Deutschland

Regierung will Schmetterlinge mit Drohnen jagen

Lesezeit: 1 min
22.02.2014 00:27
Der Eichen-Prozessionsspinner hat sich im vergangenen Jahr stark ausgebreitet. Nicht nur Pflanzen leiden unter ihm, sondern auch der Mensch. Nun plant die Bundesregierung, mit kleinen Drohnen gegen die Schädling vorzugehen.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Vor allem in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt hat der Befall mit dem Eichen-Prozessionsspinner in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Aber auch in Baden-Württemberg, Rheinland Pfalz und Bayern gibt es Gebiete, die unter dem Schmetterling leiden. Neben Schäden an den Blättern befallener Eichen, führt gerade die Gefahr für den Menschen zu neuen Überlegungen im Kampf gegen die Schädlinge.

Die Eichen-Prozessionsspinner verfügen über Härchen mit dem Nesselgift Thaumetopoein. Dieses kann beim Kontakt mit Menschen zu starken allergischen Reaktionen führen. Je nach Witterung können diese Härchen weite Strecken zurücklegen. Aber auch alte Larvenhäute, die nach der Häutung in den Nestern zurückbleiben, stellen eine Gefahr das. Offizielle kam es 2013 insgesamt zu 35 Unfällen durch den Kontakt mit Raupen, deren Haaren oder deren Nestern, gibt die Bundesregierung mit Verweis auf die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau an. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Schon 2004 wurden allein im Raum Kleve etwa 740 Vorfälle gemeldet.

Um den Befall durch die Eichen-Prozessionsspinner zu reduzieren, arbeitet die Bundesregierung bereits an neuen Methoden. „Untersuchungen laufen derzeit zur Möglichkeit der Verwendung unbemannter Fluggeräte zur Einzelbaumbehandlung“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken. „Daran sind mehrere Bundesoberbehörden beteiligt, die Untersuchungen befinden sich allerdings im Anfangsstadium.“ Außerdem werde derzeit vom Bundesministerium für  Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Forschungsprojekt „Bekämpfung des Eichen-Prozessionsspinners (Thaumetopoea prozessionea L.) mit Nematoden mittels hubschraubergestützter Applikation“ finanziert. Kostenpunkt: 300.000 Euro.

In der Kritik steht im Zusammenhang mit dem Eichen-Prozessionsspinner noch immer auch der Einsatz des Biozids Dipel ES. Im Mai waren in Brandenburg 50 Kinder einer Kita mit dem Pflanzenschutzmittel eingenebelt worden. Der Naturschutz Bund warnt vor nicht geklärten Auswirkungen auf die Gesundheit des damit in Kontakt kommenden Menschen. Die Bundesregierung hingegen verweist darauf, dass aus dem Zulassungsverfahren für Dipel ES hervorgehe, dass „bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung kein Risiko für Anwender, Arbeiter, Nebenstehende und Anwohner“ bestehe. Gleichzeitig aber gibt die Bundesregierung an, dass es sich bei dem Wirkstoff von Dipel ES (Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki Stamm ABTS-351 (Stamm HD-1)) um einen so genannten Neuwirkstoff handele, über dessen Genehmigung auf EU-Ebene noch nicht entschieden wurde. „Der vorgelegte Datensatz zur gesundheitlichen Bewertung des Wirkstoffs wurde daher noch nicht abschließend bewertet.“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energiewende sei Dank: Renaissance von Atomkraft und Uran

Die globale Energiewende wird eine Renaissance der Kernkraft auslösen und damit den Bedarf für den wichtigsten Brennstoff Uran deutlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Zeitalter: Startschuss für den epochalen „Great Reset“ des Finanzsystems

Das internationale Finanzsystem, das durch billiges Geld der Zentralbanken überflutet wurde, steht vor dem Kollaps, weil es marode ist....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das sind die unbekannten Rohstoff-Giganten der Welt – Teil 1

Ein Großteil unseres Wohlstandes wird von einem Dutzend Unternehmen garantiert, deren Namen in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie sinnvoll ist es, in Platin oder Palladium zu investieren?

Platin und Palladium sind bei Anlegern weitaus weniger beliebt als Gold uns Silber. Die Investition ist riskanter und schwieriger.

DWN
Finanzen
Finanzen Ende der Online-Konferenz der Fed: Zusammenfassung der wichtigsten Beschlüsse

Die Online-Konferenz der Fed, die von den DWN verfolgt wurde, endete um 21:30 Uhr. Die wichtigsten Beschlüsse, die Fed-Chef Powell...

DWN
Deutschland
Deutschland Top-Ökonom: Bundesregierung unterschätzt Insolvenzrisiken durch Corona-Krise

Der Ökonom Marcel Fratzscher sagt, dass die Finanzhilfen für Unternehmen nicht ewig aufrechterhalten werden. Die Frage sei nicht ob,...

DWN
Finanzen
Finanzen Live-Ticker: Die Renditen der US-Staatsanleihen steigen nach Fed-Entscheidung

Die Fed rechnet nun für dieses Jahr mit einer Inflationsrate von 3,4%, die über ihrer vorherigen Schätzung von 2,4% liegt.

DWN
Finanzen
Finanzen Aktuelle Stellungnahme der Fed ist nahezu dieselbe wie die Stellungnahme vom April 2021

Die Stellungnahme der Fed vom 16. Juni 2021 ist nahezu haargenau dieselbe Stellungnahme, die am 28. April 2021 veröffentlicht wurde.