Wirtschaft

Autobauer fahren trotz Chipkrise mehr Gewinne ein

Versorgungsengpässe bei Halbleitern machen vielen Autoherstellern zu schaffen. Dennoch sehen die Jahresbilanzen oft blendend aus. Kein Zufall, meinen Experten.
25.03.2022 10:59
Lesezeit: 1 min

Mercedes-Benz, Toyota, Volkswagen und andere internationale Autohersteller haben ungeachtet der Chipkrise im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient. Der operative Gewinn der weltweit 16 größten Autokonzerne kletterte im Jahresvergleich um 168 Prozent auf insgesamt rund 134 Milliarden Euro, wie die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY ermittelte.

«Die Top-Autokonzerne haben die Halbleiterkrise im vergangenen Jahr insgesamt bemerkenswert gut gemanagt - der Absatz war zwar bei vielen Unternehmen rückläufig, die Gewinnsituation hat sich hingegen teils hervorragend entwickelt», wie der EY-Experte für den Mobilitätsbereich in Westeuropa, Constantin Gall, resümierte.

Der Versorgungsengpass bei Halbleitern und anderen elektronischen Bauteilen hat branchenweit Produktionseinschränkungen ausgelöst. Eine rasche Besserung ist nicht in Sicht. Gall sagte, die Strategie, die knappen Chips vor allem in vergleichsweise teure Autos einzubauen und gleichzeitig Rabatte einzuschränken, habe sich für die Hersteller ausgezahlt.

«Die Margen lagen 2021 auf Rekordniveau», sagte der Experte mit Blick auf das Verhältnis von Gewinn zu Umsatz. Bei der Gewinnmarge schneidet laut EY der US-Elektroautobauer Tesla im Vergleich der Branchenriesen am besten ab. Er erzielte demnach einen Wert von 12,1 Prozent und lag damit knapp vor BMW und Mercedes-Benz, die jeweils 12 Prozent erreichten.

Die Chipkrise habe insbesondere die deutschen Hersteller getroffen, deren Absatz um 4 Prozent gesunken sei. Konkurrenten aus Japan legten hingegen um 5 Prozent zu, aus Südkorea sogar um 7 Prozent. Die Branche kämpfe auch in diesem Jahr mit Problemen, sagte EY-Partner Peter Fuß. «Zum einen hemmt der Mangel an Halbleitern und anderen Vorprodukten und Rohstoffen die Produktion. Zum anderen stellt auch der Krieg in der Ukraine eine enorme Belastung für die Branche dar.»

Prognosen für dieses Jahr seien angesichts dieser Unsicherheiten kaum möglich. Die Branche fahre auf Sicht - «und die Neuwagenpreise werden eher steigen als fallen», sagte der Experte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

DWN
Immobilien
Immobilien Heizungstausch finanzieren: So nutzen Eigentümer Förderung, Kredit und Steuerbonus
31.10.2026

Eine neue Heizung kann langfristig Geld sparen, verlangt zunächst aber eine beträchtliche Investition. Eigentümer müssen deshalb...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögensbarometer 2026: ETF-Boom hält an, Anteil der Privatanleger stagniert
31.10.2026

ETFs werden in Deutschland immer beliebter, doch der Anteil der Menschen mit Wertpapieren stagniert. Das neue Vermögensbarometer des...

DWN
Finanzen
Finanzen KfW-Gründerkredite: 225 Millionen Euro zugesagt – doch Banken werden strenger
31.10.2026

Die staatliche Förderbank KfW hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Gründerkredite zugesagt. Gleichzeitig verschärfen deutsche...

DWN
Immobilien
Immobilien Gebäudetyp E: Weniger Extras sollen den Wohnungsbau günstiger machen
31.10.2026

Weniger Steckdosen, dünnere Decken und niedrigere Baukosten: Der Gebäudetyp E soll den Wohnungsbau in Deutschland erleichtern. Ein neuer...

DWN
Panorama
Panorama Volvo ebenso verdächtig wie BYD: Polnisches Militär verhängt Verbot für Friedhofsparkplätze
31.10.2026

Das Militär führt Einschränkungen für Autofahrer ein, die rund um Allerheiligen den Parkplatz am Osobowicki-Friedhof in Breslau nutzen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Alarmstufe Rot bei Tech-Aktien
30.10.2026

Unerwartete Turbulenzen erschüttern die Märkte – was Anleger jetzt über die aktuellen Entwicklungen wissen müssen.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Drohnen-Shows: Das Start-up Skydance will mit 1.000 Drohnen Europas Himmel erobern
30.10.2026

400 Drohnen über einem Megafestival, ein QR-Code am Himmel und bald eine Flotte mit 1.000 Fluggeräten: Das slowenische Unternehmen...

DWN
Finanzen
Finanzen Verwirrung bei Rentenzahlung: Wer das November-Geld bekommt – und wem ein Zahlungsstopp droht
30.10.2026

An diesem Freitag werden die gesetzlichen Renten überwiesen. Doch die Zahlung betrifft je nach Rentenbeginn unterschiedliche Monate. Für...