Technologie

Iran: Hacker sollen in Stahlwerk Feuer ausgelöst haben

Hacker haben eigenen Angaben zufolge ein Stahlwerk im Iran beschädigt. Es wäre einer der wenigen Fälle, bei denen ein Cyber-Angriff zu materiellem Schaden führt.
12.07.2022 11:50
Aktualisiert: 12.07.2022 11:50
Lesezeit: 1 min
Iran: Hacker sollen in Stahlwerk Feuer ausgelöst haben
Der Cyber-Angriff soll einen - wie man in der Kriegswissenschaften sagt - „kinetischen“ Schaden angerichtet haben. (Foto: Screenshot)

Ein Stahlwerk im Iran soll Ziel eines Hackerangriffs geworden sein, infolgedessen ein Feuer in der Anlage ausbrach. Wie die BBC berichtet, hat eine Gruppe namens „Predatory Sparrow“ die Verantwortung für den Angriff übernommen.

Wer hinter der Gruppe steckt, ist bislang nicht geklärt. Einem von der BBC befragten Experten zufolge dürfte sie aber entweder von einem Staat unterstützt oder direkt betrieben werden, weil sie ein hohes Maß an Proffessionalität aufweise.

Im Internet kursierende Videos zeigen, wie plötzlich heißer Stahl unkontrolliert aus einer Maschine fließt und ein Feuer verursacht. Kurze Zeit später wird der Brand von Feuerwehrleuten gelöscht. Mitarbeiter des Unternehmens kamen offenbar nicht zu Schaden.

Erstmals „kinetischer“ Schaden

Sollten die Behauptungen von „Predatory Sparrow“ stimmen, wäre der Hacker-Angriff einer der ersten überhaupt, der materiellen Schaden verursacht. Bislang hatten sich die Cyber-Attacken gegen den Iran - und auf andere Staaten - auf Propaganda-Maßnahmen, die Störung öffentlicher Verkehrssysteme oder atomarer Forschungseinrichtungen konzentriert.

„Wenn es sich herausstellen sollte, dass es sich hierbei um einen staatlich gesponsorten Cyberamgriff handelt, der physischen - oder wie man in den Kriegswissenschaften sagt: „kinetischen“ Schaden anrichtete - dann könnte der Vorfall hochgradig signifikant sein“, wird eine Journalistin des Cyber Policy Journal von der BBC zitiert. „In historischer Perspektive wird der Stuxnet-Angriff auf iranische Urananreicherungsanlagen im Jahr 2010 als eines der wenigen - wenn nicht das einzig bekannte - Beispiel für einen Cyberangriff genannt, der physischen Schaden anrichtet.

Auch in Deutschland richtete ein Hackerangriff schon einmal Schaden in einem Stahlwerk an. Im Jahr 2014 erschlichen sich Kriminelle durch Betrugs-Emails Zugang zu den internen Steuerungssystemen der Fabrik, woraufhin bestimmte Anlagen nicht mehr funktionierten und ein Hochofen nicht mehr heruntergefahren werden konnte, weil er offenbar von den Hackern kontrolliert wurde. Der Schaden entstand, als die Abschaltung des Ofens erzwungen wurde.

Der Fall wird im Jahresbericht 2014 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geschildert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nvidia-Aktie im Fokus: Jensen Huang stellt OpenAI-Investitionen infrage
06.03.2026

Die Nvidia-Aktie steht im Fokus, nachdem Konzernchef Jensen Huang weitere Milliardeninvestitionen in das KI-Unternehmen OpenAI infrage...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU verschärft Aufsicht: Kampf gegen unfaire Praktiken im Agrarhandel
06.03.2026

Die EU verschärft ihre Regeln gegen unfaire Handelspraktiken in der Agrar- und Lebensmittelkette und stärkt die Zusammenarbeit der...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Hebamme statt Sterbebegleiter: Wie der Berliner VC-Fonds seed + speed Ventures europäische KI-Start-ups groß macht 
06.03.2026

Neun von zehn Start-ups liefern Durchschnitt – doch das eine Start-up kann alles verändern. Der Berliner VC-Fonds seed + speed Ventures...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg spitzt sich zu: Wie real sind Bürgerkrieg und Atomrisiken?
06.03.2026

Der Krieg gegen den Iran entwickelt sich zu einem geopolitischen Konflikt mit weitreichenden Folgen für Machtstrukturen im Nahen Osten,...

DWN
Politik
Politik Mehr Flexibilität für Kliniken: Bundestag verabschiedet Anpassungen zur Krankenhausreform
06.03.2026

Der Bundestag hat nach monatelangen Verhandlungen weitreichende Änderungen an der umstrittenen Krankenhausreform beschlossen. Das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölförderung im Wattenmeer vorerst erlaubt – Gericht gewährt Betrieb Fortsetzung
06.03.2026

Die Ölproduktion auf der Bohrinsel Mittelplate im schleswig-holsteinischen Wattenmeer kann vorerst weiterlaufen. Das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft "Haben Bedenken gehört": China reagiert auf Kritik am Handel
06.03.2026

Chinas Rekord-Handelsüberschuss sorgte weltweit für Unmut. Auch deutsche Firmen beklagen Auswirkungen davon auf ihr Geschäft. Peking...

DWN
Finanzen
Finanzen Europol: Netzwerk für Geldwäsche zerschlagen
06.03.2026

Zwei Handys werden in einer schwedischen Kleinstadt beschlagnahmt. Und dann machen lokale Ermittler eine Entdeckung. Mit globalen Folgen.