Deutschland

Anträge für Mittelstand-Förderprogramm sind wieder möglich

Nach monatelangem Antragsstopp sind Anträge für das wichtigste Innovations-Förderprogramm des Bundes für den Mittelstand nun wieder möglich.
03.08.2022 17:30
Aktualisiert: 03.08.2022 17:30
Lesezeit: 1 min
Anträge für Mittelstand-Förderprogramm sind wieder möglich
Beim wichtigsten Mittelstand-Förderprogramm können ab sofort wieder Anträge gestellt werden. (Foto: dpa)

Anträge für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand seien ab sofort wieder möglich, sagte am Mittwoch Wirtschaftsstaatssekretärin Franziska Brantner. Es sei in den Haushaltsverhandlungen gelungen, die Mittel im Rahmen der Finanzplanung zu verstetigen und für 2023 noch mal deutlich anzuheben. Förderbedingungen wurden angepasst.

Im vergangenen Oktober hatte die alte Bundesregierung aus finanziellen Gründen einen Antragsstopp für das Förderprogramm verhängt. Das Wirtschaftsministerium hatte von einem krisenbedingten deutlichen Anstieg des Antragseingangs seit 2020 gesprochen und von zahlreichen pandemiebedingten Verzögerungen bei laufenden Forschungsprojekten.

"Wir wollen auf jeden Fall einen weiteren Antragsstopp verhindern", sagte Brantner. "Wir gehen davon aus, dass jetzt sehr viele Anträge kommen werden. Deswegen planen wir mehr Geld ein als in der Vergangenheit, um dem Nachholeffekt gerecht werden zu können."

Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung heißt es, der innovative Mittelstand habe weiterhin eine Schlüsselrolle für den Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Daher werde das ZIM im Jahr 2023 deutlich aufgestockt um insgesamt 139 Millionen Euro auf 700 Millionen Euro. Auch in den Folgejahren sei ein hohes Niveau geplant.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft zeigte sich erleichtert über die Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand wiederzubeleben.

"Speziell diesem staatlichen Förderprogramm für Forschung und Entwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen kommt allergrößte Bedeutung zu", so Bundesgeschäftsführer Markus Jerger. "Dass das Programm finanziell nicht so ausgestattet worden ist, wie von uns gewünscht, trübt allerdings die Freude. Perspektivisch sehen wir in Anbetracht der vor uns liegenden Aufgaben 1 Milliarde Euro jährlich als ein angemessenes ZIM-Volumen an."

Erwartet wird nun ein sehr hoher Antragseingang, wie es auf der Antragsseite heißt. Daher seien einige Förderbedingungen angepasst worden. Konkret ist für Unternehmen, die bereits eine Bewilligung für ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt erhalten haben, erst 24 Monate nach der letzten Bewilligung eine weitere Bewilligung möglich. Diese Maßnahme gelte rückwirkend.

Außerdem wird die Möglichkeit von Laufzeitverlängerungen der Projekte und von Mittelverschiebungen streng eingeschränkt. In Abhängigkeit vom Antragseingang und der Zahl förderwürdiger Anträge ist eine Kürzung der förderfähigen Kosten möglich.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Lageroptimierung als Wettbewerbsfaktor im Mittelstand

In Zeiten steigenden Wettbewerbsdrucks, globaler Lieferketten und wachsender Kundenerwartungen wird die Effizienz interner Prozesse zu...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Run aufs weiße Gold: Warum Deutschland zum Lithium-Produzenten werden kann
04.03.2026

Lithium ist einer der wichtigsten und wertvollsten Rohstoffe für die Zukunftstechnologie. Rohstoffknappheit und der anhaltende KI-Boom...

DWN
Politik
Politik Wirtschaftsministerin Reiche: keine Spritpreisbremse - Öl und Gas nicht knapp
04.03.2026

Der Iran-Krieg lässt Öl-, Benzin- und Gaspreise steigen - doch Energiemangel droht in Deutschland nach Angaben der Wirtschaftsministerin...

DWN
Finanzen
Finanzen Börsenturbulenzen: Wie Anleger klug reagieren – 5 konkrete Tipps für einen Börsencrash
04.03.2026

Sinkende Kurse, rote Zahlen im Depot und ständig neue Marktmeldungen: In unsicheren Börsenzeiten verlieren viele Anleger schnell die...

DWN
Politik
Politik Nahost-Krieg löst Debatte in Washington aus: Wie die USA den Angriff auf Iran rechtfertigen
04.03.2026

Die USA rechtfertigen den Angriff auf Iran als präventiven Schritt und verweisen auf eine drohende Gefahr für amerikanische Truppen....

DWN
Finanzen
Finanzen Finanznöte in der Pflege: Pflege-Ausgaben steigen weiter - Defizite werden größer
04.03.2026

Die Pflegeversicherung ist im vergangenen Jahr nur knapp an einem Defizit vorbeigeschrammt. Und die Ausgaben steigen weiter: "Bei der...

DWN
Finanzen
Finanzen Dieselpreis springt am Morgen über die 2-Euro-Marke
04.03.2026

Der Iran-Krieg treibt die Spritpreise nach oben. In der typischen Preisspitze am Morgen ging es nun im bundesweiten Durchschnittspreis...

DWN
Finanzen
Finanzen Continental-Aktie: Aktie fällt weiter trotz mehr Dividende
04.03.2026

Die in den vergangenen Monaten gut gelaufenen Aktien von Continental dürften den jüngsten Rücksetzer am Mittwoch noch ausweiten.

DWN
Finanzen
Finanzen Adidas-Aktie: Prognosen von Adidas kommen nicht gut an - Dreijahrestief droht
04.03.2026

Die Prognosen von Adidas für das laufende Jahr sind am Mittwoch im vorbörslichen Handel nicht gut angekommen. Dennoch sieht sich der...