Politik

Polen: Afrikanische Flüchtlinge aus Ukraine verschwinden in Gefängnissen, weiße Ukrainer sind willkommen

Nach „SPIEGEL-Recherchen“ werden afrikanische Studenten aus der Ukraine, die nach Polen fliehen, verhaftet. Sie verschwinden in Haftzentren, ohne dass jemand über ihr Schicksal Bescheid weiß. Doch weiße ukrainische Flüchtlinge werden mit offenen Armen empfangen.
24.03.2022 13:50
Aktualisiert: 24.03.2022 13:50
Lesezeit: 1 min
Polen: Afrikanische Flüchtlinge aus Ukraine verschwinden in Gefängnissen, weiße Ukrainer sind willkommen
Fähnchen der EU und Polens. (Foto: dpa) Foto: Omar Marques / Sopa Images

„Tausende afrikanische Studenten fliehen aus der Ukraine nach Polen. Anders als Ukrainerinnen und Ukrainer werden sie nicht mit offenen Armen empfangen. SPIEGEL-Recherchen zeigen, dass einige in Haftzentren verschwinden“, so der „SPIEGEL“.

In sozialen Medien machten zuvor Videos mit Szenen an der polnisch-ukrainischen Grenze die Runde, die nicht nur in Afrika für Empörung sorgten. Einige afrikanische Flüchtlinge hatten den Vorwurf erhoben, auf ukrainischer Seite tagelang in bitterer Kälte und ohne Versorgung von Grenzbeamten rüde am Passieren der Grenze gehindert worden zu sein, während weiße Flüchtlinge sie passieren konnten.

Von ähnliche Szenen berichtete Hanna Gobeze, eine Äthiopierin, die in Kiew studierte und sich mittlerweile in Polen befindet. Als sie an der polnischen Grenze ankam, sei sie ganz klar Zeugin von Rassismus geworden, sagte Gobeze. Die Ukrainer seien von den polnischen Grenzbeamten bevorzugt worden, sagte die Studentin. Mittlerweile soll sich die äthiopische Botschaft in Berlin um ihre Staatsbürger in der Ukraine kümmern, so die dpa.

Die Afrikanische Union zeigte sich angesichts der Berichte über Rassismus „verstört“. Versuche, Afrikaner daran zu hindern, während eines Konfliktes internationale Grenzen zu überqueren, seien rassistisch und ein Bruch internationalen Rechts, hieß es in einer Mitteilung.

Angesichts günstiger Kosten und guter Ausbildung studieren Tausende junge Afrikaner in der Ukraine. Dabei handelt es meist um Studentinnen und Studenten aus Nigeria, Ghana, Kenia, Südafrika, Äthiopien, Somalia und anderen Staaten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handwerk wird teurer: Steigende Kosten treffen bald auch die Kunden
05.11.2026

Energie, Baustoffe, Löhne – die Kostenbelastung im Handwerk wächst und treibt die Preise nach oben. Warum der Aufschwung in der...

DWN
Politik
Politik Schweden bestätigt Taurus-Lieferung: Marschflugkörper erreicht mehr als 500 Kilometer
05.11.2026

Schweden hat erstmals bestätigt, bereits Taurus-Marschflugkörper erhalten zu haben. Die Waffe kann Ziele in mehr als 500 Kilometern...

DWN
Panorama
Panorama Schuljahr 2025/2026: Weniger Erstklässler in Deutschland
05.11.2026

Rund 811.200 Kinder wurden im vergangenen Jahr eingeschult – etwa zwei Prozent weniger als Jahr zuvor. Was die Statistik außerdem über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Luxusyachten im Stau: Liegeplätze werden zum Milliardenmarkt
05.11.2026

Luxus auf hoher See, Parkplatznot im Hafen: Immer mehr Millionäre kaufen sich eine Yacht, doch die Zahl der Liegeplätze wächst kaum. Im...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: „Blaue Welle“ lässt Aktienmärkte steigen – Ölpreise auf Talfahrt
04.11.2026

Erfahren Sie, wie die neuesten politischen Entwicklungen in den USA die Finanzmärkte bewegen und welche Branchen jetzt im Fokus stehen.

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031 geplant: Stromverbraucher sollen neue Gaskraftwerke finanzieren
04.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Technologie
Technologie Digitale Souveränität: Wie Trump Europas Cloud-Abhängigkeit offenlegt
04.11.2026

Europäische Unternehmen speichern ihre Daten in heimischen Rechenzentren und verlassen sich auf deren Sicherheit. Doch der...

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
04.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...