Deutschland

Generationswechsel: Adidas-Vorstands-Chef bereitet Abschied vor

Lesezeit: 2 min
04.03.2014 17:41
Herbert Hainer will bis zum Jahr 2017 einen Nachfolger aufbauen. Die Chef-Etage des Unternehmens soll insgesamt verjüngt werden. Hainer führt Adidas seit 13 Jahren und wird am Mittwoch die Jahresbilanz präsentieren. Ein Rekordgewinn von 835 Millionen Euro wird erwartet.
Generationswechsel: Adidas-Vorstands-Chef bereitet Abschied vor

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Herbert Hainer, der Europas größten Sportartikelhersteller seit 13 Jahren führt, will bis 2017 einen Nachfolger aufbauen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. So lange solle Hainer noch Vorstandschef bleiben. Darüber hinaus habe der 59-Jährige seinen Vertrag nicht verlängern wollen, erklärte Aufsichtsratschef Igor Landau. Er hätte Hainer „aufgrund seiner überaus erfolgreichen Arbeit gerne noch für einen längeren Zeitraum an das Unternehmen gebunden.“ Die im Dax notierte Aktie baute nach der Mitteilung ihre Kursgewinne auf mehr als zwei Prozent aus.

Hainer zählt zu den dienstältesten Konzernchefs in Deutschland. Er hatte bereits im Herbst angekündigt, die in die Jahre gekommene Führungsspitze zu verjüngen und damit auch den Weg für die eigene Nachfolge zu ebnen. Alle fünf Vorstände des auf ein jugendliches Image bedachten Konzerns sind über 50, selbst Roland Auschel, der als Neuzugang im vergangenen Jahr das neu geschaffene Vertriebsressort übernahm. Jüngster unter den fünf Männern in der Chefetage wird demnächst der 47-jährige Eric Liedtke, der am Donnerstag den langjährigen Markenvorstand Erich Stamminger ablöst. Stamminger, einer von Hainers engsten Weggefährten, hatte im Januar angekündigt, Platz für seinen Zögling Liedtke zu machen.

Auschel und Liedtke, aber auch ehrgeizige Manager aus der zweiten Reihe, dürften sich nun für Hainers Nachfolge warmlaufen. Der Deutsche Auschel ist seit 1989 bei Adidas und hatte sich vor seinem Aufstieg in den Vorstand im Vertrieb bewährt. Der US-Bürger Liedtke profilierte sich wie sein Mentor Stamminger im Management der Kernmarke Adidas. Weitere Vorstandsmitglieder sind der US-Bürger Glenn Bennett, der das weltweite Geschäft verantwortet, und der aus Neuseeland stammende Finanzchef Robin Stalker.

Die Frist bis 2017 biete „ausreichend Zeit, einen optimalen Übergang an der Spitze der Adidas-Gruppe sicherzustellen und die bestmögliche Nachfolgeregelung für das Unternehmen zu finden“, erklärte Landau am Dienstag. „Gemeinsam mit Herbert Hainer werden wir in den kommenden Jahren den bereits initiierten Generationswechsel im Führungsteam des Unternehmens fortsetzen.“

Hainer, der am 3. Juli 60 Jahre alt wird, hat sich einen Wechsel in den Aufsichtsrat offengehalten. „Wenn ich irgendwann aufhöre und die Aktionäre wollen, dass ich im Aufsichtsrat weiterarbeite, dann würde ich mir das sicher sehr intensiv überlegen“, sagte er im November. Adidas hat keine dominierenden Einzelaktionäre. Die größten Anteilseigner sind Finanzinvestoren und Fonds, von denen nach jüngsten Angaben des Konzerns keiner mehr als sechs Prozent hält.

Am Mittwoch wird Hainer am Firmensitz in Herzogenaurach die Jahresbilanz präsentieren. Branchenexperten erwarten, dass Adidas trotz mehrerer Rückschläge einen Rekordgewinn von 835 Millionen Euro präsentiert und damit in der Mitte der angepeilten Spanne von 820 bis 850 Millionen Euro liegt. Belastet hatten den Nike-Rivalen zuletzt der Kursverfall von Währungen in wichtigen Auslandsmärkten und der missratene Start eines Vertriebszentrums in Russland.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Marktbericht
Marktbericht Mit digitalem Gold auf Erfolgskurs

Die Vervielfachung der Geldmenge hat enorme Auswirkungen. Die Inflation ist nicht mehr aufzuhalten. Auf der anderen Seite zeichnet sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Weniger Geld: Bayer bedrückt mit Dividendenkürzung die deutschen Anleger

Das deutsche Leitbarometer befindet sich derzeit unterhalb von 14.000 Punkten. Heute Nachmittag könnte es neue Impulse geben.

DWN
Politik
Politik Bidens erster Luftschlag: USA greifen Ziele in Syrien an

Die US-Luftwaffe hat auf Anordnung des neuen Präsidenten Joe Biden Stellungen im Osten Syriens attackiert. Ziele waren nach Angaben des...

DWN
Politik
Politik Alarm in Frankreich: Astrazeneca-Impfstoff hat mehr Nebenwirkungen als vermutet

Mehreren Berichten zufolge hat der Astrazeneca-Impfstoff stärkere Nebenwirkungen als bisher vermutet. Mehrere französische Krankenhäuser...

DWN
Finanzen
Finanzen Bankenverband-Studie: Kreditnachfrage der Unternehmen rückläufig

Die Banken in Deutschland rechnen mit einer weiterhin schwachen Kreditnachfrage.

DWN
Finanzen
Finanzen Die Börse wurde in einen Zirkus verwandelt

Die Finanzwelt hat sich meilenweit von der Realwirtschaft entfernt. Die Gründe für diese Entwicklung sind einfach – und erschreckend...

DWN
Politik
Politik Merkel will digitalen EU-Impfpass in den nächsten drei Monaten

Bundeskanzlerin Angela Merkel geht davon aus, dass der digitale EU-Impfpass bis zum Sommer entwickelt werden kann.

DWN
Deutschland
Deutschland Intensivmediziner fordern Lockdown-Verlängerung bis April

Eine ansteckendere Corona-Variante breitet sich aus, gleichzeitig sind Lockerungen geplant: Aus Sicht deutscher Intensivmediziner dürfte...

DWN
Politik
Politik Markus Söder verteidigt umstrittenen Astrazeneca-Impfstoff

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht angesichts der Zurückhaltung gegenüber dem umstrittenen Astrazeneca-Impfstoff...

DWN
Politik
Politik Lassen Mitglieder der Bundesregierung kritische Journalisten ausspähen?

Einem Bericht zufolge ließ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Journalisten „ausforschen“. Der Deutsche Journalisten-Verband ist...

DWN
Politik
Politik China behauptet: Menschenrechte werden vom Westen als Instrument politischer Manipulation eingesetzt

Chinesische Staatsvertreter sind empört über westliche Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen. Diese Länder sollten sich angesichts...

DWN
Politik
Politik Ostdeutsche Ministerpräsidenten für Ende der Russland-Sanktionen

Nach Ansicht von Sachsens Ministerpräsident Kretschmer haben Sanktionen als Instrument der Politik keine Zukunft. Und laut Sachsen-Anhalts...

DWN
Politik
Politik Corona-Masken-Affäre: Razzia bei Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Der Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Georg Nüßlein, steht nach Angaben der „Bild-Zeitung“ im Verdacht, einem...

DWN
Deutschland
Deutschland Hamburger Hafen lässt die Krise hinter sich

Im Hamburger Hafen kommt der Seegüterumschlag nach dem Corona-bedingen Einbruch wieder in Fahrt. Denn sein größter Handelspartner China...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chemnitzer Tech-Schmiede bekämpft mit Anti-Fälschungs-Code afrikanische Malaria-Mafia

In Afrika hat sich eine Mafia herausgebildet, die Milliarden an gefälschten Medikamenten verdient. Jetzt hat ein deutscher Mittelständler...