Unternehmen

Wegen chinesischer Corona-Politik: Deutsche Industrie leidet unter katastrophalem Materialmangel

Chinesische Logistikketten außer Takt: Die deutsche Industrie gerät massiv unter Druck.
30.05.2022 16:17
Aktualisiert: 30.05.2022 16:17
Lesezeit: 1 min

Die deutsche Industrie leidet weiter: In diesem Monat hat sich der Materialmangel in den deutschen Fertigungs-Unternehmen nochmals verschärft. Rund 77,2 Prozent der Unternehmer klagen über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten. Im April waren es noch 75 Prozent. Der Grund: Die Schließung von Häfen in China hat für viele Firmen die Situation weiter verschlechtert.

„Die Lieferketten stehen unter Dauerstress,“ sagt Klaus Wohlrabe, Leiter Umfragen beim Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (ifo), gegenüber den DWN. Dabei sind nahezu alle Schlüsselindustrien betroffen, am stärksten der Maschinenbau mit 91,5 Prozent, dicht gefolgt von der Elektroindustrie mit 91 Prozent.

In der Autoindustrie ist der Anteil mit 89,5 Prozent nahezu unverändert gegenüber dem Vormonat geblieben. Erste positive Zeichen hingegen vermeldet die chemische Industrie mit 58,7 Prozent. Und auch die Lage bei den Herstellern von Nahrungsmitteln hat sich leicht entspannt. So haben nur mehr 63,7 Prozent von ihnen mit Materialknappheit zu kämpfen. Im April waren es noch 76,9 Prozent.

Zwar lockern die Chinesen jetzt langsam ihre Corona-Regeln, allerdings ist durch den Containerstau in den chinesischen Häfen die Logistikkette vollkommen aus dem Takt geraten. Bis sich das Geschäft wieder normalisiert, „die Container wieder ihren Rundlauf haben“, wie es Wohlrabe ausdrückt, wird es noch einige Zeit vergehen. Genau kann man die Dauer nicht bestimmen, allerdings kann davon ausgegangen werden, dass mit einer Entspannung bei der Materialknappheit wohl erst mit Ende des Jahres zu rechnen ist.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen BYDFi im ausführlichen Test 2026

In deutschsprachigen Krypto-Foren hält sich eine Überzeugung besonders hartnäckig: Börsen ohne KYC-Pflicht sind unseriös, unsicher und...

 

DWN
Politik
Politik Tankrabatt ab 1. Mai erreicht Verbraucher womöglich verspätet
20.04.2026

Mit dem Tankrabatt plant die Politik sinkende Spritpreise. Doch zwischen Gesetz und Zapfsäule liegen komplexe Mechanismen. Schon einmal...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie unter Druck: Mehrere Belastungsfaktoren zugleich
20.04.2026

Die Volkswagen-Aktie zeigt sich angeschlagen, während externe Risiken und interne Debatten zunehmen. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit...

DWN
Panorama
Panorama Japan: Erdbeben erschüttert den Norden Japans - Warnung vor Tsunami-Welle
20.04.2026

Das jüngste Japan-Erdbeben sorgt für Unruhe und weckt Erinnerungen an vergangene Katastrophen. Ein Tsunami-Alarm wurde ausgelöst,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen QVC-Insolvenz: Teleshopping-Sender steht vor dem Aus - was das für Kunden heißt
20.04.2026

Die QVC-Insolvenz erschüttert die Teleshopping-Branche und stellt ein jahrzehntelang erfolgreiches Geschäftsmodell infrage. Während der...

DWN
Finanzen
Finanzen Straße von Hormus: Nahost-Konflikt treibt Ölpreis aktuell kräftig nach oben, Aktienfutures unter Druck
20.04.2026

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten eskalieren erneut und treiben die Ölpreise aktuell kräftig nach oben, während Aktienfutures...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland: Erzeugerpreise gehen kaum noch zurück - Iran-Krieg zeigt Folgen
20.04.2026

Kaum sinkende Erzeugerpreise und zugleich steigende Energiepreise: Die aktuellen Daten aus Deutschland deuten auf eine veränderte Lage...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX heute deutlich schwächer: Geopolitische Spannungen setzen den DAX-Kurs aktuell unter Druck
20.04.2026

Der DAX-Kurs gerät erneut unter Druck, nachdem sich die Lage im Nahen Osten zuspitzt. Anleger reagieren nervös, Ölpreise steigen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie schlägt Alarm: Steigende Kosten, geopolitische Risiken und politische Unsicherheiten belasten massiv
20.04.2026

Zwischen Iran-Krieg, US-Zöllen und hohen Energiepreisen gerät die deutsche Industrie immer stärker ins Wanken. Verbände fordern...