Wirtschaft

Russland will Wolga, Pobeda und Moskwitsch wieder aufleben lassen

Russland will die Produktion der Automarken «Wolga» und «Pobeda» wieder aufnehmen. Zuvor war bereits entschieden worden, den «Moskwitsch» aufleben zu lassen.
18.06.2022 12:45
Lesezeit: 1 min

Vor dem Hintergrund des weitgehenden Stillstands der russischen Automobilindustrie hat die politische Führung in Moskau verkündet, die Produktion der sowjetischen Automarken «Wolga» und «Pobeda» wieder aufnehmen zu wollen. «Die Kollegen haben Pläne zur Wiederbelebung der Marken "Wolga" oder "Pobeda", oder sogar beider», sagte Russlands Industrieminister Denis Manturow am Freitagabend beim Internationalen Petersburger Wirtschaftsforum im Interview mit dem Sender RBC.

Manturow verwies darauf, dass bereits entschieden sei, nach dem Rückzug des französischen Autobauers Renault in dessen Moskauer Werk die Produktion des «Moskwitsch» wieder aufzunehmen. Der «Moskwitsch» wurde in Russland von 1947 (ursprünglich als Kopie des Opel Kadett) bis 1998 gebaut. 2006 wurde das Moskwitsch-Werk für bankrott erklärt und später von Renault übernommen.

Die Automarke «Pobeda» («Sieg») von 1946 bis 1958 und deren Nachfolger «Wolga» wurden in Nischni Nowgorod vom Autobauer Gaz hergestellt. Wegen der geringen Nachfrage endete die Produktion des letzten Wolga-Modells 2010. Anschließend betätigte sich das Automobilwerk Gaz unter anderem als Montage-Partner für die Herstellung von VW- und Skoda-Modellen. VW hat seine Produktion in Russland im März stillgelegt. Zuletzt wurde bekannt, dass der deutsche Automobilbauer wegen der Sanktionen gegen Gaz die Montagekooperation einstellen und die Arbeitsplätze in Nischni Nowgorod abbauen will.

Der russische Automarkt erlebt insgesamt eine schwere Krise. Der Verkauf von Neuwagen im Mai ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als 80 Prozent zurückgegangen. Die meisten Autobauer haben ihre Produktion wegen des sanktionsbedingten Teilemangels eingestellt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Haushalte in Deutschland schrumpfen bis 2050 – Osten besonders betroffen
05.11.2026

Die Zahl der Privathaushalte in Deutschland könnte bis 2050 erstmals seit der Wiedervereinigung sinken. Nach Berechnungen des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DHL unter Druck: Deutschlandgeschäft bremst Wachstum deutlich
05.11.2026

Das Deutschlandgeschäft entwickelt sich für DHL zunehmend zum Problem. Während der Konzern international kräftig wächst, bricht das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investitionen in Deutschland schwächeln: DIHK warnt vor Folgen für Jobs
05.11.2026

Die deutsche Wirtschaft hellt sich etwas auf, doch bei Investitionen bleiben viele Unternehmen vorsichtig. Laut DIHK will nicht einmal...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimaneutralität verfehlt: Allianz sieht Deutschland erst 2051 am Ziel
05.11.2026

Deutschland, Europa und die Welt kommen beim Klimaschutz voran, aber nicht schnell genug. Nach Berechnungen der Allianz wird das Ziel der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Probezeit: Was ist zu beachten?
05.11.2026

Die Stellenausschreibung wurde veröffentlicht, Vorstellungsgespräche geführt und endlich scheint derpassende Kandidat...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rheinmetall-Aktie unter Druck: Umsatz steigt stark, Prognose sinkt
05.11.2026

Rheinmetall wächst kräftig und steigert Umsatz sowie operatives Ergebnis deutlich. Trotzdem senkt Deutschlands größter Rüstungskonzern...

DWN
Politik
Politik Pflegereform 2027: Linnemann kündigt Nachbesserungen bei Sparplänen an
05.11.2026

Die Pflegereform nimmt im Bundestag konkrete Formen an. Gesundheitsminister Carsten Linnemann will Milliarden einsparen und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektroflugzeug Vaeridion: EU und Investoren geben über 120 Millionen Euro
05.11.2026

Das Münchner Flugzeug-Startup Vaeridion erhält mehr als 120 Millionen Euro für die Entwicklung seines Elektroflugzeugs „Microliner“....