Unternehmen

Schlechte Stimmung: Deutsche Exporteure bleiben auf hohen Kosten sitzen

Laut Ifo-Institut hat sich die Stimmung der deutschen Exporteure den dritten Monat in Folge weiter eingetrübt. Denn sie stecken in einer extremen Kostenklemme.
26.08.2022 09:55
Aktualisiert: 26.08.2022 09:55
Lesezeit: 1 min
Schlechte Stimmung: Deutsche Exporteure bleiben auf hohen Kosten sitzen
Die deutschen Exporteure können ihre stark erhöhten Kosten nicht an ihre Kunden im Ausland weitergeben. (Foto: dpa) Foto: Christian Charisius

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich im August angesichts der weltweiten Konjunkturabkühlung den dritten Monat in Folge eingetrübt. Das Barometer für die Exporterwartungen fiel auf minus 2,7 Punkte von minus 0,4 Zählern im Juli, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter 2300 Unternehmen mitteilte.

"Die Unternehmen erwarten keine dynamische Entwicklung ihrer Exporte", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Entwicklung. "Die hohen Gaspreise und ein schwaches weltwirtschaftliches Umfeld belasten den Ausblick." Zuletzt sind mit der US- und der chinesischen Wirtschaft die beiden wichtigsten Abnehmerländer von Waren "Made in Germany" geschrumpft.

Eine Mehrheit der Branchen erwartet der Umfrage zufolge einen Rückgang ihrer Ausfuhren. Einen deutlichen Dämpfer musste etwa die chemische Industrie verkraften: Hier fielen die Erwartungen auf den niedrigsten Stand seit April 2020, als die beginnende Corona-Pandemie auf die Geschäft durchschlug. Bei den Druckern wurde sogar ein Rekordtief erreicht.

Es gibt aber auch positive Ausnahmen. "Deutliche Zuwächse beim Export erwarten die Fahrzeughersteller und ihre Zulieferer", hieß es. Auch die Bekleidungsindustrie sowie die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen rechneten mit steigenden Auslandsumsätzen.

Die maue Nachfrage ist nicht das einzige Probleme für die Exporteure: Sie bleiben dem DIHK zufolge auf Milliardenkosten durch stark gestiegene Import- und Erzeugerpreise sitzen, die sie nicht vollumfänglich an ihre ausländischen Abnehmer weiterreichen können.

"Die daraus resultierende Belastung für die deutsche Außenwirtschaft beträgt allein für das erste halbe Jahr 70 Milliarden Euro", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, der Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach hoben die deutschen Unternehmen die Preise für ihre Exportgüter im ersten Halbjahr zwar um 14,7 Prozent an. Zugleich legten aber sowohl die Erzeuger- als auch die Importpreise etwa doppelt so stark zu. "Die deutsche Außenwirtschaft befindet sich in einer extremen Kostenklemme, aus der sie sich auch in den nächsten Monaten nicht wird befreien können", sagte Treier.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Dow schließt deutlich höher, während sich die Wall Street erholttitle
15.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Faktoren und Einzelwerte die jüngste Erholung an den US-Börsen angetrieben haben.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerbesteuer auf Rekordhoch: Warum Kommunen trotzdem Milliarden fehlen
15.10.2026

Deutschlands Gemeinden haben 2025 so viel Gewerbesteuer eingenommen wie nie zuvor. Allerdings stiegen die Einnahmen nur geringfügig, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank-Aktien: US-Banken überraschen mit Zahlen, Dimon warnt vor wachsenden Risiken
15.10.2026

Während Goldman Sachs und Citigroup mit ihren jüngsten Quartalszahlen die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen haben, blieb...

DWN
Technologie
Technologie Solar-Aufschlag ab 2029: Drohen Mehrkosten für Photovoltaik-Besitzer – was hinter dem Prosumer-Aufschlag steckt
15.10.2026

Solaranlagen auf dem Dach könnten ab 2029 einen höheren Grundpreis für die Stromnetznutzung auslösen. Elf Verbände fordern, den...

DWN
Politik
Politik Berlin-Sondierungen gehen weiter: Linke, SPD und Grüne einigen sich auf zentrale Grundsätze
15.10.2026

Nach tagelangem Streit setzen Linke, SPD und Grüne in Berlin ihre Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung fort. Beim Umgang mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose: Einer der größten Käufer beginnt zu verkaufen
15.10.2026

Jahrelang kauften Zentralbanken Gold in außergewöhnlichem Umfang. Nun schlägt mit Kasachstan einer der größten Käufer einen anderen...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie überspringt die 1.000-Euro-Marke: Ist das die Trendwende?
15.10.2026

Nach deutlichen Kursgewinnen am Mittwoch setzt die Rheinmetall-Aktie ihre Erholung am Donnerstag fort. Eine frühe Xetra-Notierung liegt...

DWN
Finanzen
Finanzen Kospi-Crash: Warum Südkoreas Chipaktien die Börsen erschüttern – was jetzt wichtig ist
15.10.2026

Der südkoreanische Leitindex Kospi rutschte am Donnerstag zeitweise rund acht Prozent ab. Besonders stark traf es die Samsung...