Finanzen

Dax folgt den positiven Vorgaben der Wall Street

Am Vorabend hat der Dow Jones Industrial fast auf Tageshoch geschlossen, was nun auch hierzulande die Kurse etwas stützt.
20.04.2022 10:43
Aktualisiert: 20.04.2022 10:43
Lesezeit: 2 min

Der Dax ist am Mittwoch den guten Vorgaben aus den USA gefolgt. Nach gut einer halben Handelsstunde legte der Leitindex um 0,51 Prozent zu auf 14 225,31 Punkte. Der MDax schaffte es nur knapp mit 0,01 Prozent ins Plus auf 30 725,92 Zähler. Der Eurozonen-Index EuroStoxx legte 0,3 Prozent zu.

Am Vorabend hatte der Dow Jones Industrial fast auf Tageshoch geschlossen, was nun auch hierzulande die Kurse etwas stützt. Chartexperte Christoph Geyer sieht den seit Anfang Januar deutlich unter Druck gekommenen Dax aber nur in einer Stabilisierungsphase: "Die Abwärtstrendlinie ist unverändert der Maßstab für die kommenden Tage."

Der Dax weitete mit dem freundlichen Start den Abstand zur psychologisch wichtigen Marke von 14 000 Punkten aus. Sollte er unter die Marke und in der Folge unter das Zwischentief bei 13 887 Punkten fallen, dürfte einer beschleunigten Abwärtsbewegung kaum etwas entgegenstehen, warnen die Experten der Landesbank Helaba. Die zentralen Themen bleiben die Inflations- und Zinsperspektiven, der Ukraine-Krieg und die Corona-Lage in China.

Die langsam anlaufende Quartalsberichtssaison der Unternehmen liefert derweil durchwachsene Signale. Weil der Streaminganbieter Netflix erstmals seit mehr als zehn Jahren ein Quartal mit Kundenschwund verkraften musste, brach die Aktie nachbörslich in den USA um mehr als ein Viertel ein. Experte Thomas Altmann von QC Partners glaubt aber, dass der Gesamtmarkt dies wegstecken kann. Er sieht darin in der abklingenden Pandemie ein Indiz für eine Normalisierung des Lebens. "Und das ist für den Großteil der börsennotierten Unternehmen positiv", so der Experte.

Zur Einschätzung von Altmann passen positive Signale des Chemiekonzerns Lanxess, der überraschend gut in das neue Jahr gestartet ist. Die Experten der UBS und des Analysehauses Jefferies verwiesen in ersten Kommentaren auf ein besser als erwartetes operatives Ergebnis. Die Aktien zogen um 3,8 Prozent an.

Die mittlerweile auch im MDax gelisteten Papiere von Siemens Energy sackten im Index mittelgroßer deutsche Werte um 4,5 Prozent ab. Der Energietechnikkonzern leidet weiter unter seiner Windkrafttochter Gamesa, deren Papiere in Madrid um vier Prozent abrutschten. Wie auch Gamesa prüft der Münchener Mutterkonzern nun seine Jahresprognose.

Windkraft-Werte waren am Mittwoch allgemein nicht gefragt. Die eigentlich von der Energiewende begünstigte Branche kämpft mit dem Problem steigender Kosten. Um 2,1 Prozent bergab ging es beim deutschen Gamesa-Konkurrenten Nordex. Hier belastete, dass der Anlagenhersteller im ersten Quartal etwas weniger Aufträge verbucht hat als ein Jahr zuvor.

Zwei anfängliche klare Verlierer im Dax kamen - passend zum Netflix-Abschneiden - aus dem Bereich der ehemaligen Pandemie-Profiteure. Während die Titel des Kochboxenlieferanten Hellofresh es knapp ins Plus schafften, blieben die Titel von Delivery Hero mit 0,4 Prozent im roten Bereich. Weil die Wiederöffnung der Gastronomie belastet, kappte der Wettbewerber Just Eat Takeaway seine diesjährige Volumenprognose.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen – und dreht dann ins Plus: Die Gründe für die Achterbahnfahrt
26.08.2026

Nvidia hat die hohen Erwartungen der Wall Street erneut übertroffen. Dennoch geriet die Nvidia-Aktie nachbörslich unter Druck. Steigende...

DWN
Finanzen
Finanzen Salesforce-Aktie steigt: KI treibt Wachstum, Salesforce-Zahlen überzeugen die Investoren
26.08.2026

Künstliche Intelligenz entwickelt sich für Salesforce zunehmend zum Wachstumsmotor. Nach einem starken Quartal hebt der Softwarekonzern...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Konjunkturdaten versetzen Anleger wegen Zinserhöhung bis Jahresende in Alarmbereitschaft
26.08.2026

Zinsängste belasten die Märkte – doch spannende Entwicklungen bei Tech-Giganten und Einzelwerten sorgen für Überraschungen.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Prognose 2027: Bärenmarkt beendet oder ist der Absturz nur vertagt?
26.08.2026

Der Bitcoin-Kurs ist nach monatelanger Schwäche nach oben geschossen und hat eine der wichtigsten technischen Marken durchbrochen. Vieles...

DWN
Finanzen
Finanzen Ökonomen halten KI-Crash für wahrscheinlich: Wo Anleger am Markt Schutz suchen können
26.08.2026

Es wird immer schwieriger, ein Portfolio gegen KI zu diversifizieren, sagen Experten. Sie erklären, wie man sich am besten gegen...

DWN
Politik
Politik „Europa ist schwach“: Patrick Collison und Mario Draghi schließen sich mit neuem Think Tank zusammen – Polen ist nicht dabei
26.08.2026

Stripe-Mitgründer Patrick Collison und der frühere EZB-Präsident Mario Draghi wollen Europas wirtschaftliche Schwäche bekämpfen. Mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Exklusiv-Interview zu Freyja: Fire-Point-Chefin erklärt die Patriot-Alternative aus der Ukraine
26.08.2026

Nach dem ersten DWN-Bericht über Freyja spricht Fire-Point-Chefin Iryna Terekh nun exklusiv über das ukrainische Rüstungsprojekt. Mit...

DWN
Politik
Politik Sozialhilfe-Ausgaben explodieren: Pflegekosten wachsen stärker als Grundsicherung
26.08.2026

Die Ausgaben für Sozialhilfe sind 2025 in Deutschland um 6,1 Prozent gestiegen. Besonders stark legten die Kosten für die Hilfe zur...