Politik
Anzeige

Die geopolitischen Gewinner der Ukraine-Krise

Ohne Zweifel ist Europa, vor allem Deutschland, der große Verlierer des neuen Ost-West-Konflikts. Auf der anderen Seite stehen massive geopolitische Gewinner.
Autor
27.10.2022 11:54
Aktualisiert: 27.10.2022 11:54
Lesezeit: 2 min

Die Energiekrise scheint für die deutsche Politik eine derart überwältigende Herausforderung darzustellen, dass sie nicht einmal mehr vorgibt, die Probleme unter Kontrolle zu haben. Laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hängt die Zukunft der Bürger letztlich davon ab, wie kalt der kommende Winter wird.

„Wenn alles gut läuft, die Sparsamkeit in Deutschland hoch ist und wir ein bisschen Glück mit dem Wetter haben, kommen wir – das hätte ich vor ein paar Monaten noch nicht gesagt – haben wir eine Chance, gut über den Winter zu kommen - eine Chance, das sind Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen“, sagte Habeck im Interview.

Das heißt, selbst wenn wir Glück haben und die Temperaturen mild bleiben sollten, besteht nach Ansicht des Ministers eben nur eine Chance, dass wir gut durch den Winter kommen. Wir brauchen Habeck zufolge also doppelt Glück, sonst kommen wir nur schlecht durch den Winter, und das heißt wohl frierend im Dunkeln und finanziell ruiniert.

Aber vielleicht haben die Deutschen ja im kommenden Winter doch einmal Glück. Denn im Verlauf dieses Jahres haben sie eigentlich schon genug Pech gehabt. So wurde ausgerechnet der wichtigste deutsche Energielieferant plötzlich zum Gegner im größten Wirtschaftskrieg seit dem Zweiten Weltkrieg.

Wirklich Pech hatten die Deutschen auch mit dem Timing der Energiewende. Denn ausgerechnet in dem Augenblick, wo die letzten deutschen Atomkraftwerke endgültig abgeschaltet werden, wäre die Kernkraft bei der Stromversorgung durchaus hilfreich gewesen, weil die Verbrennung von Gas nun so teuer geworden ist.

Pech für die Deutschen war auch, dass ausgerechnet vor dem Hintergrund der größten Energiekrise in Europa seit vielen Jahrzehnten im August plötzlich 32 der insgesamt 56 französischen Atomreaktoren ausgefallen sind und dem deutschen Nachbarland nicht mehr den dringend benötigten Strom liefern können.

Pech für die Europäer ist auch, dass die US-Notenbank Federal Reserve gerade in diesem Jahr die Zinswende eingeleitet hat. Die Europäische Zentralbank sah sich gezwungen, ebenfalls die Zinsen kräftig zu erhöhen, was nun aber die Unternehmen der Eurozone zusätzlich unter Druck setzt, da Kredite nun deutlich teurer sind.

Pech für die Europäer ist auch, dass die Energiekrise gerade in eine Zeit fällt, da die Folgen der EZB-Geldpolitik der letzten Jahre nun durchschlagen. Im Kampf gegen Corona druckte die Notenbank so viel Geld wie niemals zuvor und hielt vor allem die Zinsen extrem niedrig. Daher stieg die Geldmenge auf Rekordhöhen, was nun eine starke Inflation nach sich zieht.

Bei so viel Pech für die deutschen Bürger fragt man sich, ob es nicht wenigstens auch ein paar Gewinner der jüngsten Entwicklungen gibt.

Lesen Sie in diesem Artikel:

  • Wie massiv Deutschland unter dem Konflikt mit Russland leidet
  • Wie es einigen Staaten gelingt, in der aktuellen Krise aufzublühen
  • Wie Europa geopolitisch ins Abseits gedrängt wird


DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dax-Konzerne: Rekordgewinne und Personalabbau  
17.08.2026

Trotz Rekordgewinnen von 52,6 Milliarden Euro bauen Deutschlands größte Börsenkonzerne massiv Stellen ab. Während die...

DWN
Politik
Politik SPD rutscht weiter in den Keller: Klingbeil verteidigt seinen Kurs
17.08.2026

An der SPD-Basis rumort es, weil Umfragewerte seit Wochen nicht besser werden und die Partei sich in der Koalition teils schwertut. Den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutscher Negativtrend: Immer mehr junge Menschen ohne Bildung und Arbeit
17.08.2026

In Deutschland steigt der Anteil junger Menschen ohne Job oder Bildungsplatz: Jeder zehnte junge Mensch zwischen 20 und 24 Jahren geht in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Führungskräfteentwicklung: Deutschlands Unternehmen unterschätzen ihr größtes Risiko
17.08.2026

Viele Unternehmen befördern ihre besten Fachkräfte und lassen sie anschließend mit der Führungsrolle allein. Die Folgen sind...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: EU-Außenbeauftragte will Russland-Sanktionen weiter ausweiten
17.08.2026

Die EU hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs insgesamt 21 Sanktionspakete gegen Russland beschlossen. Nun drohen neue...

DWN
Politik
Politik Sie baute mit Putins Rückendeckung ein Imperium auf, nun könnte es eine Finanzkrise auslösen
17.08.2026

In diesem Sommer steht Russlands Antwort auf Amazon, Wildberries, unter ständigen ukrainischen Angriffen. Die Folgen für Russlands...

DWN
Politik
Politik Bahnhöfe, Steuererklärung, TV – was sich im September ändert
17.08.2026

An ersten Bahnhöfen darf kein Alkohol getrunken werden und Sport-Fans können sich auf die NFL-Saison freuen. Der September bringt auch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niedrigwasser in Deutschland: Ökonomin Grimm sagt steigende Preise voraus
17.08.2026

Die Preise könnten bei diversen Grundstoffen steigen, warnt die Wirtschaftsweise. Sie kritisiert die Politiker, die kurzsichtig agierten,...