Panorama

Neue Kaltzeit? Frankreich erlebt kälteste Aprilnacht seit 1947

In Frankreich wurde Anfang April ein neuer Kälterekord aufgestellt. Es ist nicht der erste Kälterekord, der in den vergangenen Monaten in Europa aufgestellt wurde.
08.04.2022 10:55
Aktualisiert: 08.04.2022 10:55
Lesezeit: 1 min

Frankreich hat in der Nacht von Sonntag auf Montag die kälteste Aprilnacht seit 1947 erlebt. Wie der nationale Wetterdienst am Montag in Paris mitteilte, lag die Durchschnittstemperatur landesweit bei minus 1,5 Grad, der tiefste Wert seit 75 Jahren. Der niedrigste Wert mit minus 14,3 Grad wurde in Ristolas in 1670 Metern Höhe in den Alpen gemessen. Praktisch überall gab es Nachtfrost, in Südfrankreich in Narbonne sackte die Temperatur auf 0,7 Grad.

Der Kälteeinbruch habe vor allem Obstbauern schwer getroffen, sagte die Präsidentin des Agrarverbands FNSEA, Christiane Lambert, am Montag der Zeitung «Le Parisien». Etliche Regionen und vor allem Steinobst seien betroffen, etwa Obstplantagen mit Pflaumen oder Mirabellen und auch Äpfel. Für eine Bilanz der Schäden sei es noch zu früh. Erst im letzten Jahr hatte Nachtfrost im Frühjahr den französischen Obst- und Weinbauern massive Schäden zugefügt.

Trotz des Klimawandels und steigender Temperaturen mache Nachtfrost im Frühjahr der Landwirtschaft weiterhin zu schaffen, teilte der französische Wetterdienst mit. Wegen den tendenziell milderen Temperaturen trieben Weinreben und Obstbäume nämlich früher, als sonst üblich gewesen sei. Damit seien sie auch früher im Jahresverlauf anfällig für Frost.

Angesichts des massiven Kälteeinbruchs hatte der französische Stromnetzbetreiber RTE die Warnstufe Orange ausgerufen und die Bevölkerung und Betriebe zu einem sparsamen Stromverbrauch gemahnt. Ansonsten könnte eine Überlastung drohen. Weil in Frankreich etliche Atomkraftwerke wegen Wartungen und nicht vorhergesehener Reparaturen für längere Zeit vom Netz sind, kann Frankreich im Moment weniger Strom als üblich erzeugen.

Nach den eisigen Nächten will Frankreich von Frostschäden betroffenen Landwirten finanziell zur Hilfe kommen. Es werde ein Nothilfefonds im Umfang von 20 Millionen Euro eingerichtet, kündigte Premierminister Jean Castex am Dienstag in Südfrankreich an. Zuvor hatte Castex bei Montauban Obstbauern getroffen. Das Geld solle erste außerordentliche Ausgaben decken, im Sommer soll es mit Beginn der Ernte dann Entschädigungszahlungen geben. Der genaue Schaden, den der Kälteeinbruch angerichtet hat, sei noch nicht bekannt, sagte Castex. Besonders betroffen seien aber Steinfrüchte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Immobilien
Immobilien Hitzeschutz: So bewahren Sie auch ohne Klimaanlage einen kühlen Kopf 
03.10.2026

Deutschland hat einen der heißesten Sommer hinter sich - und es wird nicht der letzte gewesen sein. Um sich in Gegenwart und Zukunft gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
03.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI und Arbeitsmarkt: Der Effizienzboom könnte den Fachkräftemangel verschärfen
03.10.2026

Künstliche Intelligenz macht Unternehmen schneller und produktiver. Doch ausgerechnet junge Berufseinsteiger könnten dafür einen hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wann lag die Inflation im Euroraum zuletzt bei vier Prozent?
03.10.2026

Zehn Wendepunkte zeigen, wie schnell eine Krise die Inflation nach oben treiben kann und wie langsam sich die Preise anschließend wieder...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Schock trifft Europa: Millionen Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
03.10.2026

In der kommenden Woche reisen führende EU-Vertreter nach Peking, um von der chinesischen Führung zu verlangen, das enorme...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleiherenditen setzen Aktien weiterhin unter Druck
02.10.2026

Zinsängste und Arbeitsmarktdaten bewegen die Börsen – was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Raffinerien stoppen Exporte: Was passiert mit den Dieselpreisen in Europa?
02.10.2026

Der weltweite Dieselmarkt steht bereits massiv unter Druck. Nun drosseln chinesische Raffinerien ihre Exporte und konzentrieren sich auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor
02.10.2026

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...