Politik

DWN SPEZIAL: Erste Risse im chinesisch-russischen Verhältnis? Peking sendet Protestnote nach Moskau

China protestiert gegen Russlands aggressives militärisches Auftreten.
20.06.2022 17:44
Aktualisiert: 20.06.2022 17:44
Lesezeit: 1 min
DWN SPEZIAL: Erste Risse im chinesisch-russischen Verhältnis? Peking sendet Protestnote nach Moskau
Russische und chinesische Bomber sind gemeinsam vom Japanischen Meer aus zum Ostchinesischen Meer geflogen. (Foto: dpa) Foto: -

Wie gut ist das chinesisch-russische Verhältnis wirklich? Peking hat Moskau eine offizielle Protestnote gesandt.

Hintergrund: Während Ende des vergangenen Monats in Tokio die Staatschefs von Japan, Indien, Australien und den USA zum sogenannten Quad-Gipfel zusammenkamen, näherten sich chinesische und russische Bomber dem japanischen Festland. Jeweils zwei chinesische und zwei russische Bomber, die allesamt Atombomben tragen können, flogen vom Japanischen Meer aus zum Ostchinesischen Meer. Und danach vom ostchinesischen Meer zum Pazifik. Japan, das seit langem territoriale Streitigkeiten mit China und Russland hat, verurteilte die gemeinsame russisch-chinesische Aktion als eine Provokation.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte es gemeinsame russisch-chinesische Manöver gegeben - insgesamt zehn Kriegsschiffe der beiden Staaten umrundeten die japanische Inselgruppe. Zu der Zeit hielten sich allerdings nicht die Delegationen ausländischer Staaten in Tokio auf - der damalige Zeitpunkt war also weniger heikel als der vom letzten Monat.

Nicht nur in Tokio, auch in Peking hat der gemeinsame Flug beziehungsweise haben seine Umstände für Unmut gesorgt. Chinesische Beamte hatten die gemeinsame Militärübung sowie schon verhindern wollen - Russland aber setzte sich durch.

Laut dem bekannten China Experten Danil Bochkov, der sich auf eine vertrauliche Quelle bezieht, soll Russland sogar vorgehabt haben, Marine-Operationen durchzuführen und japanische Schiffe zu umkreisen. Peking wies sein Militär jedoch an, ausschließlich routinemäßige Luftübungen durchzuführen.

Japanische Medien bekräftigen Bochkovs Aussagen. China habe gezögert, gar zu auffällige Manöver abzuhalten. Als sei es Xi Jinping nicht recht, in das Fahrwasser der aggressiven Außenpolitik Putins zu geraten. Obwohl China Russland noch nicht offen wegen des Krieges in der Ukraine verurteilt hat, ist es der Volksrepublik daran gelegen, dass Russland im Ukraine-Konflikt schnellstmöglich eine friedliche Lösung findet. Mittlerweile hat das Verhältnis zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping einige ernsthafte Risse erfahren. Die Spannungen zwischen den beiden Mächten treten anscheinend jetzt offener zutage. Nicht zuletzt auch, weil sich für China - ein wichtiger Handelspartner Moskaus - der Krieg in der Ukraine nachteilig auf die eigene Wirtschaft sowie den Ausbau der Neuen Seidenstraße auswirkt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Rüstungsfirma Covenant: Protest gegen Marschflugkörper-Produktion ab 2027 in Leipzig
24.10.2026

Die US-Rüstungsfirma Covenant will in Leipzig Marschflugkörper herstellen. Der Standort soll weltweit die größte Basis für Europas...

DWN
Politik
Politik China macht seine Grenzen dicht: Ein neuer Eiserner Vorhang
24.10.2026

China macht seine Grenzen dicht, und längst trifft es nicht mehr nur politisch unbequeme Bürger. Lehrer, Ärzte und KI-Ingenieure dürfen...

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
24.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wachstum in Europa: EIB-Ökonom rät Unternehmen, stärker nach Süden zu blicken
24.10.2026

Deutschland erholt sich, doch Europas Wirtschaft kämpft weiter mit Bürokratie, Investitionsschwäche und einem fragmentierten...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuervergleich 2026: Was von 50.000 Euro Gehalt, Gewinn und Kapital wirklich übrig bleibt
24.10.2026

50.000 Euro verdienen und trotzdem völlig unterschiedlich viel Geld behalten? In Deutschland entscheidet nicht nur die Höhe des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Online-Handel: Amazon plant Investitionen von rund 16 Milliarden Euro
24.10.2026

16 Milliarden Euro will Amazon 2027 in Deutschland investieren – ein großer Teil soll in Cloud und KI rund um Frankfurt fließen. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Flucht in die Endlichkeit: Wie ein überforderter Anleihemarkt den Bitcoin-Kurs treibt
24.10.2026

Das US-Finanzministerium kauft seine eigenen Schulden zurück, damit sie überhaupt noch jemand haben mag, und der Bitcoin hat das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BMW X5 im Test: Warum die fünfte Generation alles anders macht
24.10.2026

Fast 100.000 Euro Einstiegspreis, bis zu 845 Kilometer elektrische Reichweite und ein Auftritt, der kaum zu übersehen ist: Mit dem neuen...