Unternehmen

Rechtsstreit zwischen russischem Anti-Virenhersteller und Deutschland geht in die nächste Runde

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am 15. März im Zusammenhang mit dem Kriegsausbruch vor der Anti-Virensoftware des russischen Herstellers Kaspersky gewarnt. Jetzt ist daraus eine Auseinandersetzung entbrannt.
07.04.2022 12:16
Aktualisiert: 07.04.2022 12:16
Lesezeit: 1 min

Der Rechtsstreit zwischen dem russischen Hersteller von Anti-Virenprogrammen, Kaspersky, und Deutschland geht in die nächste Runde: Das Unternehmen wird gegen die Entscheidung des Kölner Landgerichtes vom 1. April Beschwerde einlegen. Das teilte eine Sprecherin von Kaspersky den DWN mit. Die Richter in Köln hatten den Antrag des Herstellers auf eine einstweilige Anordnung nicht stattgegeben, den der Hersteller gegen eine frühere Warnung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erwirken wollte. Das Amt hatte am 15. März im Zusammenhang mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine die Verbraucherinnen und Verbraucher vor der Virenschutzsoftware von Kaspersky gewarnt.

„Im Kontext des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, könnte ein russischer IT-Hersteller selbst offensive Operationen durchführen, oder gegen seinen Willen dazu gezwungen werden, Zielsysteme anzugreifen, oder als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden“, heißt es auf der Website des BSI. „Alle Nutzerinnen und Nutzer der Virenschutzsoftware können von solchen Operationen betroffen sein, Unternehmen und Behörden mit besonderen Sicherheitsinteressen sowie Betreiber Kritischer Infrastrukturen in besonderem Maße“, so das Amt.

"Bei Kaspersky sind wir überzeugt, dass Transparenz und die kontinuierliche Umsetzung konkreter Maßnahmen, mit denen wir unser dauerhaftes Engagement für Integrität und Vertrauenswürdigkeit gegenüber unseren Kunden belegen, von größter Bedeutung sind“, sagte hingegen die Sprecherin des russischen Software-Herstellers. „Kaspersky ist ein privat geführtes globales Cybersicherheitsunternehmen. Als privates Unternehmen hat Kaspersky keine Verbindungen zur russischen oder einer anderen Regierung“, betonte die Sprecherin.

Welcher Auffassung zumindest rechtlich zu folgen ist, wird dann vom Oberlandesgericht in Münster entschieden. Wie die Entwicklung verläuft, dürfte auch kaum vorhersehbar sein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bundesbank: Mini-Wachstum im Frühjahr trotz Iran-Krieg
28.07.2026

Trotz des Iran-Kriegs und steigender Energiepreise bleibt die deutsche Wirtschaft stabil. Wie Verbraucher und Industrie dem Gegenwind...

DWN
Finanzen
Finanzen 20.000 Euro für Loyalität: Warum ASML Mitarbeiter halten will
28.07.2026

Das niederländische Unternehmen ASML spielt eine entscheidende Rolle für die weltweite Chip-Produktion, seine Aktie ist jedoch bereits...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Firmen streichen Ausbildungsplätze
28.07.2026

Immer weniger Ausbildungsplätze treffen auf immer weniger Bewerber. Das ist aber sowohl für Betriebe als auch für junge Menschen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft schlägt Alarm: Hohe Energiekosten treiben Unternehmen ins Ausland
28.07.2026

Deutschlands Unternehmen kämpfen weiter mit hohen Energiekosten. Was zunächst wie ein kurzfristiges Problem erschien, entwickelt sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Kreditkarten vor dem Aus: Mastercard plant den radikalen Umbau
28.07.2026

Kreditkartennummern könnten beim Onlinekauf schon bald der Vergangenheit angehören. Mastercard will Europas digitale Zahlungen bis 2030...

DWN
Technologie
Technologie RWE baut Mega-Speicher im Tagebau Hambach
28.07.2026

RWE verwandelt den Tagebau Hambach zunehmend in einen Standort für erneuerbare Energien. Ein neuer Großbatteriespeicher soll künftig...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Edelmetall fällt vor Fed-Entscheid Richtung 4.000 Dollar – wie geht es weiter?
28.07.2026

Der Goldpreis steht am Dienstag unter Druck. Vor der Fed-Zinsentscheidung rückt er wieder näher an die Marke von 4.000 Dollar. Anleger...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien: Warum der Ausverkauf für Anleger zur großen Chance werden könnte
28.07.2026

Billionen Dollar Börsenwert sind verschwunden, Technologiekonzerne stürzen ab und die Angst vor einer platzenden KI-Blase wächst. Doch...