Finanzen

Starker Rubel: Russland zieht Kauf von Devisen befreundeter Länder in Betracht

Weil der Rubel immer teurer wird, setzt Russland auf Fremdwährungen. Die Moskauer Börse hat in dieser Woche den Handel bereits aufgenommen.
29.06.2022 15:53
Aktualisiert: 29.06.2022 15:53
Lesezeit: 1 min

Russland erwägt wegen der anhaltenden Rubel-Stärke den Kauf von Währungen „befreundeter“ Länder. „Wir werden dies mit dem Wirtschaftsblock in der Regierung besprechen“, sagte Finanzminister Anton Siluanow am Mittwoch. „Die Zentralbank hat zugestimmt.“ Der Rubel war zuvor auf ein Sieben-Jahres-Hoch zum Dollar gestiegen, begünstigt durch Kapitalverkehrskontrollen. Diese hindern die Russen daran, ihre Ersparnisse in ausländischer Währung abzuheben. Auch der starke Rückgang der Importe infolge westlicher Sanktionen wegen des Krieges gegen die Ukraine sowie hohe Erlöse aus Rohstoffexporten tragen dazu bei, ebenso die zum Monatsende anstehenden Steuerzahlungen von russischen Exportfirmen in Rubel.

Durch die Devisen befreundeter Länder werde es möglich sein, „die Kosten von Euro und Dollar für den Rubel zu regulieren“, sagte Siluanow auf einer Konferenz, die von einer russischen Wirtschaftslobbygruppe organisiert wurde. Zentralbankchefin Elvira Nabiullina sagte auf derselben Konferenz, man sei dazu bereit, sich an dem Handel zu beteiligen, um die Liquidität in den Währungen anderer Länder zu erhöhen. Auch Exporteure seien dazu bereit, auf andere Währungen umzusteigen, während die Importeure Dollar und Euro bevorzugten.

Siluanow machte keine weiteren Angaben dazu, wie das Programm funktionieren könnte, obwohl der Rubel nach seinen und Nabiullinas Äußerungen seine Gewinne verringerte und sich von einem Wechselkurs-Niveau von 50 Rubel für einen Dollar entfernte, dem er sich zum ersten Mal seit Mai 2015 genähert hatte.

Die Moskauer Börse hat in dieser Woche den Handel mit dem südafrikanischen Rand und dem armenischen Dram aufgenommen. Sie bereitet sich zudem darauf vor, den Handel mit dem usbekischen Sum und dem Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate aufzunehmen. Der chinesische Yuan wird bereits seit Jahren gehandelt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Datenhunger der Finanzämter: Wann Unternehmen E-Mails herausgeben müssen – und wann nicht
07.02.2026

Der Bundesfinanzhof hat Unternehmen im Streit um steuerrelevante E-Mails den Rücken gestärkt. Zwar bleibt die Pflicht zur Vorlage...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kove 800 X Pro: Chinesische Hersteller im europäischen Enduro-Markt
07.02.2026

Das Enduro-Segment gilt als besonders anspruchsvoll und stellt hohe Anforderungen an Technik, Qualität und Fahrverhalten. Kann ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft LNG: Warum Europas neue Gasabhängigkeit brandgefährlich ist
07.02.2026

Europas Gaspreise steigen, während politische Spannungen mit den USA zunehmen. LNG aus Amerika gilt als Rettungsanker, entpuppt sich aber...

DWN
Finanzen
Finanzen Begrenzung für Kreditkartenzinsen: Airlines und Investoren warnen vor Trumps Plan
07.02.2026

US-Präsident Donald Trump will Kreditkartenzinsen in den USA auf 10 Prozent begrenzen. Was als Verbraucherschutz verkauft wird, könnte...

DWN
Politik
Politik Ganz nah an Russland können Kinder nach der Schule zum Drohnentraining gehen
07.02.2026

In Litauen wächst der Druck, sich auf neue Bedrohungen einzustellen, und selbst Schulen geraten dabei in den Fokus. Was bedeutet es, wenn...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Dow Jones durchbricht die Marke von 50.000 Punkten
06.02.2026

Die US-Aktienmärkte erholten sich am Freitag nach einem einwöchigen Rückgang im Technologiesektor, da die Zurückhaltung der Investoren...

DWN
Finanzen
Finanzen Stellantis-Aktie im freien Fall: Börse reagiert schockiert – Opel-Mutter Stellantis beendet Elektro-Strategie
06.02.2026

Die Stellantis-Aktie gerät nach einer drastischen Kehrtwende in den USA massiv unter Druck. Milliardenabschreibungen, gestrichene...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Bauerfeind aus Thüringen expandiert: Mit Stützstrümpfen zum Hidden Champion
06.02.2026

Klein, aber fein: Bauerfeind, ein Familienunternehmen und „Hidden Champion“ aus Thüringen. Ob auf Reisen, im Alltag, im Job oder beim...