Technologie

Testzentren und Fördergelder: NATO startet große Tech-Offensive mit Fokus auf Europa

Die NATO will Innovationen im Verteidigungsbereich ankurbeln. Dafür sollen zahlreiche neue Innovationszentren eingerichtet werden, hauptsächlich in EU-Mitgliedstaaten.
12.04.2022 09:00
Lesezeit: 1 min
Testzentren und Fördergelder: NATO startet große Tech-Offensive mit Fokus auf Europa
Am Donnerstag, dem 7. April, trafen sich die Außenminister der 30 NATO-Staaten im NATO-Hautquartier in Brüssel, um sich über eine weitere Unterstützung der Ukraine und eine Verstärkung der Verteidigungsfähigkeiten im östlichen Bündnisraum zu beraten. (Foto: dpa)

Die NATO-Bündnispartner starten eine "bahnbrechende Initiative", die das technologische Profil der Allianz schärfen soll. Jüngst haben die Außenminister der NATO-Staaten die Charta des Defence Innovation Accelerator for the North Atlantic (DIANA) gebilligt.

Das Projekt soll NATO-Verteidigungspersonal mit den besten Startups, Wissenschaftlern und Technologien der Mitgliedstaaten der Allianz zusammenbringen, um entscheidende Herausforderungen in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung zu meistern.

Dabei soll der Fokus von DANA auf dem Feld der Deep-Tech (Deep Technology) liegen. Zu diesen aufkommenden und disruptiven Technologien (EDT), die von der NATO als vorrangig eingestuft werden, gehören künstliche Intelligenz, Quantentechnologie, Big Data, autonome Systeme, Biotechnologie, neuartige Materialien und Raumfahrt.

Jens Stoltenberg, Generalsekretär der NATO, betont: "In Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und der Wissenschaft werden die Bündnispartner sicherstellen, dass wir die besten neuen Technologien für die transatlantische Sicherheit nutzen können."

Innovatoren, die sich an DIANA beteiligen, sollen Zugang zu einem Netz von neun sogenannten "Beschleuniger-Standorten" und 47 Testzentren in mehr als 20 Bündnisstaaten erhalten. Beschleuniger-Standorte sollen für Finanzierung, Mentoring und das Knüpfen von Geschäftsbeziehungen mit Startups genutzt werden.

Die Testzentren wiederum sollen Laboratorien und Ausrüstung beherbergen. Zudem soll ein DIANA-Regionalbüro in Großbritannien und eines in Kanada eingerichtet werden. Der Großteil der Testzentren und Beschleuniger-Standorte soll sich jedoch auf europäischem Boden befinden.

Darüber hinaus hat die Allianz auch einen multinationalen NATO-Innovationsfonds angekündigt. Rund eine Milliarden Euro sollen dabei in Tech-Startups in der Frühphase sowie in Deep-Tech-Fonds investiert werden, die den strategischen Zielen der NATO dienen. Laut einer Pressemitteilung der NATO soll es sich dabei um den ersten multistaatlichen Risikokapitalfonds der Welt handeln.

Derzeit nehmen Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Montenegro, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik, die Türkei, Ungarn und das Vereinigte Königreich an dem Innovationsfonds teil, den Stoltenberg bereits letztes Jahr, auf dem 31. NATO-Gipfel in Brüssel, angekündigt hatte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Alarmstufe Rot bei Tech-Aktien
30.10.2026

Unerwartete Turbulenzen erschüttern die Märkte – was Anleger jetzt über die aktuellen Entwicklungen wissen müssen.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Drohnen-Shows: Das Start-up Skydance will mit 1.000 Drohnen Europas Himmel erobern
30.10.2026

400 Drohnen über einem Megafestival, ein QR-Code am Himmel und bald eine Flotte mit 1.000 Fluggeräten: Das slowenische Unternehmen...

DWN
Finanzen
Finanzen Verwirrung bei Rentenzahlung: Wer das November-Geld bekommt – und wem ein Zahlungsstopp droht
30.10.2026

An diesem Freitag werden die gesetzlichen Renten überwiesen. Doch die Zahlung betrifft je nach Rentenbeginn unterschiedliche Monate. Für...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn Paris brennt, denkt man an Anlageratschläge, Straßen und Blut
30.10.2026

Kann ein brennendes Paris gute Nachrichten für Anleger bedeuten? Auf den ersten Blick klingt diese Frage zynisch. Doch an den...

DWN
Finanzen
Finanzen Tankrabatt dämpft Inflation - aber noch keine Entwarnung
30.10.2026

Mit dem erneuten Tankrabatt ist die Inflationsrate in Deutschland deutlich gesunken. Doch eine Trendwende sehen Volkswirte nicht.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das ist Russlands neuer Albtraum
30.10.2026

Das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing bringt zwei neue Luftabwehrraketen und ein KI-gestütztes Abwehrsystem auf den Markt. Ziel...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 49: Die Woche im Rückblick – KW 44
30.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Finanzen
Finanzen Silberpreis fällt zum Monatsende deutlich: Warum selbst ein Angebotsdefizit den Kurs nicht stützt
30.10.2026

Der Silberpreis steht zum Monatsende erneut unter Druck. Am Freitagmorgen rutschte der Kurs des Edelmetalls zeitweise nur rund 50,65...