Technologie

Kryptowährung Ethereum startet mit Software-Update neue Ära

Mit einem umfassenden Software-Update soll für die Kryptowährung Ethereum eine Zeitenwende eingeläutet werden.
15.09.2022 10:00
Aktualisiert: 15.09.2022 10:27
Lesezeit: 1 min

Die nach der Kryptowährung Bitcoin zweitwichtigste Cyberdevise Ethereum ist am Donnerstag mit einem umfassenden Softwareupdate auf einen stromsparenden Betrieb umgestellt worden. Mit der Umstellung des Absicherungsverfahrens für Transaktionen auf der Ethereum-Blockchain wird nach Angaben der Ethereum Foundation der Strombedarf um 99,95 Prozent gesenkt.

Die Ethereum-Blockchain ist eine öffentlich einsehbare Datenbank, die Informationen und Transaktionen auf kryptografisch sichere Weise speichert und verifiziert. Ether ist die Kryptowährung, die über die Ethereum-Blockchain getauscht wird. Sie steht in der Kryptowelt hinter dem Bitcoin an zweiter Stelle, was den Gesamtwert angeht.

Um Transaktionen auf der Blockchain fälschungssicher zu validieren, wurde bei Ethereum - wie beim Bitcoin - das Verfahren „Proof of Work“ eingesetzt. Dabei müssen komplizierte kryptografische Rätsel gelöst werden und es wird viel Strom verbraucht. Ethereum ist nun mit dem „Merge“ auf das Verfahren „Proof of Stake“ (PoS) umgestiegen, das nur einen Bruchteil des Stroms verbraucht.

Bei diesem alternativen Konsensverfahren zahlen Krypto-Investoren eine bestimmte Anzahl digitaler Münzen ein, um an einer Art Lotterie teilzunehmen. Jedes Mal, wenn eine Transaktion validiert werden muss, wird ein Teilnehmer („Staker“) aus dem Lostopf ausgewählt, um den Austausch zu verifizieren und neue Münzen als Belohnung zu erhalten.

An der Umstellung haben sich nicht alle Akteure beteiligt, die bislang als „Miner“ die Ethereum-Blockchain betrieben haben. Der Anteil der Umstellungs-Verweigerer sei allerdings viel geringer ausgefallen als befürchtet, erklärte ein Sprecher der Ethereum Foundation in einer Live-Übertragung des Events „The Merge“.

Die Krypto-Branche schaut nun mit Spannung darauf, wie sich nach dem „Merge“ der Umtauschkurs des Ethereum-Coins Ether gegenüber dem US-Dollar und anderen konventionellen Währungen entwickeln wird. Unmittelbar vor und nach der Umstellung hatten die meisten Tauschbörsen den Handel mit Ether ausgesetzt.

Der Frankfurter Wirtschaftswissenschaftler Prof. Philipp Sandner, einer der führenden Blockchain-Experten Deutschlands, sagte der dpa, mit jeder Stunde, die vergehe, werde das Risiko eines Scheiterns von „The Merge“ geringer. „Ob technische Probleme - bis hin zu unkontrollierten Abspaltungen oder dem Stillstand des Netzwerks - nicht entstanden sind, wird man allerdings erst in einigen Stunden oder gar Tagen sehen.“

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Panorama
Panorama Lebensmittelpreise steigen: Warum sich immer mehr Deutsche Sorgen machen
07.01.2026

Die Preise im Supermarkt ziehen weiter an, und viele Haushalte kommen kaum hinterher. Eine neue Forsa-Umfrage zeigt, wie stark steigende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wenn der Agent einkauft: Wie KI den Onlinehandel 2026 zerbombt
07.01.2026

Der europäische E-Commerce steht vor einem tiefgreifenden technologischen und regulatorischen Umbruch. Wie verändern KI-gestützte...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Künstliche Intelligenz hält Wall Street auf Rekordkurs
07.01.2026

Die US-Aktienmärkte stiegen am Dienstag, gestützt durch künstliche Intelligenz, auf neue Rekordhochs, während Investoren auf die...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation 2025: Preise steigen weiter in Deutschland
06.01.2026

Die Inflation in Deutschland hat 2025 im Jahresschnitt 2,2 Prozent erreicht. Nach der hohen Teuerungswelle der vergangenen Jahre entspannt...

DWN
Politik
Politik Trump droht Kolumbien und Mexiko
06.01.2026

Die Aussagen aus Washington signalisieren eine neue Eskalationsstufe in der US-Politik gegenüber Lateinamerika. Droht daraus eine...

DWN
Politik
Politik Lobbyregister: Finanzbranche lobbyiert mit Hunderten Vertretern im Bundestag
06.01.2026

Das Lobbyregister zeigt, wer im Bundestag versucht, Politik zu beeinflussen. Eine Auswertung zeigt: Die Finanzbranche setzt viel Geld ein.

DWN
Technologie
Technologie KI-Kompetenz im Maschinenbau: Warum Firmen Nachwuchsprobleme sehen
06.01.2026

Künstliche Intelligenz verändert den Maschinenbau rasant – doch beim Nachwuchs klafft eine Lücke. Während Unternehmen KI-Kompetenz...

DWN
Politik
Politik Kampf um Grönland
06.01.2026

Trump will Grönland für die USA sichern – doch Europas Spitzenpolitiker setzen klare Grenzen. Dänemark und Grönland entscheiden...