Finanzen
Anzeige

Star-Investor: Fed wird gezwungen sein, Zinsen bald wieder zu senken

Hedgefonds-Manager Michael Burry geht davon aus, dass die Zinswende bald wieder ins Gegenteil verkehrt wird. Der Druck kommt aus einer ungewohnten Richtung.
Autor
avtor
22.08.2022 18:27
Aktualisiert: 22.08.2022 18:27
Lesezeit: 2 min

Hedgefonds-Manager Michael Burry geht davon, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) schon bald gezwungen sein wird, den frühzeitigen Ausstieg aus der Zinswende zu beschließen. Burry schrieb auf Twitter, dass dies vor allem auf einen in der Logistik auftretenden Effekt zurückzuführen sei, den sogenannten „Peitschen-Effekt“. Durch diesen Effekt würde schon bald Überkapazitäten vieler Konsumgüter vorliegen. In Verbindung mit einer US-Wirtschaft, die sich auf eine Rezession zubewegt, würde dies zu rapiden Preiseinbrüchen dieser Güter führen. Der dadurch entstehende deflationäre Druck sowie die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage in den USA würden die Fed dann dazu zwingen, die Zinsen wieder zu senken und ihr Anleihekaufprogramm („Quantitative Easing“, QE) fortzuführen.

Burrys Wort an der Wall Street noch immer Gewicht. Er gelangte an der Wall Street zu Ruhm, als er 2007 als einer der wenigen Hedgefonds-Manager auf den Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes wettete und damit die drohende Finanzkrise vorhersagte. Seine Short-Positionen brachten Burry selbst 100 Millionen Dollar und seinen verbliebenen Investoren einen Gewinn von mehr 700 Millionen Dollar ein. Der Film „The Big Short“ thematisiert das Entstehen der Finanzkrise und Burrys Rolle (gespielt von Christian Bale) als Manager des von ihm gegründeten Hedgefonds Scion Capital. Zuletzt machte Burry Schlagzeilen mit der Aussage, die derzeitige Finanzmarktlage sei „als würde man einen Flugzeugabsturz beobachten“.

Der „Peitschen-Effekt“: Wie aus einer Knappheit auf einmal ein Überangebot wird

Was verbirgt sich hinter dem von Burry angeführten Effekt? Der „Peitschen-Effekt“ (auch „Bullwhip-Effekt“ genannt) beschreibt starke Angebotsschwankungen in der Logistik. Durch Kommunikationsprobleme in einer mehrstufigen Logistik-Lieferkette kann es zu immer stärkeren Schwankungen der Nachfrage von Produkten kommen, je weiter man sich vom Endkunden zum Produzenten bewegt. Der Bullwhip-Effekt tritt auf, wenn ein Rückgang der Kundennachfrage die Einzelhändler dazu veranlasst, ihre Lagerbestände zu verringern. Die Großhändler wiederum reagieren auf den Mangel an Einzelhandelsbestellungen, indem sie selbst zu geringe Lagerbestände anlegen. Das wiederum veranlasst die Hersteller, ihre Produktion zu drosseln. Der Effekt auf den deutschen Markt kann dabei verheerend sein.


DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte schließen: Nasdaq von massivem Ausverkauf getroffen
05.06.2026

Ein plötzliches Beben erschüttert die Wall Street und zwingt Anleger zum sofortigen Umdenken – erfahren Sie, was hinter den Turbulenzen...

DWN
Politik
Politik Armenien-Wahl wird zum Testfall für Europas Machtanspruch
05.06.2026

Armenien steht vor einer Wahl, die weit über Jerewan hinausreicht. Im Südkaukasus entscheidet sich, ob Russland ein weiteres...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Bank-Analyse: S&P 500 wird zur Milliardenfalle für sorglose Anleger
05.06.2026

Der S&P 500 rennt von Rekord zu Rekord, doch ausgerechnet die Deutsche Bank sieht darin ein Warnsignal. Der rasante Anstieg erinnert an...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Astrolight: Laser statt Funk für Militär und Weltraum
05.06.2026

Klingt nach "Star Wars": Das litauische Start-up Astrolight entwickelt Lasertechnologie für den Weltraum, die sich aber auch auf der Erde...

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO: Der KI-Boom bekommt seinen Börsentest
05.06.2026

Erst kam ChatGPT, jetzt drängt Claude an die Börse. Das Anthropic IPO könnte zeigen, ob der KI-Boom wirklich tragfähig ist oder Anleger...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gegenwind für den Standort: Bund verteidigt Kurs nach Pharma-Investitionsstopps
05.06.2026

Nachdem große Pharmakonzerne angekündigt haben, geplante Milliardeninvestitionen in Deutschland auf Eis zu legen, bezieht die...

DWN
Politik
Politik "Ein reines Belastungspaket": Scharfe Kritik an Warkens Pflegereform - "erschüttert und wütend"
05.06.2026

Für die Pflegeversicherung liegt jetzt ein Sanierungskonzept vor, das den Alltag für viele teurer macht. Nun erhält Warken starken...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EY-Analyse: Deutsche Autobauer verlieren Umsatz und hinken hinterher
05.06.2026

Fehlstart ins Jahr: Während die internationale Konkurrenz beim Umsatz zulegen kann, verlieren Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW deutlich...