Wirtschaft

Neues Risiko für Welthandel: Südkoreanische Lkw-Fahrer streiken

Nach den Lockdowns im Zuge der chinesischen Zero-Covid-Strategie zeichnet sich nun bereits die nächste Gefährdung des Welthandels am Horizont ab.
09.06.2022 11:46
Lesezeit: 1 min
Neues Risiko für Welthandel: Südkoreanische Lkw-Fahrer streiken
Bereits Ende Mai drohten die gewerkschaftlich organisierten Lkw-Fahrer mit einem Generalstreik und forderten u. a. eine Erhöhung der Beförderungstarife, um den jüngsten Erhöhungen der Dieselpreise Rechnung zu tragen. (Foto: dpa)

Ein Streik von Tausenden südkoreanischen Lkw-Fahrern birgt ein neues Risiko für die weltweit ohnehin unter Druck stehenden Lieferketten. Die Fahrer legten am Donnerstag bereits den dritten Tag in Folge ihre Arbeit nieder. Dadurch wurden Transporte aus Häfen und Containerlagern unterbrochen. Südkorea ist international stark vernetzt dank weltweit agierender Konzerne wie Samsung, Hyundai und Kia. Die globalen Lieferketten sind nach wochenlangen Lockdowns in chinesischen Städten wie China ohnehin angespannt.

7200 südkoreanische Lkw-Fahrer streiken

Etwa 30 Prozent der Fahrer-Gewerkschaft beteiligten sich an dem Streik, was dem Verkehrsministerium zufolge etwa 7200 Beschäftigten entspreche. Sie fordern angesichts der stark gestiegenen Kraftstoffpreise höhere Löhne. Präsident Yoon Seok Yeol warnte die Streikenden vor Gewalt. "Unter keinen Umständen wird die Öffentlichkeit Handlungen akzeptieren, die gegen das Gesetz verstoßen und zu Gewalt führen", sagte Yoon. Die Regierung versuche, die Situation durch Dialog zu lösen.

Der Verband der südkoreanischen Automobilindustrie bezeichnete den Streik als extrem egoistisch. Die Branche, die ohnehin unter dem weltweiten Mangel an Mikrochips leidet, werde dadurch weiter unter Druck gesetzt. Beim Autobauer Hyundai Motor005380.KS kam es bereits zu Produktionsunterbrechungen in den Werken in Ulsan. Dort hatten sich Lkw-Fahrer geweigert, Bauteile an die Hyundai-Werke zu liefern, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Auch der Reifenhersteller Hankook Tire & Technology meldete Probleme, ebenso der Stahlkonzern Posco.

Gewerkschafts-Funktionär: Frustration wächst immer weiter

"Angesichts der in die Höhe schießenden Kraftstoffpreise und der Tatsache, dass die Regierung nicht genug unternimmt, um unseren Lebensunterhalt zu sichern, wächst unsere Frustration immer weiter", sagte der leitende Funktionär der Lkw-Gewerkschaft, Kim Jae Kwang, der Nachrichtenagentur Reuters. "Und selbst ohne Streiks sind viele Lkw-Fahrer, die Geld verlieren, bereits in einer Situation, in der sie ihre Arbeit einstellen müssen."

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Märkte in Aufruhr: Trumps Einfluss und die Risiken in Venezuela treiben XRP zu einem beispiellosen Höhenflug.

Trotz der zunehmenden Spannungen zwischen Washington und Caracas eröffneten US-Aktien leicht im Plus. Der Markt betrachtet die aktuelle...

DWN
Politik
Politik US-Handelspolitik: Wie Trumps Zollpolitik die Weltwirtschaft belastet
13.01.2026

Die Weltwirtschaft tritt in eine Phase wachsender Unsicherheit ein, in der politische Eingriffe und strukturelle Verschiebungen...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs steigt auf Rekordhoch: Inflation, Fed-Konflikt und Verfallstag im Fokus
13.01.2026

Der DAX-Kurs bekommt Rückenwind aus den USA und hat ein neues Allzeithoch markiert. Doch zwischen Berichtssaison, Fed-Konflikt und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen zwischen Stabilität und Risiko: Ruhige Märkte trotz wachsender Unsicherheiten
13.01.2026

Die US-Börsen sind mit bemerkenswerter Ruhe ins neue Jahr gestartet, obwohl geldpolitische Weichenstellungen, geopolitische Risiken und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Munich Re-Erhebung: Klimawandel lässt Schäden durch Naturkatastrophen steigen
13.01.2026

Extreme Wetterereignisse verursachen weltweit Milliardenschäden, doch nicht jede Katastrophe trifft wie erwartet. Neue Analysen eines...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Zukunft: Der Balanceakt zwischen Wettbewerb, Sicherheit und Nachhaltigkeit
13.01.2026

Die Europäische Union steht vor industriellen Umbrüchen und geopolitischen Verschiebungen. Kann Europa Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quiet-Firing: Wann Sie ein Unternehmen verlassen sollten
13.01.2026

Kündigungen kommen selten überraschend – oft kündigen sie sich leise an. Wer die feinen Veränderungen im Verhalten von Vorgesetzten...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie im Fokus: Absatzdämpfer bei der Volkswagen-Kernmarke
13.01.2026

Sinkende Verkaufszahlen, regionale Unterschiede und ein schwacher Elektroabsatz setzen die Volkswagen-Kernmarke unter Druck. Während...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gewinnmitnahmen auf Rekordniveau und neue Unsicherheiten
13.01.2026

Der Goldpreis schwächelt nach dem jüngsten Rekordhoch etwas. Gewinnmitnahmen, geopolitische Risiken und US-Inflationsdaten rücken nun in...