Artilleriereichweite des Zentrums der Stadt vorzudringen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie iFLYTEK AINOTE Air 2 bringt KI-gestützte Notizen in ein noch kompakteres E-Ink-Tablet

Für viele Menschen sind die besten Produktivitätstools diejenigen, die nicht versuchen, den gesamten Arbeitstag zu übernehmen. Sie...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik AfD-Parteitag in Erfurt: Massiver Protest gegen die AfD - Spitzenduo bestätigt
05.07.2026

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter. Vom Protest vor der Halle sahen...

DWN
Finanzen
Finanzen Manchester United, BVB und Juventus: Wenn Fußballklubs an die Börse gehen
05.07.2026

Fußball und Kapitalmarkt wirken auf den ersten Blick wie getrennte Welten. Doch mehrere europäische Klubs sind börsennotiert, darunter...

DWN
Finanzen
Finanzen Interview: Ich lebe in Japan und investiere
05.07.2026

Dita Vārna Yoshimura lebte lange von Gehalt zu Gehalt, dann entdeckte sie durch ihren Mann die Börse. Heute investiert die Lettin aus...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Brauchen wir das wirklich? Oder gibt es bessere Alternativen?
05.07.2026

Die Reform der staatlich geförderten privaten Altersfürsorge ist beschlossen – das Altersvorsorgedepot kommt ab 2027. Dann wird das...

DWN
Technologie
Technologie Cybersicherheit braucht weniger Angst und mehr Wissen
05.07.2026

Es ist an der Zeit, dass wir aufhören, Cybersicherheit als Weltuntergang zu verkaufen. Wir sollten sie stattdessen als Teil der...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererhöhung: Steuer auf Spirituosen soll Anfang 2027 steigen
05.07.2026

Hochprozentige alkoholische Getränke sollen zum 1. Januar 2027 höher besteuert werden. Welche Mehreinnahmen im Zuge der Steuererhöhung...

DWN
Immobilien
Immobilien Deutscher Mietmarkt: Warum sich das Vermieten für Private nicht mehr lohnt
05.07.2026

Die Wohnungskrise in Deutschland verschärft sich. Doch während in Talkshows meist über rücksichtslose Immobilienkonzerne debattiert...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niob: Brasiliens Monopol über den nächsten Batterie-Rohstoff
05.07.2026

Der historische SpaceX-Börsengang hat auch den Rohstoff Niob ins Rampenlicht der Märkte gerückt. In Brasilien lagern knapp 90 Prozent...