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Welches Baumaterial sich besonders für den Hausbau eignet

Für den Bau eines Hauses ist das Baumaterial damals wie heute von entscheidender Bedeutung. Schließlich hängt davon nicht nur die Langlebigkeit des zukünftigen Eigenheims ab, sondern auch der Wohlfühlfaktor wird stark durch die verwendeten Materialien geprägt.
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28.04.2022 19:52
Lesezeit: 3 min
Welches Baumaterial sich besonders für den Hausbau eignet
Die Rohstoffe für Ziegel und Kalksandstein sind fast überall vorhanden. (Foto: iStock.com/Bogdanhoda) Foto: Bogdanhoda

Über viele Jahrhunderte haben sich immer wieder neue Baustoffe auf dem Markt etablieren können, sodass bis heute ein stetig wachsendes Angebot zu verzeichnen ist. Klassische Baumaterialien wie Holz oder Lehm erleben mittlerweile eine Art Renaissance und sind neben Ziegeln, Beton und Co nicht mehr aus dem Bauwesen wegzudenken.

Was die Wohnqualität, Funktionalität, Gesundheit und Umweltbelastung angeht, hat jeder Baustoff unterschiedliche Auswirkungen, weshalb sich grundsätzlich eine ausgewogene Mischung an verschiedenen Baumaterialien für den Hausbau empfiehlt. Dazu erhalten Sie hier die passende Übersicht der beliebtesten Baumaterialien.

Ziegel und Kalksandstein

Die Rohstoffe für Ziegel und Kalksandstein sind fast überall vorhanden, wodurch die Beliebtheit dieser beiden Baumaterialien begründet wird. Kalksandstein kommt sowohl natürlich vor, kann aber auch aus einer Mischung von Kalk, Sand und Wasser hergestellt werden. Ziegel werden aus gebranntem Ton oder Lehm hergestellt und schon seit Jahrtausenden für den Hausbau als Mauersteine verwendet. Sie haben nicht nur eine hervorragende Wärmedämmung und verhindern ein schnelles Auskühlen der Räume – Ziegel machen Häuser aufgrund ihrer optimalen Eigenschaften auch besonders robust und langlebig. Der Kalksandstein punktet vor allem durch seine Schwere und die damit verbundenen positiven Schallschutzeigenschaften. Er eignet sich für Außen- und Innenwände sowie als Sichtmauerwerk.

Beton

Beton ist ein Klassiker unter den Baustoffen und findet vor allem im Rohbau Verwendung. Ein Gemisch aus Sand, Kies, Wasser und Zement bildet die Grundlage. Um eine entsprechende Härte und Druckfestigkeit der Gesteinskörnung zu erhalten werden für einige Betonarten weitere Materialien hinzugefügt. In Sachen Brand- und Schallschutz überzeugt das Baumaterial ebenso wie im Preis. Denn ein Haus aus Beton ist häufig recht günstig, da ganze Wandelemente und weitere Bauteile an einem Stück vorgefertigt werden können. Außerdem ist Beton ein typisches Merkmal des modernen Baustils, sodass mittlerweile viele Architekten den sogenannten Sichtbeton gezielt in Küche, Badezimmer und für Accessoires nutzen. Aus ökologischer Sicht schneidet dieses Baumaterial höchstens mittelmäßig ab. Das liegt größtenteils an der Herstellung von Zement, die einen sehr hohen Energieeinsatz fordert und ziemlich umweltbelastend ist.

Holz

Im Bauwesen gibt es seit einiger Zeit einen starken Trend zurück zu natürlichen Baustoffen. Das Zeichnet sich in Deutschland unter anderem durch die Zunahme der genehmigten Wohngebäude in Holzbauweise ab, die laut dem Statistischen Bundesamt von 2016 bis 2020 um 4,2 Prozent auf 20,4 Prozent gestiegen ist. Holz kann fast überall im Gebäude zum Einsatz kommen: an Außen- und Innenwänden, als Bodenbelag, bei der Verkleidung der Decke und Fassade bis hin zu Holzbalken, die als Trägergerüst von Fertighäusern dienen. Es ist leicht und belastbar und schont als natürliches Produkt Klima und Ressourcen. Mitunter kann sogar auf regionale Hölzer zurückgegriffen werden. Der Baustoff kann Feuchtigkeit und Wärme aufnehmen und wieder abgeben, wodurch das Klima und Wohlbefinden in Räumlichkeiten kaum besser sein könnte und für viele sogar als behaglich empfunden wird.

Naturstein

Naturstein ist besonders pflegeleicht und verkörpert einen zeitlosen Charakter. Klassischerweise kommt er als Fliese zum Einsatz und wird häufig im Badezimmer, in der Küche und auf der Terrasse verwendet. Da Wärme in Steinen auf natürliche Weise gespeichert wird, eignen sich Natursteinfliesen für Böden mit Fußbodenheizung. Es können aber auch Teile der Innenwände, Decke oder der Fassade mit Naturstein verkleidet werden. Wer es besonders nobel mag und ein größeres Budget zur Verfügung hat, kann für den edlen Feinschliff im Eigenheim durchaus über ein Waschbecken oder eine Badewanne aus Marmor nachdenken. Generell ist Naturstein heute in allen erdenklichen Farben erhältlich und durch seine Beschaffenheit wasserabweisend und ziemlich widerstandsfähig, wodurch eine lange Haltbarkeit von mehreren Jahrzehnten möglich ist.

Lehm

Als einer der ältesten Baustoffe findet Lehm seinen Weg aus der Öko-Nische zurück in das Bewusstsein vieler Bauherrn. Die Verbindung aus Ton, Sand und Kies findet seinen Nutzen beispielsweise als Lehmbausteine im Trockenbau zum Errichten von Zwischenwänden, als Schallschutz oder als Putz. Der Baustoff dient auch als Dämmung der Innenwände und kann sogar als Füllmaterial verwendet werden. Lehm hat eine sehr lange Lebensdauer, ist energieeffizient, gesundheitlich unbedenklich und wird deswegen immer beliebter. Das Material reguliert die Luftfeuchtigkeit optimal, kann Schadstoffe sowie Gerüche binden und so ein angenehmes Raumklima schaffen.

Glas

In der zeitgenössischen Architektur ist Glas nicht mehr wegzudenken. Verglaste Fassaden und große Glasfronten verleihen ein Gefühl von Weite und lassen die Grenze zwischen Innen- und Außenwelt verschmelzen. Als Baustoff ist Glas stabil und widerstandsfähig, geruchsneutral und pflegeleicht. Er findet Anwendung bei Fenstern, Dächern und Fassaden. Im Inneren von Gebäuden können durchsichtige Trennwände und Türen aus Glas eingesetzt werden und eine cleane, lichtdurchflutete Atmosphäre schaffen. Zu berücksichtigen sind dabei die unterschiedlichen Glasarten, welche je nach Einsatzzweck ausgewählt werden müssen. Glas punktet also auch als Gestaltungselement und ist eine moderne Alternative zu herkömmlichen Baumaterialien wie Beton, was auch an der steigenden Bedeutung der Nachhaltigkeit liegt. Denn Glas ist bis zu 100 Prozent recyclebar und lässt sich unendlich oft wiederverwenden, ohne dabei an nennenswerten Qualitäten einzubüßen.

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