Politik

Bundesstaaten verklagen Biden-Regierung wegen Unterdrückung der Meinungsfreiheit

Zwei amerikanische Bundesstaaten haben eine Verfassungsklage gegen die Biden-Administration eingereicht. Diese kooperiere mit großen Technologie-Konzernen, um unliebsame Meinungen in den Sozialen Medien zu unterdrücken, so die Anklageschrift.
10.05.2022 12:00
Lesezeit: 2 min
Bundesstaaten verklagen Biden-Regierung wegen Unterdrückung der Meinungsfreiheit
Der oberste Gerichtshof in Washington. (Foto: dpa) Foto: J. Scott Applewhite

Zwei von Republikanern geführte Staaten haben eine Klage gegen Präsident Joe Biden, die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, Dr. Anthony Fauci und andere hochrangige Regierungsbeamte eingereicht, weil sie angeblich Druck auf Social-Media-Giganten ausgeübt und mit ihnen zusammengearbeitet haben, um die Meinungsfreiheit aktiv zu zensieren und zu unterdrücken.

Der Generalstaatsanwalt von Missouri, Eric Schmitt, und der Generalstaatsanwalt von Louisiana, Jeff Landry, reichten die Klage demnach am 5. April beim US-Bezirksgericht für den westlichen Bezirk von Louisiana ein, wie aus einer offiziellen Bekanntmachung Schmitts hervorgeht.

Die Anwälte behaupten, dass Biden und andere Regierungsbeamte mit großen Technologieunternehmen wie Meta, Twitter und YouTube zusammenarbeiten, um Gespräche in den sozialen Netzwerken zu zensieren. Die Themenpalette der zensierten Diskussionen reichen von COVID-19 und die Integrität der vergangenen Präsidentschaftswahl bis hin zur Laptop-Geschichte von Hunter Biden - unter dem Deckmantel der Bekämpfung von „Fehlinformationen“ würden planmäßig solche Meinungen ausgeschlossen, die nicht in das von der US-Regierung gewünschte Bild passten.

Andere in der Klage namentlich genannte Personen sind etwa der Minister für Heimatschutz, Alejandro Mayorkas sowie die Exekutivdirektorin des erst kürzlich neu gegründeten „Disinformation Governance Board“ des Heimatschutzes, Nina Jankowicz.

Lesen Sie dazu: Vor Midterm-Wahlen: Republikaner laufen Sturm gegen neue "Spezialbehörde für Desinformation"

Bei der Ankündigung der Klage am Donnerstag betonte Rechtsanwalt Schmitt die Bedeutung der Meinungsfreiheit, die seiner Meinung nach „von größter Bedeutung für eine gesunde Gesellschaft“ sei, und fügte hinzu, dass „Diskurs, Debatte und Diskussion die Eckpfeiler unseres Landes sind, seit die Gründer dieses Recht in der Bill of Rights kodifiziert haben.“

„In direktem Widerspruch zum First Amendment und der Redefreiheit hat die Biden-Administration eine schädliche Kampagne durchgeführt, um sowohl Druck auf Social-Media-Giganten auszuüben, Beiträge zu zensieren und zu unterdrücken, als auch direkt mit diesen Plattformen zusammenzuarbeiten, um diese Zensur in einer fehlgeleiteten und orwellschen Kampagne gegen ‚Fehlinformationen‘ zu erreichen“, sagte Schmitt und bezog sich dabei auf George Orwells dystopischen Roman über einen totalitären Staat, 1984.

Die Anklageschrift beschuldigt Biden und andere Beamte auch, die Laptop-Affäre von Hunter Biden (Sohn des Präsidenten - die Red.) zusammen mit dem Technologiegiganten Twitter „fälschlicherweise“ als „Desinformation“ markiert zu haben. Die Affäre, die erstmals im Oktober 2020 von der New York Post enthüllt wurde, kreist um den Inhalt von Hunter Bidens Laptop, der in einer Computerwerkstatt in Delaware gefunden wurde und auf dem angeblich kompromittierende Bilder und E-Mails über korrupte Geschäftsabschlüsse im Ausland enthalten waren. Twitter markierte die Geschichte nach ihrer Veröffentlichung als „potenziell schädlich“ und sperrte den Twitter-Account der New York Post, während es gleichzeitig Twitter-Nutzer daran hinderte, den Link zu dem entsprechenden Artikel zu öffnen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Datenschutz in Casino-Apps und was deutsche Nutzer wirklich erwarten

Spieler schreiben an ihr Online-Casino und verlangen Auskunft darüber, welche Daten über sie gespeichert wurden. Das Casino antwortet...

DWN
Politik
Politik Drohnenkrieg: "Plötzlich fühlt sich Moskau wie Kiew an!"
28.05.2026

Der Drohnenkrieg erreicht Moskau und trifft Russland an einem politisch heiklen Punkt. Die Ukraine demonstriert, dass selbst die am besten...

DWN
Technologie
Technologie Elektro-Auto-Boom überrascht Deutschland
28.05.2026

Benzinpreise steigen, Förderungen greifen: Immer mehr Deutsche wechseln plötzlich zum E-Auto. Besonders junge Fahrer treiben den...

DWN
Immobilien
Immobilien Neues Heizungsgesetz: Millionen Mietwohnungen in Gefahr
28.05.2026

Das neue Heizungsgesetz sollte Klarheit schaffen – stattdessen wächst die Angst vor steigenden Kosten und weniger Mietwohnungen....

DWN
Technologie
Technologie KI-Phishing wird zur Waffe gegen Verbraucher und Firmen
28.05.2026

Früher verrieten Rechtschreibfehler und krumme Links viele Betrugsversuche. Heute schreibt künstliche Intelligenz perfekte Mails, baut...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uni-Start-ups: Warum Deutschland im Vergleich hinterherhinkt
28.05.2026

Eine neue Untersuchung zeigt: Aus deutschen Hochschulen entstehen im europäischen Vergleich relativ wenig erfolgreiche Start-ups. Woran...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wissenschaftler: KI zerstört den Kapitalismus
28.05.2026

Der KI-Arbeitsmarkt steht vor einer historischen Zäsur. Zukunftsforscher Martin Ford warnt, dass künstliche Intelligenz nicht nur Jobs...

DWN
Finanzen
Finanzen Börsenboom treibt Reichtum der Eliten: Ist eine Vermögenssteuer überfällig?
27.05.2026

Wer mehr als 100 Millionen Dollar besitzt, gilt als superreich. In Deutschland gehören Tausende Menschen dazu - Tendenz steigend, wie eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Direktinvestitionen. Europas neue Angst vor China-Geld
27.05.2026

China investiert so viel wie nie in Europas Schlüsselindustrien. Ausgerechnet jetzt verschärft die EU ihre Regeln für ausländische...