Politik

Griechenland: Attentat auf Residenz des deutschen Botschafters in Athen

Lesezeit: 1 min
30.12.2013 12:50
Vier unbekannte Angreifer feuerten am frühen Montagmorgen Schüsse aus einem Sturmgewehr auf die Residenz des deutschen Botschafters in Athen. Die Täter entkamen auf dem Motorrad, die Polizei ermittelt in einem Großeinsatz.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Am Montag ist es in Athen zu einem Anschlag auf die Residenz des deutschen Botschafters gekommen. 20 Schüsse wurden aus einer automatischen Waffen abgegeben, mindestens vier hätten das Metall-Tor der Residenz getroffen. Das Sicherheitspersonal des Botschafters meldeten der Polizei vier Personen, die mit AK-47-Sturmgewehren das Feuer eröffneten, meldet die griechische Zeitung Kathimerini.

Insgesamt hätten die Ermittler 15 Patronenhülsen gefunden. Ministerpräsident Antonis Samaras sprach mit dem deutschen Botschafter Wolfgang Dold über den Vorfall.

Im Zuge der Schuldenkrise in Griechenland kam es in der Bevölkerung wiederholt zu Anfeindungen gegen Deutschland. Gegner des Reformkurses machen vor allem die Bundesregierung für die harten Sparauflagen verantwortlich, die das Land im Gegenzug für internationale Finanzhilfen zusagte. Die deutsche Botschaft in Athen war zuletzt 1999 Ziel eines Anschlags. Damals schossen Extremisten eine Rakete auf das Gebäude, die das Dach traf.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilt den Anschlag. „Nichts, aber auch gar nichts kann einen solchen Angriff auf einen Vertreter unseres Landes rechtfertigen“, erklärte Steinmeier. Steinmeier sagte, es werde den Tätern nicht gelingen, die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland kaputtzumachen. Er dankte Samaras und Außenminister Evangelos Venizelos, die sofort eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen angekündigt hätten. "Sie haben uns zugesichert, die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort zu verstärken und alles zu tun, damit die Verantwortlichen ausfindig gemacht und zur Verantwortung gezogen werden", erklärte Steinmeier.

Es ist dies der zweite Anschlag auf die deutsche Botschaft nach einem Raketenangriff im Jahr 1999.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende der EZB trifft Deutschland besonders hart

Durch die EZB-Zinswende müssen die Euro-Staaten künftig wieder höhere Zinsen zahlen. Besonders hart trifft dies jene Staaten, die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Weltgrößter Hedgefonds wettet massiv gegen europäische Unternehmen

Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater Associates von Ray Dalio hat Wetten gegen europäische Unternehmen in zweistelliger Milliardenhöhe...

DWN
Politik
Politik Chaos nach der Frankreich-Wahl: Ein verratenes Vermächtnis - und was das für Deutschland bedeutet

Die Franzosen haben bei der Wahl mal wieder Ohrfeigen verteilt - fast alle haben ordentlich eins gewischt bekommen.

DWN
Finanzen
Finanzen Was können wir vom Schweizer Rentensystem lernen?

Für die deutsche Altersvorsorge sieht es düster aus. Das belegen Statistiken mittlerweile zu hunderten. Vielleicht hilft ein Blick zu...

DWN
Politik
Politik Heute Ukraine, morgen Taiwan? Was China von Russlands Kriegsführung lernt

Russlands Einmarsch in die Ukraine verläuft stockender, als von Moskau geplant. Welche Schlüsse zieht Peking daraus?

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Raketenangriffe auf alle Landesteile, Drohungen gegen Litauen

Die Ukraine meldet schwere russische Raketenangriffe auf alle Landesteile. Russland meldet die Tötung polnischer "Söldner" und droht...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktienmarkt verzeichnet starke Woche: Was steckt dahinter?

Mit einer schwungvollen Erholung hat der US-Aktienmarkt am Freitag nach langer Durststrecke eine erfreuliche Woche zu Ende gebracht.

DWN
Politik
Politik Janine Wissler bleibt Vorsitzende der Linken

Zweite Chance für Janine Wissler. Die Hessin wurde am Samstag auf dem Bundespartei der Linken in Erfurt als Parteichefin wiedergewählt.